Auto-Angebote

— 06.01.2008

Preise, die keiner kapiert

Was soll eine Werbung, die mehr verschleiert als erklärt? Mit "Beispielpreisen" ohne Beispiel und Servicepaketen, die nicht mal übers Kleingedruckte zu verstehen sind.



Für den Autohandel war 2007 ein rabenschwarzes Jahr. Die Deutschen kauften so wenige Neuwagen wie zuletzt 1994. Mit Rabatten von fast 30 Prozent (Renault) und ausgefallenen Sparaktionen kämpften die Hersteller um jeden Kunden. Waren die Offerten anfangs noch fantasievoll, sind sie mittlerweile undurchsichtig, irreführend – und einfach nur nervig. Beispiel Ford: In einer bundesweit erscheinenden Anzeige werben die Kölner für die ganze Produktpalette, ohne einen Preis in lesbarer Größe abzudrucken. Dafür garantiert Ford, dass der Liter Sprit während der ersten 20.000 Kilometer nur einen Euro pro Liter kostet. Wie soll das gehen? Die Quittungen zu Ford bringen? Nicht mal das Kleingedruckte, erst ein Anruf beim Händler klärt auf. Der künftige Spritpreis wird fiktiv mit 1,50 Euro angesetzt, die Differenz zum Garantiepreis von einem Euro auf 20.000 Kilometer bei Verbrauch nach Herstellerangabe hochgerechnet. Logisch. Aber nicht gerade ökologisch. "Damit werden Käufer moderner, spritsparender Motoren bestraft", sagt Georg Tryba vom Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Zudem ist der Effekt dieses umständlichen Rabattes eher gering: 440 bis 970 Euro. Beispiel Opel: Großzügige 3625 Euro "Umweltbonus" waren vor Weihnachten beim Sondermodell Meriva Christmas drin. Das Auto hat Klimaanlage und Sitzheizung als Extras. Was Opel unter Umwelt-bonus versteht und warum der vom Listenpreis abgezogen wurde? Keine Ahnung. Tryba: "Dies ist ein typisches Beispiel dafür, wie schwer die tatsächliche Ersparnis bei Sondermodellen nachzuvollziehen ist. Teilweise listen die Anbieter sogar die Serienausstattung mit auf."

Was ist denn nun ein "Sauber-und-sorglos-Paket"?

Absurd: Wer den Meriva mit Ökobonus least, zahlt 1000 Euro mehr an. Wer soll da noch durchsteigen? Beispiel VW: Ein Golf für nur "z.B. 16.989 Euro" – also "Preisvorteil 4444 Euro", so die Anzeige eines Autohauses aus Baden-Württemberg. Was bitte ist ein Beispielpreis? Wie setzen sich die 4444 Euro zusammen? Was umfasst das ebenfalls angebotene "Sauber-und-sorglos-Paket"? Und warum gibt es das nur in Verbindung mit Ratenkauf? Alles Fragen, die aus der vermeintlich attraktiven Offerte ein Sorgenpaket machen – und die Lust am Autokauf schon im Keim ersticken. Auch mit "bis zu vier Jahren Neuwert-Entschädigung", wie sie die Anzeige weiter verspricht, könne in der Regel niemand etwas anfangen, urteilt Tryba. Stattdessen rät der Verbraucherschützer, sich nicht von knalligen Anzeigentexten beeindrucken zu lassen und genau nachzurechnen. Diesen Tipp hätten sich auch Ford-Händler im Rhein-Main-Gebiet zu Herzen nehmen sollen. Sie verrechneten sich in einer Annonce bei der wirren Benzinpreisgarantie um 20 Euro – immerhin zugunsten des Kunden.

Autor: Roland Niederlich



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