Ausstellung "Alles Super"

Ausstellung "Alles Super"

— 29.07.2002

Die deutsche Tankstelle feiert 75.

Am 11. August 1927 wurde in Hamburg die erste Tankstelle Deutschlands eröffnet. 40 Jahre später gab es allein in Westdeutschland rund 47.000 Tanken. Heute sind es bundesweit noch 16.000.

Eine überdimensionale Dose Öl hält der freundlich winkende Tankwart auf dem nostalgischen Werbeplakat in seinem Arm. Unter seinem schicken blauen Overall trägt er ein blütenweißes Hemd und eine ordentlich gebundene Krawatte. "Die schmucke Uniform der Tankwarte unterstrich ihre Kompetenz rund ums Auto", betont Historiker Joachim Kleinmanns. 75 Jahre alt ist der Beruf des Tankwarts, denn vor fast einem Dreivierteljahrhundert, am 11. August 1927, wurde in Hamburg die erste Tankstelle in Deutschland eröffnet.

Unter dem Titel "Alles Super" widmet ihr das Lippische Landesmuseum Detmold (Nordrhein-Westfalen) vom 3. August bis zum 27. Oktober eine Ausstellung. Lange Zeit verkauften Apotheker und Drogisten den Autofahrern das Benzin. "Größere Apotheken hatten bis zu 300 Liter Kraftstoff vorrätig", sagt Kleinmanns, der die Ausstellung konzipiert hat. Mit der zunehmenden Motorisierung nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entstanden ab 1922 die ersten Tankkioske, deren technische Einrichtung oft hinter expressionistischen Bauformen versteckt war. Wenig später wurden die Kioske durch einfache Pumpen verdrängt, die vor Gasthäusern, Kaufläden oder Werkstätten auf dem Bürgersteig aufgestellt waren.

"1927 nahm die erste Großtankstelle ihren Betrieb auf: mit einem eigenen Gebäude, einem schützenden Dach über der Zapfinsel und einem Tankwart, der bei Bedarf auch die Zündkerzen wechseln konnte", sagt Kleinmanns. Großtankstellen blieben jedoch noch lange eine Rarität. Zwar sprudelte 1930 deutschlandweit aus 50 000 Zapfsäulen das Benzin, doch waren dies zum größten Teil die Bürgersteigpumpen, die im Volksmund "Eiserne Jungfrauen" genannt wurden. Mit dem Beginn der Wirtschaftswunderzeit wurde erst in den 50er Jahren das Tankstellennetz dichter. "Allein in Westdeutschland gab es 1967 etwa 47.000 Tankstellen", sagt der Historiker. Heute seien es bundesweit lediglich rund 16.000. Mit der Einführung der Selbstbedienungs-Tankstellen in den 70er Jahren verschwand der freundliche Tankwart. Stattdessen zogen Zigaretten, Zeitschriften und Schokoriegel in die Regale der Tankstellen ein, die mittlerweile fast mit Supermärkten konkurrieren können.

Die Ausstellung "Alles Super" zeigt vom kleinen Werbegeschenk bis zum Nachbau einer Tankstelle aus dem Jahre 1937 rund 300 Exponate. Neben der Geschichte der Tankstelle wird die Förderung und der Transport des Erdöls anhand von Bohrturm- und Tankschiffmodellen dokumentiert.

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