Fauchende Motoren, benzingesättigte Luft und aufpoliertes Blech bei der Wörthersee-Tour 2009. autobild.de ist mittendrin und zeigt erste Live-Bilder des größten VW-Treffens der Welt.
Von Andreas Rogotzki und Lars Busemann 6000 aufgemotzte Kompakt- und Mittelklassefahrzeuge direkt im Zentrum, mindestens doppelt so viele drumherum. Ausnahmezustand in der sonst so verschlafene Gemeinde Maria Wörth. Weite Teile Österreichs sind praktisch VW-frei – man trifft sich beim 28.
GTI-Treffen. Eigentlich wäre den Verantwortlichen ja die offizielle Bezeichnung Auto News Wörthersee 2009 wesentlich lieber – anerkannt ist und bleibt bei den Fans aber nur der ursprüngliche Name des Kult-Events. Wie in jedem Jahr kämpfen Offizielle und die Gendarmerie auch 2009 um den Ruf der bei der örtlichen Bevölkerung nicht unumstrittenen Veranstaltung. GTI-Treffen, das heißt für die knapp 600 Einwohner von Maria Wörth, Tür und Tor verrammeln, Lichter aus und ab ins Exil. Waschechte Wörthersee-Tour-Fans teilen die Vorbehalte freilich kaum: Am See regiert eine Woche lang die Wolfsbrut. Wer hier keinen Spaß hat, ist definitiv selber Schuld.
Ein Ritual seit 28 Jahren: Gummi, Gummi, Gummi
Nicht umsonst rücken die Akteure samt aufgedonnertem Blech sogar aus England, den Niederlanden oder Belgien an. Wie Passat-CC-Pilot Johnny Despagne. Der 25-jähriger Belgier saß die 1047 Kilometer auf seiner mit einem Luftfahrwerk tiefergelegten Limo quasi auf einer Pobacke ab. "Den Zirkus lass ich mir nicht entgehen", gibt der Tuner begeistert zu Protokoll. Thema Protokoll: Die Abläufe beim GTI-Treffen sind mindestens so tief in Granit gemeißelt, wie der seit 1989 installierte Stein-Golf. Anrollen, ordentlich auf die Tube drücken und die
Kupplung Stück für Stück an die Belastungsgrenze führen. Ein Wörthersee-Ritual, das sich auch in Zukunft nicht ändern wird. Das weiß auch
Richard Saurer, der Gewinner des
Pirelli Tuning Award 2008. Der Österreicher ist mit seinen getunten Kisten seit Jahren eine feste Größe beim GTI-Treffen und mit drei scharfen Autos am Start: seinem Sieger-Audi-A3 von 2008, einen brandneuen
Audi R8 in Lamborghini-Gelb und einem verspoilerten 911er Cabrio. "Eigentlich gar nicht so spektakulär", findet der dynamische Schwarzschopf.
Oldies und Youngtimer stehen hoch im Kurs

Eine Tuning-Party ohne Mädels gibt's nicht. Es macht übrigens keinen Unterschied, ob sich die Damen beruflich oder privat engagieren.
Abgesehen von massig Golf der aktuellen Generationen ist die Modellvielfalt vor allem bei Typen aus den Achtzigern und früher ganz enorm.
Ur-GTI , Derby, Polo und alte
Audi stehen bei den Schraubern hoch im Kurs. Dagegen ist die Ausbeute an topaktuellen Golf VI und
VW Scirocco entgegen aller Erwartung überschaubar. Wahrscheinlich gibt's noch nicht genug Spoiler und anderes Zubehör. Oder liegts an den Tunern? Insider munkeln, es fehle am Budget für neue Entwicklungen. Berührungsängste mit Selfmade-Methoden kennen Vollblut jedenfalls nicht. Kucken, messen und passend machen lauten die klaren Ansagen der Bastler. Klaren Ansagen sehen sich auch die Cruiser unter den Teilnehmern ausgesetzt. Allgegenwärtige Bordstein-Jurys zücken recht ungeniert die Notentafel für den vorbeirollenden Umbau. Stößt der auf breite Zustimmung, gehen die Daumen hoch. Bedankt wird sich der Traditon entsprechend mit rauchenden Gummis.
28. Jahre Tradition
Sind Mann und Maschine platt, laufen die mitgereisten Mädels zur Hochform auf. Die Party-Area lockt mit Live-Musik vom DJ-Pult und ausgelassener Stimmung. Event-Moderatorin Katharina Kuhlmann heizt dem zwischenzeitlich nachgerücken männlichen Partyvolk mit lockeren Sprüchen ein. Ein, zwei Kaltgetränke und die Fete endet erst zu später Stunde. Coole Party, geile Kisten und bestens gelaunte GTI-Fans – auch im 28. Jahr bricht die VW-Community nicht mit bewährten Traditionen. Fazit: VW ist da.
Audi und
Seat sind da. Den Fans wurde eine neue
Golf GTI-Studie präsentiert. Die meisten der bis Samstag erwarteten über 100.000 Besucher werden auf ihre Kosten kommen. Garantiert.