Die zehn Cockpit-Trends von morgen

Die zehn Cockpit-Trends von morgen

Auto Salon Genf 2017: Connected Car

— 13.03.2017

Zehn Cockpit-Trends von morgen

Mehr Bildschirme, Eyetracking, Connectivity: AUTO BILD zeigt zehn Trends vom Genfer Autosalon, die schon morgen ins Serien-Cockpit kommen!

Wir kennen sie als Virtual Cockpit, i-Cockpit oder Active Info Display. Doch hinter den phantasievollen Namen der Hersteller stecken eine überschaubare Anzahl an Anbietern für Hard- und Software für Infotainmentsysteme an Bord. Neben Bosch ist einer der größten Marken in diesem Segment Harman. Produkte von Harman in Form von Displays und Speichersystemen finden wir bei BMW, Fiat, Renault und auch VW. "BMW führt Wireless CarPlay ein!" Naja, eigentlich steckt dahinter Harman und VW könnte mit den gleichen Hardware-Komponenten mitziehen. Warum sie es nicht tun? Deals und Firmenpolitik sind  die Gründe. Doch das soll uns nicht weiter interessieren. Viel spannender ist, was BMW, VW, Fiat und Co in naher Zukunft alles im Bereich Connectivity können. Und dazu müssen wir nicht auf irgendwelche Studien warten, sondern schauen, was Bosch und Harman auf ihren Ständen Genf (noch bis 19. März) uns bereits heute verraten. Doch wir reden nicht über drei oder fünf Jahre bis Marktstart. Diese Neuerungen könnten noch in diesem Jahr bei Fiat oder BMW in Serie gehen.

Die Neuheiten vom Genfer Autosalon 2017

1) Zweitbildschirm: Analog ist out

Inhalte auf den Bildschirmen verschieben: Der neue Audi A8 wird genau das können.

Der Trend geht zum Zweitbildschirm: Nur noch wenige neue Autos haben ein voll-analoges Kombiinstrument. Neben Analog-Digital-Kombinationen gibt es immer mehr volldigitale Anzeigen direkt vor dem Lenkrad. So zum Beispiel beim Hyundai FE Fuel Cell Concept in Genf, wo das digitale Kombiinstrument fast schon eins mit dem Hauptbildschirm in der Mittelkonsole wird. 2018 könnte das bereits bei den Koreanern in Serie gehen. Der Vorteil digitaler Anzeigen: Hersteller können alle Modelle mit einem Displaytyp bestücken und die Grafiken individuell anpassen lassen. Harman zeigt das mit einem Wechsel von der Anzeige des Fiat Pacifica auf die Tachoanzeige von Maserati. Im nächsten Schritt werden Hauptbildschirm und digitales Kombiinstrument inhaltlich stärker verknüpft. Per Fingerwisch könnten Menüs dann auf das Display hinterm Lenkrad wandern. So demonstriert Harman, wie sich Musikanzeigen oder Navigationsdaten verschieben lassen. In Serie wird das zunächst im neuen Audi A8 funktionieren.

2) Drittbildschirm: Auch das Klimabedienteil wird digital

Wo wir schon beim nächsten Audi A8 sind: Als eines der ersten Serienmodelle bekommt die Oberklasse-Limousine einen dritten Bildschirm unter dem Hauptbildschirm. Der übernimmt dann unter anderem Funktionen vom Klimabedienteil. Echter "Vorsprung durch Technik" ist dieser Schritt aber nicht: Land Rover kam den Ingolstädtern mit dem Range Rover Velar zuvor. Das SUV setzt ebenfalls auf den Drittbildschirm, kombiniert ihn allerdings noch mit zwei analogen Drehreglern.

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3) Lenkrad-Touchscreens: Sensitive Flächen wie auf dem iPhone 7

Und noch etwas integriert der Velar recht gekonnt: Touchscreens auf den Lenkradspeichen. Über die sensitiven Flächen lässt sich durch die Menüs navigieren, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Mercedes setzt diese Technik bereits in Verbindung mit weiteren Knöpfen in der E-Klasse ein. S-Klasse und Co werden folgen. Beim nächsten Audi A8 sieht es auf den ersten Blick zwar nach einer Sammlung von Knöpfen aus, tatsächlich handelt es sich dabei aber ebenfalls um berührungssensitive Flächen. Schwer vorzustellen? Dann probieren Sie das nach Möglichkeit mit dem Homebutton des iPhone 7 aus, da kommt die gleiche Technik bereits zum Einsatz.

4) Ultraschallflächen: Touchscreen simuliert Tasten

Einfach nur "blind" auf dem Bildschirm mit dem Finger wischen, das war gestern. Die Touchscreens von morgen geben per Ultraschall ein haptisches Feedback. Damit lassen sich unterschiedliche Oberflächen simulieren. Bosch hatte dazu bereits eine erste Studie zur Technikmesse CES 2016 gezeigt. Audi dürfte mit dem A8 das erste Serienmodell mit den neuen Flächen bringen.

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5) Demnächst mit Haptik: Gestensteuerung auf neuem Level

BMW und VW haben bereits Gestensteuerung an Bord, etwa im 5er oder im Golf 7 Facelift – dort funktioniert das Ganze über eine Kamera. Bosch zeigt, wie per Ultraschall ebenfalls Gestensteuerung Einzug erhalten kann. Ein Vorteil dabei: Man spürt den Bereich zum Agieren wie einen leichten Windzug.

6) Eyetracking: Blickverfolgung kommt 2018

Mit Eyetracking könnten sich bald viele Handgriffe erledigt haben. Ein kurzer Blick in Richtung eines Symbols auf dem Display reicht, um es zu aktivieren. Bei VW wird vermutlich 2018 die Bedienung des zukünftigen "Active Info"-Displays durch Eyetracking unterstützt. Ruft man zwei Menüs im Display auf, so erkennt das System, ob der Blick gezielt auf das linke oder rechte Menü gerichtet wird und wählt dieses sofort an. Das erspart Zwischenschritte. Bosch veranschaulicht die Blickverfolgung mit seiner Studie in Genf.

7) Voicecontrol: Ihr Auto versteht Sie bald besser

Sprachassistenten sollen zukünftig besser funktionieren. Immer noch gibt es bei den Systemen der Autohersteller Probleme mit der Verständlichkeit und der Umsetzung, wenn zum Beispiel ein Befehl nicht in einer bestimmten Reihenfolge gegeben wird. Apples "Siri", Amazons "Alexa" und Microsofts "Cortana" sind da bereits viel cleverer, weil sie mit einer Cloud verbunden sind und ständig dazulernen. Daher verkündete Mercedes Anfang 2017 eine Kooperation mit Google Assistance, Ford und VW wollen mit Amazons "Alexa" arbeiten. Harman zeigt in Genf, wie Microsoft Cortana Termine abstimmt und ins Navi überträgt. Der Sprachdienst könnte aber auch beim Bedienen von Fahrzeugfunktionen helfen. Nissan wird den Microsoft-Sprachdienst vermutlich noch Ende 2017 in ausgewählten Modelle einführen. Auch BMW will Cortana ausprobieren.

8) Connectivity: Kampf zwischen Handy und Auto

Fiat könnte bald Android Auto als feste Benutzeroberfläche einsetzen.

Apps kommen mittlerweile bei vielen Herstellern über Apple CarPlay und Google Android Auto vom Handy ins Fahrzeug. Auch wenn Seat es kürzlich geschafft hat, eine eigene App bei CarPlay zu platzieren, lassen Apple und Google nur wenige Anwendungen im Auto zu. Konsortien wie MirrorLink (VW, Seat, PSA usw.) und SmartDeviceLink (Ford, Toyota, Mazda usw.) umgehen das Problem mit eigenen Softwarelösungen, wobei sie entscheiden, welche Apps funktionieren dürfen. Auf der anderen Seite gibt es Hersteller wie Volvo, BMW und Mercedes, die lieber gleich diverse Apps ins Auto bringen – ohne, dass ein Smartphone angeschlossen werden muss. Welche Lösung sich durchsetzen wird, ist noch nicht abzusehen. Interessant ist der Ansatz von Fiat: In Zusammenarbeit mit Google wurde die neueste Generation von UConnect mit Android Nougat kombiniert. So lässt sich leichter zwischen Android Auto und dem Fiat-System wechseln. Harman zeigt, wie im nächsten Schritt eine komplette Benutzeroberfläche im Stil von Android Auto aussehen könnte.

9) KI: Künstliche Intelligenz soll uns unterstützen

Die ständige Verbindung mit einer Cloud lässt unsere Autos bald klüger werden. Zusammen mit IBM will BMW an der künstlichen Intelligenz (KI) forschen. Auch General Motors arbeitet mit dem IBM-Programm "Watson". Das Ziel: Neben einer Verbesserung der Assistenssysteme soll die Personalisierung des Autofahrens zunehmen. Harman zeigt, wie Augmented Reality diverse Punkte in der Fahrzeugumgebung checkt, erkennt und dem Fahrer Empfehlungen gibt. "Es sind über 30 Grad, willst Du einen Eiscafé bei Starbucks in der Nähe trinken?" und "Deine Medikamente sind in der nächsten Apotheke abholbereit, soll ich sie in die aktuelle Route einberechnen?" Das könnten künftig mögliche Fragen sein, die einem das Auto stellt.

10) Benutzerkonten: Vorbild Apple ID

Die Apple-ID hat es vorgemacht, jetzt ziehen auch Autohersteller wie VW nach. Das Prinzip ist simpel: Jeder kann per Smartphone die Einstellungen von einem Benutzerkonto in verschiedene Autos bringen. Meldet sich der Fahrer mit seiner User-ID über sein Handy an, übernimmt das System vorkonfigurierte Einstellungen für den Homebildschirm, die Sitze, das Ambientelicht oder die Playlist. Harman hat auch dazu ein Beispiel auf dem Genfer Messestand, das unweigerlich an die VW ID erinnert.

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