AUTO BILD-Vorschau Skoda Roomster/Fabia

Skoda Roomster Skoda Roomster

AUTO BILD-Vorschau Skoda Roomster/Fabia

— 23.01.2006

Skoda geht auf Raumfahrt

Der Name ist Programm: Mit dem Roomster (Raumauto) bringen die Tschechen ein geräumiges Gegenstück zu Caddy, Kangoo und Berlingo.

Irgendwo zwischen Van und Kastenwagen

Jetzt hat auch Skoda seinen Van. Wobei: Ein richtiger Van ist es eigentlich nicht. Mehr so ein Zwischending aus Van und Kastenwagen. Das Auto aus dem Werk Kvasiny bietet mehr Innenraumlänge als ein Renault Kangoo, mehr Ladehöhe als ein Peugeot Partner/Citro­ën Berlingo, eine breitere Heckklappe als der Opel Meriva und ein größeres Gepäckabteil als der Fiat Doblò. Doch anders als reine Nutzwert-Vans wie Caddy, Combo oder Tourneo ist der Roomster auch ein Auto für den privaten Gebrauch: trendy, cool, praktisch, vielseitig und so preiswert, wie wir es von einem Skoda erwarten.

Das Van-Konzept im Mini-Format stammt von den Herren Bockelmann und Wittig, die als Väter der Skoda-Renaissance in die Firmengeschichte eingehen werden. Der Techniker Bockelmann entwarf eine relativ preiswerte zusätzliche Karosserievariante auf Fabia/Polo-Basis, der Vertriebsspezialist Wittig garantierte die notwendigen Stückzahlen. Als kongenialer dritter Mann zeichnet Thomas Ingenlath – der ab Januar 2006 übrigens das VW-Designstudio Potsdam leitet – für die Optik des Neuzugangs verantwortlich.

Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde die Roomster-Studie auf der IAA 2003. Sie war von Anfang an als Serienfahrzeug ausgelegt. Besonders gespannt waren die Befürworter der Van-Idee, welche der beiden unterschiedlich gestalteten Seitenansichten beim Publikum besser ankommen würde: die sportliche mit der durchgehend schmalen Glasfläche oder die asymmetrische mit den ungewöhnlich hohen hinteren Seitenfenstern.

Preisspanne von 12.500 bis 16.500 Euro

Wie wir heute wissen, entschieden sich erst die Kunden und dann das Marketing für die zweite Lösung, die in ähnlicher Form auch bei der Konkurrenz von Renault und Peugeot/Citroën umgesetzt wurde. Vorderwagen und Heck des Roomster, der auf dem Genfer Salon Anfang März debütieren soll (Verkauf dann ab Herbst), unterscheiden sich kaum von der Studie. In bezug auf Dach, Türen und Innenraum galt es dagegen, aus Kostengründen von allzu exotischen Lösungen Abstand zu nehmen.

So stammt zum Beispiel das Armaturenbrett aus dem Fabia, und die hinteren Türen sind konventionell angeschlagen. Die Fondsitze lassen sich in der Länge verschieben, umklappen und herausnehmen. Auf Wunsch gibt es eine Dachreling sowie diverse Raumteiler für das ebenso flache wie breite Gepäckabteil. Da sollte sich dann auch ein Fahrrad problemlos unterbringen lassen.

Preislich dürfte sich das fesche Hochdachauto auf Höhe der Konkurrenz einordnen – Insider rechnen mit einer Spanne von 12.500 bis 16.500 Euro. Bei den Motoren – die vom jetzigen Fabia übernommen werden – sind folgende Änderungen geplant: • Der 1,2-Liter-Dreizylinder legt bei unverändertem Drehmoment von 64 auf 70 PS zu • Vom 1,6-Liter-Vierzylinder wird eine Variante mit 86 PS und 126 Nm nachgeschoben • Der 1,4-Liter-Dreizylinder TDI firmiert in zwei Ausführungen mit 70 PS/155 Nm und 80 PS/195 Nm.

Der Roomster startet im September 2006

Der Roomster macht zum Verkaufsstart im September 2006 den Anfang für eine Modelloffensive. Bis 2009 bringt Skoda jedes Jahr ein neues Modell auf den Markt. 2007 folgt die zweite Fabia-Generation, 2008 ist dann der Yeti an der Reihe. Das ist ein bedingt offroadtaugliches Kompakt-SUV mit Elementen des Fabia und des ausgelaufenen Golf IV 4Motion. Anfang 2009 beschließt der Nachfolger des Superb die Produktoffensive.

Der Fabia II orientiert sich optisch stark am Roomster. Das sieht man unter anderem an der markanten Schnauze, an den geschwärzten A-Säulen, die eine Rundumverglasung suggerieren, und an den sich nach oben verjüngenden hinteren Dachpfosten. Dreitürer und Fünftürer gelten ebenso als gesetzt wie der Kombi, doch das Stufenheck verkauft sich ganz einfach zu schlecht, um einen Nachfolger zu verdienen.

Der neue Fabia steht weiter auf der aktuellen Plattform. Aus Kostengründen bekommt nur noch jedes zweite neue Modell auch einen neuen Unterbau. Das heißt: kein optionaler Allradantrieb, keine optimierte Lenkung im Stil des Golf V, keine ausgefallenen Extrawünsche in bezug auf Abmessungen (Breite) oder Aufbau (Cabrio/Roadster). Erst wenn mehrere Marken entsprechende Stückzahlen garantieren, sind Ausnahmen möglich.

Im Fabia II werkeln neue Motoren

Für die Wachablösung des Fabia wird auch die Motorenpalette auf Vordermann gebracht. Hier die wichtigsten Änderungen: • neuer 1,4-Liter-FSI-Turbo mit 125 PS und 200 Nm • neuer 1,4-Liter-TSI-Twin-Charge-Vierzylinder mit 170 PS/240 Nm für den Fabia RS • überarbeiteter 1,9-Liter-Pumpe-Düse-TDI mit 105 PS/250 Nm, der 2009 durch ein gleich starkes 1,6-Liter-Common-Rail-Aggregat ersetzt wird.

Für den gut vier Meter langen Yeti wollen die Tschechen sogar noch ein paar PS draufpacken – und zwar in Form des neuen 1,8-Liter-FSI-Turbos mit 150 PS/250 Nm. Dazu kommt der bewährte 2,0-Liter-TDI, der als Zweiventiler 140 PS und als Vierventiler 170 PS mobilisiert. Partikelfilter sind für alle Diesel Ehrensache. Bei den Getrieben ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch für Skoda das kleine DSG-Doppelkupplungsräderwerk verfügbar ist, das über sieben Fahrstufen verfügt. Weil Skoda nach Ansicht der Konzernführung zu teuer konstruiert und zu nobel ausstattet, muß in Zukunft mit gewissen Einschränkungen bei der Mehrausstattung und bei der Materialauswahl im Innenraum gerechnet werden. Motto: Der Billiganbieter darf keine höherwertigen Autos bauen als VW.

Außerdem sollen die Produktplaner stärker darauf achten, daß sich die einzelnen Marken nicht wie bisher gegenseitig das Wasser abgraben. Aus diesem Grund bleibt Skoda der Sechszylinder mittelfristig ebenso verwehrt wie attraktive Wunschmodelle – dazu gehören unter anderem ein großer Van, der Superb Combi und ein echtes Einstiegsauto im Stil von Seat Arosa, VW Fox oder Dacia Logan. Nur gut, daß sie beim Roomster wenigstens in die Höhe wachsen dürfen.

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