Austausch-Scheinwerfer

Austausch-Scheinwerfer Austausch-Scheinwerfer

Austausch-Scheinwerfer

— 28.10.2003

Blender aus dem Versand

Sie sind billig und sehen gut aus. Doch ihre Lichttechnik ist oft katastrophal. Der Gegenverkehr wird gefährlich geblendet, wie der Test glasklar beweist.

Billig-Ware mit hohen Folgekosten

Die Verlockung Nachrüstscheinwerfer kann viele Gesichter haben. Das eines VW Golf IV zum Beispiel. Mit moderner Klarglasoptik für den älteren Golf III – ein Kassenschlager im Programm des Licht-Spezialisten Hella. Und das Beste daran: Statt 300 Euro für die Original-Lampen aus dem VW-Regal kostet das Paar klarer Hella-Leuchten nur 254 Euro. 46 Euro gespart, ein Facelift und die moderne H7-Lichttechnik kostenlos dazubekommen. Noch Fragen?

Ob die Dinger auch heller strahlen als die original VW-Lampen? Klare Antwort: nein. Eine Verbesserung der Lichtqualität sollte trotz modernerer Technik zum Discountpreis niemand erwarten. Denn der Golf-III-Scheinwerfer ist noch heute voll konkurrenzfähig. Es geht aber auch anders: Eine deutliche Verbesserung des Lichts haben wir nur bei einem Scheinwerfer festgestellt – dem Hella Upgrade-Kit für den BMW E36. Kein Wunder, dazwischen liegen zwölf Jahre Scheinwerferentwicklung. Obendrein musste der Dreier bis Ende 1994 mit H1-Glühlampen vorlieb nehmen, das Upgrade-Kit strahlt mit H7. Oder mit dem superhellen Xenonlicht, dann allerdings werden statt 499 Euro für die Halogenausführung satte 990 Euro fällig. Immerhin inklusive der vom Gesetzgeber für Xenonlicht vorgeschriebenen automatischen Leuchtweitenregulierung, die übrigens mit Ultraschall arbeitet und so auf den langwierigen Anbau von irgendwelchen Gestängen an die Radaufhängung verzichtet.

Außerdem vorgeschrieben: eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage. Die ist im Preis nicht enthalten, muss mit BMW-Originalteilen nachgerüstet werden – für weitere 400 Euro. Das Hella-Kit war übrigens knapp auf dem Markt, da kam schon der Nachbau aus Fernost. Zwar steht noch nicht fest, ob eine Patentrechts-Verletzung vorliegt – auch die original BMW-Augenringe sind eine Hella-Entwicklung –, aber der Verkauf geht trotzdem weiter.

Die Fernost-Plagiate sind keine Leuchten

Allerdings gibt es für 299 Euro keine vernünftige Qualität. Die Ringe leuchten kaum sichtbar, eine zusätzliche Standlichtlampe muss die vorgeschriebenen Lichtwerte für das Positionslicht sicherstellen. Auf der Straße lässt sich durchaus Licht finden, aber eine Verbesserung gegenüber den alten Dreiern findet nicht statt; und gegen die spätere Ausführung von 1995 bis 98 sieht er keine Sonne. Außerdem strahlt sein Fernlicht in die Bäume. Zumindest, solange das Abblendlicht richtig eingestellt ist. Denn Fernlicht-Reflektor und Abblendlicht-Linse sind starr miteinander verbunden.

Würde man das Fernlicht korrekt justieren, strahlt das Abblendlicht nur fünf Meter weit. Dasselbe Problem zeigte auch ein Facelift-Scheinwerfer für den Audi A4 (249 Euro), mit dem die Baujahre 94 bis 99 wie ein 2000er Modell aussehen. Aber das war noch gar nichts gegen die Qualitätsprobleme in den günstigeren Klassen: In die schwarzen Scheinwerfer für den Lupo beispielsweise ließ sich die Lampe gar nicht einsetzen, weil eine Schraube im Weg war. Wir haben das gemerkt und an der Lampe etwas abgeknipst – aber ein Laie? Vermutlich hätte der die Lampe irgendwie schief reingewürgt. Doch auch korrekt montiert zeigt dieser Lupo-Scheinwerfer die höchsten Blendwerte, die wir jemals gemessen haben – 174 Prozent über dem Limit! Ähnlich hoch auch die Blendung bei den Klarglas-Funzeln für den Opel Corsa B (Bj. 1993–2000) sowie bei einer Reihe anderer Scheinwerfer aus Fernost, die allesamt klar die ECE-Normen für Scheinwerfer verfehlen. So gesehen führt am teureren Original-Scheinwerfer kein Weg vorbei.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.