Auto-Chef Demel muß gehen

Auto-Chef Demel muß gehen

— 18.02.2005

Drehen die Italiener jetzt durch?

Kaum hat Fiat-Boß Marchionne GM Milliarden aus dem Kreuz geleiert, scheint den Italienern alles egal: Auto-Chef Herbert Demel ist raus.

Erst General Motors raus, dann der Chef der Auto-Gruppe: Fiat trennt sich von Herbert Demel. Grund sind verschiedene Ansätze, wie es mit der Autosparte nach der 1,55 Milliarden Euro bringenden Scheidung von GM weitergehen soll.

Ansatz von Ex-Audi-Boß Demel: nachhaltig sanieren durch mehr Qualität, also bessere Autos. Ansatz von Marchionne: so schnell es geht sanieren, um die Autosparte für einen neuen Partner "aufzuhübschen", wie die Financial Times Deutschland schreibt. Mögliche Interessenten haben Strategen sowohl in China als auch Korea ausgemacht.

Fiat-Kenner trifft diese "einvernehmliche Trennung" hart: Demel gilt als erfahrener, kompetenter Auto-Mann. Er stand seit November 2003 an der Spitze der Autosparte. Die schreibt nach wie vor tiefrote Zahlen: 1,3 Milliarden Euro Verlust 2004, insgesamt seien inzwischen acht Milliarden Miese aufgelaufen.

Nachfolger Demels wird nicht etwa Martin Leach, einst Top-Manager bei Ford und derzeit Chef von Maserati, sondern Ober-Vorstand Sergio Marchionne selbst. Dem trauen die Italiener offenbar alles zu: Bis zur Ernennung als Konzernchef im vorigen Jahr hatte er nix mit Autos am Hut. Auf den Rat Martin Leachs scheint er keinen gesteigerten Wert zu legen: Der ist nicht mit der beschlossenen Anbindung von Maserati an Alfa Romeo einverstanden. Und dürfte wohl auch bald "einvernehmlich" gehen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.