Aus Bäumen wird Biosprit — 18.04.2008

Alternative Holzweg

In Freiberg ist eine Anlage für synthetischen Kraftstoff in Betrieb gegangen. Der Biosprit der zweiten Generation wird aus Bäumen und Holzabfällen gewonnen.

Eine einzigartige Biospritquelle soll künftig in Sachsen sprudeln. Der Biokraftstoff wird nicht aus Nahrungsmitteln wie Mais, Weizen oder Palmöl gewonnen, sondern beispielsweise aus Bäumen und Holzabfällen. Am 17. April 2008 startete das Unternehmen "Choren" im sächsischen Freiberg das weltweit erste kommerzielle Werk für Biosprit der zweiten Generation. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren auch Vertreter der Choren-Mitgesellschaftler Shell, Daimler und Volkswagen angereist. "Synthetische Kraftstoffe haben heute das Potenzial, ein wesentliches Standbein einer klimaschonenden Energieversorgung zu werden", sagte Merkel zur Inbetriebnahme. Nun werden die mehr als 100 Teilsysteme der Anlage schrittweise in Betrieb genommen, so dass es noch einige Monate dauert, bis der erste Tropfen aus den Rohren fließt.

Zunächst sei die Produktion von jährlich 18 Millionen Liter Biosprit geplant, sagte die Sprecherin des Unternehmens, Ines Bilas. Das Verfahren heißt BtL-Technik, das steht für "Biomass-to-Liquid" oder Biomasse zu Flüssigkeit. Experten sind noch skeptisch, ob damit nun eine gute Alternative gefunden ist. Sollten Holzreste und andere Bioabfälle nicht ausreichen, braucht auch BtL-Sprit Anbaufläche etwa für Weiden, Pappeln oder Robinien – und natürlich Energie zur Produktion.

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