Auto China 2008, Teil 1
— 20.04.2008Geschäft ist Geschäft
Audi, BMW, Mercedes, VW und Co. sind im Reich der Mitte dick im Geschäft – und wollen es auch bleiben. Exklusive Weltpremieren sollen die Massen zu den deutschen Premium-Marken locken. AUTO Bild hat sich auf den Messeständen umgesehen.
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VW zeigt zwei Neuheiten im Doppelpack
"Politik ist Politik, und Geschäft ist Geschäft", hat Audi-Chef Rupert Stadler am Vorabend bei der Präsentation des neuen Q5 gesagt. Und die Deutschen machen gute Geschäfte in China. Allen voran VW, deren Unterstützung des olympischen Fackellaufs zum teuren PR-Flop zu werden droht. Die Wolfsburger sind zusammen mit GM Marktführer in China, eine richtig große Nummer. Über 770.000 Autos haben sie 2007 verkauft, rund ein Viertel mehr als im Vorjahr. Weil die alten Zugpferde Santana und Jetta (je 200.000 Verkäufe) in die Jahre kommen, zeigt VW in Peking mit Lavida und dem neuen Bora zwei Neuheiten im Doppelpack. Zwei ungleiche Brüder, die unterm Blech Komponenten von Golf 4 und Golf 5 mixen und die Zwickmühle von VW in China wiederspiegeln: Hier der modische, 4,61 Meter lange Lavida, der bei der VW-Beteiligung SAIC in Shanghai komplett im Land entwickelt wurde. Dort der kantige sachliche "New Bora", der beim zweiten VW-Partner FAW, weit oben im Norden entwickelt wurde – angeblich mit Unterstützung österreichischer Berater von Magna Steyr, wie einige Ingenieure hinter vorgehaltener Hand berichten. Das konkurrierende VW-Duo zielt auf den konservativen Kunden und auf den großen Taxi-Markt. Geschätzt ist jedes zweite Taxi in Peking ein VW, da wartet ein erhebliches Ersatzgeschäft. VW-Geschäftsführer Winfried Vahland gibt sich optimistisch: "Wir wollen 2008 über eine Million Autos verkaufen." Dabei hat Vahland Audi und Skoda mit eingerechnet.Premium-Allradler sind auf chinesischen Straßen noch selten
Auch Audi hat mit über 100.000 Verkäufen seinen Absatz zuletzt um rund ein Viertel gesteigert. China ist Audis wichtigster Exportmarkt, noch vor Großbritannien und den USA. Als Verbeugung vor dem Olympia-Gastgeber (Audi stellt 800 Fahrzeuge als "Official Premium Cars") präsentiert die Marke ihren Q5 in Peking. "China hat verdient, dass wir so ein Auto hier vorstellen", meint Rupert Stadler. SUV wie der 4,63 Meter lange Allradler sind noch eine Seltenheit auf Chinas Straßen, doch laut Prognosen wird der Premiummarkt in diesem Land bis 2015 ebenso wachsen wie das Segment der Kleinwagen. In der Messehalle ist der neue Audi ständig umringt, auch wenn Chinas Edel-Kundschaft nach der verlockenden Vorstellung noch länger auf das begehrte Stück warten muss. Die Auslieferung des Q5 in Europa beginnt im Herbst, in China frühestens im Sommer 2009.ANZEIGE
Produktion in China spart die teuren Einfuhrzölle
Die hohen Steuern für die importierten Edelkarossen stellen offensichtlich kein Hindernis dar. Dennoch wollen alle Deutschen die Produktion im Land vorantreiben, weil dann die Einfuhrzölle entfallen. Soviel Erfolg die deutschen Hersteller auch haben werden, ein Hindernis bleibt bestehen: Sie sind mit 49 Prozent Anteil immer nur Juniorpartner im Duett mit einem chinesischen Hersteller, der 51 Prozent und die Mehrheit besitzt. Daher kann kein Gewinn an die Mutterkonzerne überwiesen werden. Das Geld bleibt in China.
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