Ausbau Vogelfluglinie

Ausbau Vogelfluglinie

— 03.06.2002

Skandinavien rückt näher

Eine Brücke oder ein Tunnel soll nach Wunsch der EU künftig Schleswig-Holstein mit Dänemark verbinden - das wäre die kürzeste Verbindung nach Skandinavien.

Das europäische Parlament hat sich für den Bau einer Verkehrsverbindung über den Fehmarnbelt ausgesprochen. Statt wie bisher per Fährschiff ginge es dann direkt vom schleswig-holsteinischen Puttgarden ins dänische Rødby. Es wäre die dritte feste Ostseeverbindung neben den Brücken zwischen Fünen und Seeland in Dänemark (1998) und der Öresund-Verbindung zwischen Kopenhagen und dem schwedischen Malmö (Eröffnung 1. Juli 2000). Die neue Streckenführung bietet die Möglichkeit direkt von Deutschland aus nach Skandinavien zu fahren.

Der Beschluss wird manch europa-kritischem Dänen sauer aufstoßen. Denn wird der Plan umgesetzt, würde kaum noch jemand die weiter nördlich liegende Brücke zwischen Fünen und Seeland nutzen. Grund: Die Querung von Deutschland aus ist die kürzeste Strecke zwischen Skandinavien und Westeuropa. Die dänischen Investitionen würden sich nie mehr rentieren. Kleines Trostpflaster: Die bisher nur mäßig genutzte neuere Öresund-Brücke könnte besser ausgelastet werden. Freude dürfte dagegen bei der Landesregierung Schleswig-Holstein herrschen. Denn mit einer ausgebauten Vogelfluglinie entstünde eine Schlüsselverbindung für Europa, die Entwicklung der Ostseeregion würde angekurbelt.

Das Verkehrsprojekt soll privatwirtschaftlich gebaut und betrieben werden. Die landseitige Anbindung von Schiene und Straße ließe sich mit Mitteln des dänischen bzw. deutschen Verkehrshaushaltes ausbauen. Ob der rund 19 Kilometer breite Fehmarnbelt künftig per Tunnel oder Brücke überquert wird, steht noch zur Diskussion. Je nach Modell liegen die Baukosten zwischen 2,8 und 4,4 Milliarden Euro (Kosten ermittelt in 1996). Sämtliche Vorschläge sehen eine Kombination von Straße und Schiene vor: als zweispurige Straße mit eingleisiger Eisenbahn oder als vierspurige Autobahn mit zweigleisiger Eisenbahn. Angedacht ist zudem ein zweigleisiger Eisenbahntunnel mit Pendelzügen für den Straßenverkehr. Der gilt jedoch derzeit als nicht finanzierbar und wurde deshalb vorläufig aus den weiteren Planungen herausgenommen.

Nach Veröffentlichung der Ergebnisse des Verfahrens (www.fdjv.com) am 13. Juni 2002 werden Dänemark und Deutschland voraussichtlich noch vor Ende des Jahres über konkrete Planungsschritte entscheiden. Nach erfolgter Grundsatzentscheidung wird mit einer mehrjährigen Planungs-, Entwurfs- und Ausschreibungsphase gerechnet.

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