AUTO BILD-Vorschau SUV

AUTO BILD-Vorschau SUV

— 17.12.2009

Die 4x4-Stars von morgen

Groß, schwer, stark – das war einmal. Die neuen SUV specken ab, sind kompakter und weniger opulent motorisiert als ihre Vorgänger. Dazu kommen immer mehr Modelle mit Hybridantrieb. Hier ist der Ausblick auf die Allrad-Zukunft.

Die SUV-Strategie von VW ist geprägt von späten Anläufen und großen Lücken im Angebot. Der deutlich leichtere Touareg-Nachfolger wird nach langem Warten im nächsten Frühjahr eingeführt, doch das Hybridmodell mit dem 333 PS starken V6-Benziner muss noch ohne moderne Lithium-Ionen-Batterien auskommen. Der Tiguan ist zwar ein Spätstarter, hat sich aber mit Hilfe bekannter VW-Qualitäten schnell an der Spitze des Segments etabliert. Leider bleibt die Variante mit langem Radstand dem chinesischen Markt vorbehalten. Im Mai 2011 steht für den Europa-Tiguan ein großes Facelift mit dem neuen VW-Gesicht auf dem Programm. Ein komplett neues Nachfolgemodell, das bereits an den modularen Querbaukasten des Golf VII andockt, geht erst im Sommer 2014 in Serie.

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Ein ganz kleiner Geländegänger: Der Audi Q1 ist angedacht, aber noch nicht beschlossen.

Bei Audi liegen Licht und Schatten dicht beisammen. Der Q5 verkauft sich wie geschnitten Brot, der Q7 ist dagegen zum roten Tuch für Öko-Fundis und SUV-Gegner geworden. Kein Wunder, dass man der erst 2013 fälligen Neuauflage einen deutlich schlankeren Auftritt verordnen will. Möglicherweise muss Audi vom SUV-Topmodell zwei Ausführungen bringen: ein coupéhaftes Europamodell mit zwei Sitzreihen und eine siebensitzige Langversion für die USA und Asien. Der Start des Q5 Hybrid mit dem 211 PS starken Vierzylinder-Benziner verschiebt sich auf Anfang 2011. Ein Jahr später ist ein kleines Facelift angesagt, begleitet von diversen Sauber & Spar-Aktionen wie Start-Stopp und Rekuperation. Der Q3 auf Tiguan-Basis debütiert im Frühjahr 2011. Die Motoren sind bekannt, der erweiterte Ausstattungsumfang reflektiert die höheren Preise. Angedacht, aber noch nicht beschlossen ist der Q1 als Ableger des neuen A1. Kein Hersteller hat seine SUV-Palette breiter aufgefächert als Mercedes. Und kein Hersteller plant eine größere Auswahl an Hybridmodellen. Den Anfang macht die neue M-Klasse, die ab 2011 in nicht weniger als vier verschiedenen Hybridversionen vom Band rollen wird. Darunter ist ein Vollhybrid mit 109 PS starkem E-Motor, der auf Knopfdruck sogar längere Strecken vollelektrisch fahren kann.

Bei Mercedes wird es ab 2013 unterhalb des GLK den BLK geben

Unterm GLK ist bei Mercedes noch Platz: Der BLK basiert auf der nächsten A-/B-Klasse.

Die gleiche Technik erhält ab 2012 die nächste GL-Klasse, die noch geräumiger und luxuriöser ausfallen soll. Bei der R-Klasse, die im nächsten Frühjahr ein Facelift bekommt, halten sich die Innovationen in Grenzen, denn dieses Modell läuft ersatzlos aus. Der klassische G ist dagegen nicht totzukriegen: Ein Militär-Großauftrag sichert den Bestand bis 2016. Unterhalb des GLK wird ab 2013 der BLK einparken. Der 4,45 Meter lange Crossover übernimmt die Allradtechnik vom Nachfolger der A- und B-Klasse. BMW hat den großen X7 ebenso zu den Akten gelegt wie den dreitürigen X4. Die wichtigste Neuheit aus München ist die zweite Generation des X3, die ab Ende 2010 auch dem X1 und dem X5 das Leben etwas schwerer machen dürfte. Der neue X3, der in den USA gebaut und den es auch als 4x2 geben wird, ist größer, hübscher, hochwertiger eingerichtet und umweltfreundlicher motorisiert. Vor allem das Hybridmodell, das sich am 5er ActiveHybrid orientiert, dürfte Beachtung finden. Alternativ dazu gibt’s neue Vierzylinder mit viel Mumm und wenig Durst.

Der X5 muss im Frühjahr 2010 unters Messer, und bei der Gelegenheit erhält er ein aufgewertetes Interieur mit aktuellster iDrive-Technik. Ebenfalls noch 2010 startet der bei Magna gebaute Mini Countryman mit Allrad und eigenständiger Karosserie. In der Vergangenheit hat Opel seine SUV von anderen GM-Töchtern zugekauft – das war beim Frontera so (Isuzu), und das ist beim Antara immer noch der Fall (Korea). Doch weil die importierten Allradautos nur bedingt überzeugen, nahm man in Rüsselsheim die Sache selbst in die Hand: Ein vom neuen Astra abgeleiteter Antara-Nachfolger gilt zusammen mit dem in Eigenregie entwickelten Corsa-SUV als gesetzt. Der kleine Crossover, der Ende 2012 das Segment aufmischen soll, erhält ebenso eine völlig eigenständige Karosserie wie das für Ende 2013 avisierte Astra-SUV. Der ins Gehäuse des Doppelkupplungsgetriebes integrierte Mildhybrid-Baustein ersetzt zwar nicht den Vollhybrid, aber mehr grüne SUV-Technik kann sich die Marke momentan nicht leisten.

Die Zukunfstpläne für einen kleinen Cayenne sind noch ungewiss

Von wegen Dickschiff: Porsche denkt über eine Leichtversion des Cayenne nach.

Der neue Cayenne ist 50 mm länger und 5 mm höher als sein Vorgänger, doch das Gewicht konnte um 200 Kilo gesenkt werden. Porsche hat alles versucht, um dem neuen SUV einen sozialverträglicheren Anstrich zu geben. Als Alternative zu den fetten V8-Aggregaten kann man künftig zwischen drei Sechszylindern wählen: einem selbst entwickelten 3.6-Benziner mit 300 PS, dem V6-Diesel und einem V6-Hybrid. Während die  Achtstufenautomatik neu ins Angebot aufgenommen wurde, verschwand das Offroad-Paket in der Versenkung. Unterhalb des Cayenne plant Porsche mit VW-Unterstützung einen zweiten Softroader, der sich die Erbanlagen vermutlich mit dem Q5 teilen wird. Zusätzlich zum klassischen Fünftürer sind zur klareren Differenzierung auch ein dreitüriges Crossover Coupé und ein Shooting Brake im Gespräch. Was Porsche fehlt, ist ein zeitnahes Nachfolgekonzept für den immer noch zu schweren Cayenne, auf längere Sicht unter Umständen eine gemeinsame Matrix für Cayenne, Cayenne light und Panamera – mit den entsprechenden Querverbindungen zu VW/Audi/Bentley/Lamborghini.

Autor: Georg Kacher

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