Auto-Leasing

— 21.09.2005

Wo sind die Schnäppchen?

Achtung: Manch Leasingangebot tarnt sich nur als preiswerte Offerte. Wir zeigen, wie die wahren Schnäppchen zu erkennen sind.



Echtes Schnäppchen oder teurer Flop?

Drei, zwei, eins , meins – jaaah! Sicher kennen auch Sie das wohlige Gefühl, ein klasse Geschäft, ein Schnäppchen zu machen. Etwa die alte Langspielplatte von den Rolling Stones in unglaublich gutem Zustand abzustauben. Was für einen 100-Euro-Deal gilt, trifft um so mehr auf eine der teuersten Anschaffungen im Leben zu: das neue Auto.

Doch was, wenn sich das Schnäppchen als Flop erweist? Die Stones-Pressung als gemeine Fälschung, die Autofinanzierung schlicht als schöngerechnet? Gerade beim beliebten Privatleasing ist der Ärger dann langwierig, denn abgerechnet wird erst zum Schluß. Deshalb gilt es, nicht das erstbeste Angebot zu schnappen, sondern zu beachten, was eine Leasingofferte zum echten Schnäppchen macht. Hier die wichtigsten Regeln.

Ist Kredit oder Leasing günstiger? Klare Sache: Wer das Auto am Ende der Finanzierungslaufzeit auf jeden Fall übernehmen möchte, sollte gleich den klassischen Ratenkredit wählen. Damit fährt er unter dem Strich meist günstiger. Wer dagegen auf jeden Fall bald in ein neues Auto umsteigen will, sollte es leasen. Er zahlt dann nur für die Nutzung des Wagens, stottert kein Stück davon ab. Das macht schlankere Raten. Bei einem VW Passat Variant etwa kostet das Leasing 248 Euro im Monat, der klassische Ratenkredit 570 Euro.

Restwert und Kilometerleistung

Wie wird beim Leasing richtig gerechnet? Die Rechnung setzt sich zusammen aus der Sonderzahlung und den monatlichen Raten. Bei einem Vertrag mit Gebrauchtwagenabrechnung (Restwertabrechnung) kommt auch noch der Restwert ins Spiel. Achtung: Eine hohe Sonderzahlung und ein (unrealistisch) hoher Restwert senken die Monatsraten natürlich werbewirksam. Zum Vergleich von Angeboten mit gleicher Laufzeit darf der Interessent also nicht nur auf die Raten schielen, sondern muß die Sonderzahlung und die Raten addieren.

Welchen Vertrag sollte man wählen? Es gibt zwei Varianten, empfehlenswert ist der Vertrag mit Kilometerabrechnung. Dabei muß sich der Kunde keine Sorgen um den Restwert machen. Die vereinbarte Kilometerleistung sollte aber nicht überschritten werden, sonst muß der Kunde pro Kilometer nachzahlen. Wichtig also: Die Laufleistung realistisch abschätzen und die Kosten für Mehrkilometer prüfen. Bei der Variante mit Restwertabrechnung trägt der Kunde dagegen das Risiko, daß das Auto den bloß "kalkulierten" Restwert am Ende der Laufzeit (also in der Zukunft) auch tatsächlich erzielt. Denn er garantiert diese Summe – und nicht etwa der Leasinggeber! Das kann in der Praxis bedeuten, daß der Leasingnehmer zum Schluß Geld zum tatsächlich erzielbaren, geringeren Marktwert zuschießen muß. Bei einem übervollen Gebrauchtwagenmarkt ein Risiko, das nicht zu unterschätzen ist. Dies berichten betroffene Leser AUTO BILD jedenfalls recht häufig.

Welche besonderen Risiken gibt es? Neben dem speziellen Risiko des Restwertvertrages lauert bei beiden Vertragsformen Gefahr fürs Portemonnaie bei Totalschaden oder Diebstahl. Denn dann muß der Leasingvertrag vorzeitig abgerechnet werden. Doch eine übliche Vollkasko zahlt nur den Zeitwert, zur Forderung der Leasing entsteht dann immer eine zuvor nicht einkalkulierte Lücke (englischer Leasingfachausdruck "Gap"). Die muß der Kunde zusätzlich aus eigener Tasche zahlen. Eine weitere Gefahr: Der Leasingnehmer kann die monatlichen Raten nicht mehr stemmen. Ein gar nicht so seltener Grund: Arbeitslosigkeit. Zum Teil aber kann sich der Leasingnehmer bei verschiedenen Anbietern gegen die hier genannten Risiken absichern.

Rechte und Pflichten des Kunden

Was ist bei der Versicherung wichtig? Haftpflicht und Vollkasko müssen sein. Denn erleidet das Auto Schäden, müssen diese behoben werden. Die Versicherungslücke bei einem Totalschaden sollte durch eine entsprechende "Gap"-Vereinbarung im Vertrag oder eine Zusatzversicherung geschlossen werden. Bei vielen Anbietern ist das mittlerweile automatisch der Fall, sollte aber unbedingt geklärt werden. Vor dem finanziellen Risiko für die Angehörigen beim Tod des Leasingkunden schützt eine spezielle Restschuldversicherung. Beim Ratenausfall durch unverschuldete Arbeitslosigkeit hilft eine Leasingratenversicherung.

Welche Pflichten geht der Leasingkunde ein? Der geleaste Wagen darf nur "bestimmungsgemäß" eingesetzt werden, beim Privatleasing also nicht gewerblich. Die Wartung muß penibel erfolgen. Dann müssen die Raten pünktlich fließen. Denn bei zwei nacheinander versäumten Zahlungen kann der Leasinggeber sofort kündigen und den Vertrag abrechnen. Schließlich dürfen ohne Zustimmung des Leasinggebers keine Veränderungen am Auto vorgenommen werden.

Wer schlichtet einen Streit am Ende? Am Ende der Laufzeit muß das Auto in einem Zustand zurückgegeben werden, der dem Alter und der Kilometerleistung entspricht. Kommt es zu einem Anschlußauftrag, wird schon mal eine kleine Beule übersehen. Wenn nicht, wird oft kleinlich gefeilscht. Den Streß zwischen den Parteien kann dann meist ein unabhängiger Sachverständiger entschärfen.

Autor: Roland Bunke

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