AUTO 1 von Europa 2007

Auto 1 2007 – Die große Gala Auto 1 2007 – Die große Gala

AUTO 1 von Europa 2007

— 16.03.2007

Die neue Größe in Europa

Eine Familienkutsche gewinnt den wichtigsten Autopreis des Kontinents: Der Ford S-Max ist AUTO 1 von Europa. Eindrücke von der Gala in Genf.

Für das, was jetzt kommt, hat Bernhard Mattes den blödesten Platz im ganzen Saal. Der Ford-Chef sitzt in der zweiten Reihe, genau in der Mitte, und muss jetzt schnell nach vorn die Bühne. Er könnte darauf warten, dass alle anderen aufstehen und ihm Platz machen, aber solche Machtdemonstrationen hat der Mattes nicht nötig. Stattdessen macht sich dünn, windet seinen Körper in alle erdenklichen Richtungen und quetscht sich seinen Sitznachbarn vorbei, so gut es eben geht.

Dann endlich steht er oben, ganz oben, und nimmt den Pokal für den Sieg des Ford S-Max in der Kategorie der Großraumlimousinen und Vans entgegen. "Für diesen tollen Preis bin ich den Weg gern gegangen", sagt Mattes nach seiner mühsamen Kletterpartie. Und ahnt nicht, alles noch viel besser kommen wird.

Wer den Titel holt, hat zuvor 40 Millionen Leser überzeugt

AUTO BILD-Chefredakteur Bernd Wieland (2.v.r.) gratuliert den Ford-Männern.

Es gibt viel Gold zu verteilen an diesem Abend in Genf, im rot geschmückten Espace Sécheron. Erstmals in der 16-jährigen Geschichte von AUTO 1, dem Preis der europäischen AUTO BILD-Gruppe, werden diesmal gleich 32 Trophäen vergeben: Sechs Kategorienpreise, ein Innovationspreis, 24 Nationenpreise für das jeweils beste Auto in einem Land – und der Hauptpreis für den Besten der Besten: das AUTO 1 von Europa. Wer diesen Titel nach Hause bringt, der hat zuvor 40 Millionen Leser überzeugt, den harten Test von Rennfahrern, Technikern und Journalisten bestanden und am Ende auch noch das Herz von 24 Chefredakteuren der AUTO BILD-Gruppe gewonnen, die während der Gala per Live-TED abstimmten.

VW-Chef Martin Winterkorn (l.) mit Dr. Mathias Döpfner (Springer).

"Der Preis ist mir so wichtig, dass ich extra das Unternehmen gewechselt habe, um wieder dabei sein zu dürfen", scherzte Prof. Dr. Martin Winterkorn. Als Volkswagen-Chef hielt er die traditionelle Rede des Vorjahressiegers – wie schon 2006, als er noch an der Spitze von Audi gestanden hatte. Doch jetzt wird es ernst, jetzt geht es um den Hauptpreis. Welcher der sechs Kategoriesieger wird auch AUTO 1 von Europa? Aus den Lautsprechern erklingen leise Fanfaren, aus den Scheinwerfern flackern Blitzlichter, im Saal spannen sich die Gesichtszüge an. Dann die ersten Ergebnisse: Platz drei geht an das 3er Coupé von BMW. Zweiter wird der Lexus GS 450h. Moderatorin Radka Kaspar holt tief Luft, dann ruft sie: "Das AUTO 1 von Europa 2007 ist – der Ford S-Max!"

Mit dem S-Max ist Ford etwas Seltenes gelungen

Moderatorin Radka Kaspar hielt die 500 geladenen Gäste bei Laune.

Mattes geht kurz in die Knie, als könne er es gar nicht glauben, von links und rechts prasseln jetzt die Schulterklopfer und Händeschüttler auf ihn ein. Eine neuerliche Kletterpartie über die Sitznachbarn bleibt ihm erspart, diesmal geht John Fleming auf die Bühne, der Vorstandsvorsitzende von Ford Europe. "Ich danke den vielen Lesern, der Jury ...", sagt der, stockt dann kurz und ruft: "Wir sind sehr stolz auf dieses Auto!" Mit dem S-Max ist Ford etwas Seltenes gelungen: Nicht ein Sportwagen gewinnt den wichtigsten Autopreis Europas, nicht eine Limousine oder ein Roadster. Nein, der Sieger ist eine Familienkutsche. Ein (wenn auch sportlicher) Van, knapp 4,77 Meter lang und 1,66 Meter hoch – und damit seit der AUTO 1-Gala in Genf gewissermaßen die neue Größe in Europa.

Hauptthema in Genf: die Diskussion um den Klimaschutz

Überhaupt hat sich viel verändert in der Automobilwelt, und das merkt man auch bei der Party nach der Preisverleihung. Beherrschendes Thema unter den Spitzenmanagern: Wie gehen wir mit der Diskussion um den Klimaschutz um? Und langsam, ganz langsam, scheinen auch die Autobosse umzudenken: "Die Autoindustrie", sagt beispielsweise VW-Chef Winterkorn, "sollte als Schrittmacher in der ökologischen Entwicklung angesehen werden."

Volvo-Chef Frederik Arp (l.) mit Axel Springer-Vorstand Dr. Andreas Wiele.

Unterstützung für diese Einsicht erhielt Winterkorn von Dr. Andreas Wiele, Vorstand Zeitschriften und Internationales der Axel Springer AG: "Die aktuelle Diskussion bietet tolle Möglichkeiten für die Autoindustrie: Wir haben alle einen guten Grund, neue Autos zu kaufen. Ich bin sicher, dass die Industrie die richtigen Antworten findet – oder schon gefunden hat." Sie konnten also mit einigermaßen gutem Gewissen feiern, die 500 Gäste in Genf. Nur einer mußte noch mal kurz raus:Audi-Sprecher Peter Oberndorfer rief erstmal seinen Schwiegervater an. Und teilte ihm mit, dass dessen Wagen gerade zum besten Auto Europas gewählt wurde – der Mann fährt nämlich einen S-Max.

Autor: Alex Cohrs

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