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Auto-Markt: Dreivierteljahresbilanz 2013

— 31.10.2013

GM und VW belauern Toyota

Toyota hat im bisherigen Jahresverlauf 2013 die meisten Autos verkauft. Auf den Plätzen zwei und drei lauern GM und VW auf den Titel. Analysten schätzen deren Chancen sehr unterschiedlich ein.

(Reuters) Der Kampf zwischen Volkswagen und General Motors um Platz zwei in der Weltliga der Autobauer hinter Toyota wird immer spannender. Der Wolfsburger Konzern mit seinen zwölf Marken liegt gemessen am Absatz nur noch hauchdünn hinter der Opel-Mutter aus Detroit. In den ersten neun Monaten verkaufte Volkswagen weltweit 7,18 Millionen Fahrzeuge, der US-Rivale 7,25 Millionen und Spitzenreiter Toyota 7,41 Millionen. Allerdings ist nach Ansicht von Experten längst nicht entschieden, dass VW Platz zwei schon bald erobern kann. Denn die deutsche GM-Tochter Opel kommt bei der Sanierung ihres Europageschäfts in großen Schritten voran und liegt dem Mutterkonzern immer weniger auf der Tasche. Der Betriebsverlust im abgelaufenen Quartal halbierte sich. Damit kann sich GM wieder der Expansion in anderen Regionen zuwenden.

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Bentley Falcon
Volkswagen bekommt dagegen den Gegenwind in Europa vor allem bei seinen Töchtern VW und Audi stärker zu spüren – hier sanken die Umsätze um sechs beziehungsweise zwei Prozent. Experten warnen bereits, dass es im kommenden Jahr für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger schwieriger werden könnte, sich von der Konkurrenz abzuheben. "Das ist der stärkste Umsatzrückgang bei den Marken Audi und VW, den wir seit langem gesehen haben", sagte Arndt Ellinghorst vom Analysehaus International Strategy & Investment in London. Es sei auch fraglich, wie gut VW noch gegen Kursschwankungen abgesichert sei und wann die Euro-Stärke auf das Ergebnis durchschlagen werde. "Das lässt nichts Gutes erwarten", warnte Ellinghorst. "Es ist nicht so, dass VW noch vor Stärke strotzt", meint auch Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. "Die Absatzzahlen haben doch ziemliche Ermüdungserscheinungen, das Wachstum flaut ab."

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Pieper sieht Volkswagen derzeit nicht in der Position, GM zu überholen. Dagegen glaubt Frank Schwope von der NordLB fest an einen Erfolg des Marktführers in Europa schon im nächsten Jahr. Die Dynamik von VW sei vor allem in China größer. Dort zieht der Konzern derzeit mehrere Werke hoch, um sich ein noch größeres Stück an der wachsenden Pkw-Nachfrage zu sichern. Einige Experten warnen indes vor zu hoher Abhängigkeit von China. In den ersten neun Monaten konnte Volkswagen den Rückgang beim Betriebsgewinn vor allem dank seiner Tochter Porsche in Grenzen halten. Während die Oberklassetochter Audi und die Hauptmarke VW mit zweistelligen Rückgängen Federn ließen, hielt der Stuttgarter Sportwagenbauer sein Ergebnis stabil. Auch die Lkw-Tochter MAN büßte allerdings ein. So stand nach neun Monaten ein Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 8,6 Milliarden Euro – 3,4 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

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An seinen Geschäftszielen hält Konzernchef Martin Winterkorn dennoch fest und setzt dabei auch auf Einsparungen: "Es bleibt dabei: In dem überaus harten wirtschaftlichen Umfeld sind die Ziele, die wir uns für das laufende Jahr gesetzt haben, sehr ambitioniert. Aber wir stehen unverändert zu diesen Zielen." Demnach will Volkswagen im laufenden Jahr mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr und den Umsatz steigern. Der Betriebsgewinn soll die im Vorjahr erzielten 11,5 Milliarden Euro wieder erreichen. Nach Meinung von Finanzchef Hans Dieter Pötsch ist dies nicht ohne weitere Kostensenkungen zu erreichen: "Unser Fokus liegt auf einer konsequenten Kosten- und Investitionsdisziplin sowie der weiteren Verbesserung aller Prozesse." Damit hat Opel Erfahrung – wenn auch auf einem ganz anderen Niveau. Die Rüsselsheimer GM-Tochter fährt seit längerem einen rigiden Sparkurs und baut in Bochum Tausende Stellen ab, um bis 2016 aus den roten Zahlen zu kommen. Inzwischen zeigt die Rosskur – begleitet von mehreren neuen Modellen – Erfolge. Der operative Verlust im Europa-Geschäft von GM verringerte sich im dritten Quartal auf 214 Millionen Dollar von 487 Millionen vor Jahresfrist.

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"Dieses erfreuliche Ergebnis zeigt: Unsere Strategie der Kostendisziplin bei gleichzeitiger Umsatzsteigerung beginnt sich auszuzahlen", freute sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in einem Brief an die Mitarbeiter, der Reuters vorlag. Allerdings ist Opel noch längst nicht über den Berg: Wegen der gesunkenen Nachfrage in Südeuropa muss der Autobauer die Produktion in Eisenach im November für eine Woche stoppen. In der Fabrik in Thüringen läuft neben dem kleinen Corsa der mit viel Hoffnung auf den Markt gebrachte Stadtauto Adam vom Band.

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