Auto Shanghai 2007

— 20.04.2007

Die Show der Gegensätze

China zeigt Plagiate ohne Ende, der Westen schüttelt heiße Studien aus dem Ärmel. Erste Eindrücke von der Auto Shanghai 2007.
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Von Jan Kriebel Gegensätzlicher könnte eine Automesse wohl kaum sein. Auf der einen Seite die chinesischen Hersteller wie Great Wall, Chery und Roewe, die ausländische Modelle kopieren, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt (siehe Bildergalerie). Ob Toyota Yaris, Daihatsu Materia oder Fiat Panda, vor den Fälschern aus Fernost ist offenbar niemand sicher. Auf der anderen Seite: die deutschen Premium-Hersteller Audi und BMW. Beide sind in China mit absoluten Weltneuheiten am Start – Cross Coupé quattro und das Concept CS zeigen Mut zu neuer Linienführung und technologische Spitzenleistungen vom Feinsten. So schlägt im Audi ein Umwelt-Herz in Form eines extrem sparsamen Bluetec-Diesels, der BMW trumpft mit 600 PS aus einem neu entwickelten V12-Aggregat auf.

BMW Concept CS: der wohl dickste China-Böller aus Bayern.
BMW Concept CS: der wohl dickste China-Böller aus Bayern.
Dass Audi und BMW ihre heißen Eisen gerade im fernen Shanghai präsentieren, hat seinen Grund. Immerhin ist China der zweitgrößte Automarkt der Welt und verbuchte 2006 stolze 4,26 Millionen Pkw-Verkäufe. Ein Ende ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Noch im Jahr 2007 könnte die Grenze von fünf Millionen Neuzulassungen geknackt werden. Die deutschen Marken profitieren von diesem Wachstum mit einer Zunahme ihres Marktanteils um zwei Prozentpunkte auf jetzt 17 Prozent. Unter den zehn meistverkauften Modellen befinden sich gleich drei deutsche (VW Passat, Jetta und Santana). So verwundert es nicht, dass auch die Wolfsburger auf Chinas größter Automesse wieder stark vertreten sind: Mit den Öko-Helden Polo BlueMotion und Touran EcoFuel werden sie dem Messe-Motto "Technology and Nature in Harmony" gerecht, dazu gibt's den Asia-Passat Magotan als prädestiniertes Volumenmodell für chinesische Straßen.

GM erobert China: Der Buick Park Avenue steht in Shanghai.
GM erobert China: Der Buick Park Avenue steht in Shanghai.
Der US-Autoriese General Motors (GM) ist ebenfalls im Reich der Mitte vetreten und bereit, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Die Amis zeigen ein neues Antriebs-Konzept der Studie Chevrolet Volt sowie die fünf Meter lange Limousine Park Avenue und das Riviera Concept Coupé – beide von Konzerntochter Buick. Weiter geht der Messerundgang zu Mini und Rolls-Royce. Die BMW-Marken starten mit Cooper und Cooper Cabrio bzw. Phantom Drophead Coupé in die neue China-Saison. Aber das war natürlich längst nicht alles. In der Bildergalerie gibt es weitere Neuheiten – und spektakuläre Kopierversuche – von der Auto Shanghai 2007.
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