Test Autoheizung

AUTO BILD-Heizungstest

— 23.01.2009

Wann wird es endlich warm?

Draußen frostig, drinnen wohlig – das kann dauern. AUTO BILD hat elf Modelle auf ihre Heizfähigkeiten getestet. Erstaunliche Erkenntnis: Lada heizt besser als BMW, Skoda baut Kühlschränke.

Aktuelle Fahrzeugmodelle von Premiumherstellern bieten keinen besseren Heizungskomfort als ein Mercedes 190, Baujahr 1983. Während Tempomat, Coming-Home-Funktion, Kurvenlicht oder Soundsysteme das Autofahren immer bequemer machen sollen, zeigen Frost und kalte Temperaturen den Insassen schnell die Komfortgrenzen auf. Der AUTO BILD-Kältetest von elf Automodellen bringt es an den Tag: Ein 26 Jahre alter Mercedes 190 hat einen höheren Raumwärmekomfort als die meisten Testkandidaten aktueller Modellreihen. Und kein Auto im Test sorgt so schnell für aufgetaute Füße wie das Billigmodell Lada Priora. Verkehrte Komfortwelt also? Nicht ganz, denn unter dem Strich geht der BMW 730d als Sieger des Kältetests hervor. Er heizt den Innenraum innerhalb der 15-minütigen Testfahrt auf 29 Grad Celsius auf. Nach dem BMW belegt der alte Mercedes 190 den zweiten Rang, gefolgt vom Ford S-Max auf Rang drei.

Skoda-Roomster-Fahrer sollten sich warm anziehen

Das Abschneiden des Mercedes 190 zeigt, dass sich in einem Vierteljahrhundert Automobil-Entwicklung in Sachen Raumwärmekomfort nicht viel getan hat. Zwar helfen aufpreispflichtige Sitz-, Lenkrad- oder Standheizungen über frostige Innenraumtemperaturen hinweg, eine klare Verbesserung des Wärmekomforts der Insassen in Fahrzeugen ohne diese Hilfsmittel ist jedoch nicht in Sicht. Eisiges Schlusslicht ist der Skoda Roomster, der auch noch nach 15 Minuten als rollender Kühlschrank unterwegs ist. Auf gerade einmal durchschnittliche 17 Grad erwärmte sich der Innenraum während der Testfahrt.

Tarnfarbe, aber kein Tiefkühlauto: Der weiße 190er kochte im Test viele moderne Autos ab.

Im Test vertreten: BMW 730d, Ford S-Max 2.0 TDCi, Lada 2170 Priora, Mercedes B 170, Mercedes B 180 CDI, Mercedes C 180 K, Mercedes 190, Nissan Qashqai 2.0, Renault Twingo 1.2, Skoda Roomster 1.9 TDI und der VW Golf 1.4 TSI Variant. In jedem Auto wurden nach einer Frostnacht während einer 15 minütigen Testfahrt drei Messungen im Kopf- und Fußraum in der vorderen und hinteren Sitzreihe vorgenommen. Die Messung erfolgte nach fünf, zehn und 15 Minuten. Wie sich welches Modell dabei geschlagen hat, steht in AUTO BILD 4/2009. Ab Freitag, 23. Januar, im Handel.

So funktionieren Autoheizungen

Damit die Heizung warme Luft ins Auto pusten kann, muss zuerst der Motor warm sein. Denn erst dann gibt er überschüssige Wärme über das Kühlwasser ans Heizsystem ab. Eigentlich genau wie zu Hause: Ist das Wasser in der Heizung kalt, wird die Bude nicht warm. Generell gilt: Sicherheit vor Komfort. Also erst die beschlagenen Scheiben freipusten: Temperaturregler voll aufdrehen, Gebläse auf höchste Stufe, Luftstrom volle Pulle auf die Scheibe, alle Lüftungsklappen zu. Das alles sofort nach dem Losfahren. Moderne Heizungen nutzen bereits minimale Wärmemengen vom Motor – der übrigens im mittleren Drehzahlbereich am schnellsten warm wird. Zu hohe und zu niedrige Drehzahlen schaden der kalten Maschine. Ist die Sicht frei, Gebläse auf zwei, warme Luft auf die Füße, Temperatur nach Wunsch einstellen – und wer es mag, kann die Lüftungsklappen öffnen.

Vier Schritte für freie Sicht

1. Heizung auf die höchste Temperaturstufe stellen.
2. Gebläse auf voll: Frische Luft trägt die Feuchtigkeit weg.
3. Luftstrom auf die Scheibe: Sicherheit vor Wohlbefinden.
4. Klappen dicht: Obwohl die Belüftung auf die Scheibe eingestellt ist, sollten die Lüftungsklappen in den Innenraum geschlossen werden. So landet wirklich alles auf der Frontscheibe.

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