Auto Expo 2008, Teil 2

— 10.01.2008

Nanu, der Kleine heißt Nano!

Tata präsentiert sein 1700-Euro-Mobil, und ein ganzer Kontinent dreht durch. Für uns dabei: AUTO BILD-Reporter Hauke Schrieber. Rendezvous mit dem billigsten Neuwagen der Welt.



Es herrscht Krieg in Halle 11 auf der Auto Expo 2008. Etwa tausend Besucher fasst die marode Ausstellungshalle auf dem Messegelände von Delhi, geschätzte dreitausend Menschen sind da. Und vor dem Hallentor bitten Hunderte flehentlich um Einlass. Fünf Dutzend Fernsehteams aus aller Welt haben ihre Kameras auf die in blaues und grünes Licht getauchte Bühne gerichtet, Hunderte Fotografen prügeln sich um die besten Plätze. Die Spannung ist ebenso mit den Händen zu greifen wie die schlechte Luft. Plötzlich taucht der Konzernchef Ratan N. Tata als Hologramm in 3D auf der Bühne auf. Der echte Tata sitzt in Reihe eins und sieht sich dabei zu, wie er erklärt, wie es zu der Idee des Volksautos kam. Zu viele vierköpfige Familien auf einem Roller auf Indiens Straßen. Zu gefährlich, findet Tata. Vier Jahre brauchte ein Team von 500 Mitarbeitern, um das Billigauto zu entwickeln.

Ab Herbst soll Indiens Preiswunder das Land mobil machen

Um 11.48 Uhr fahren unter dem Jubel der Besucher drei Modelle auf die Bühne. Dann wird der bis zum Ende geheim gehaltene Name verraten: Nano, "weil er für Hightech im Kleinformat" steht, sagt Ratan Tata. Als die Fotografen auf die Bühne dürfen, spielen sich Szenen wie im Bürgerkrieg ab; die Waffen sind die Objektive. Auf den ersten Blick sieht das Auto tatsächlich ordentlich aus, nicht wenige finden es sogar putzig. Bei der Betrachtung darf man nie den Preis aus den Augen lassen: ein Lakh bedeuten die magische Zahl von 100.000 Rupien. "Wir haben diesen Preis versprochen, und wir halten unser Versprechen", erklärt Tata unter dem Jubel der Massen. Allerdings: Steuern und Überführung kommen noch dazu. Und das "deluxe"-Modell mit Klimaanlage kostet mehr, wie viel mehr wird nicht verraten. Ab Herbst 2008 soll der Nano in die indischen Läden kommen, vielleicht auch ewas später, das neue Werk in Westbengalen stand vor kurzem unter Wasser. Rund 250.000 Nanos will Tata zunächst bauen, später bis zu einer Million. Ein Diesel-Zweizylinder ist in Planung, ebenso der Export nach Südostasien, Afrika und Südamerika.

Niemand hat Augen für die schönen Fiat-Hostessen

Als die Show vorbei ist, leert sich die Halle ... könnte man glauben. Tatsächlich werden die drei Nanos noch Stunden später umlagert wie Ufos. In derselben Halle hat auch Fiat seinen Stand. Die Italiener präsentieren wieder einmal die schönsten Hostessen. Sie könnten auch nackt neben dem 500 stehen – heute hat für sie kein Besucher ein Auge.

Technische Daten Tata Nano 

Zweizylinder-Benzinmotor im Heck • 623 ccm • 33 PS, Heckantrieb • Viergang-Getriebe • L/B/H: 3100/1500/1600 • Verbrauch 5 Liter/100 km • Höchstgeschwindigkeit 105 km/h • Schadstoffausstoß erfüllt Euro IV • vier Türen • Platz für vier bis fünf Personen • Airbags: keine • Außenspiegel nur auf Fahrerseite • Gewicht: keine Angaben.

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Autor: Hauke Schrieber

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