So geben Sie richtig Starthilfe

So geben Sie richtig Starthilfe

Auto überbrücken: Starthilfe geben

— 05.01.2018

Darauf bei Starthilfe achten

Die Autobatterie ist leer, der Wagen springt nicht an. Was jetzt hilft: Den Wagen überbrücken. AUTO BILD erklärt, worauf es bei der Starthilfe ankommt, und welche Fehler nicht passieren sollten.

Starthilfe geben: Anleitung und richtige Ausrüstung
Batterie nach Überbrücken wieder aufladen
Auto mit Zigarettenanzünder überbrücken?

Schnell-Übersicht: Starthilfe - die richtige Reihenfolge


Wenn es Winter wird und das Thermometer die ersten Minusgrade anzeigt, sind die Pannenhelfer wieder im Dauereinsatz, um Autos zu überbrücken. Die tiefen Temperaturen machen den Batterien zu schaffen. Und wenn der Akku erst mal leer ist, springt der Wagen ohne Starthilfe nicht mehr an. Die kann man sich aber auch ganz einfach selbst besorgen, denn das Überbrücken eines Autos ist kein Hexenwerk. Alles was dazu benötigt wird, sind geeignete Starthilfekabel und ein Spenderfahrzeug. Wichtig ist: Beide Batterien müssen die gleiche Spannung haben (Pkw: zwölf Volt), und die Autos dürfen sich nicht berühren (Kurzschlussgefahr!). Sollte sich unter der Motorhaube keine Batterie befinden, ist das kein Grund zur Panik – viele neue Autos wie die Mercedes C-Klasse haben keine Batterie im Motorraum, dafür Plus- und Minuspol. Im Zweifelsfall gibt die Betriebsanleitung des Autos Hinweise zum richtigen Vorgehen.

Starthilfe geben: Anleitung – so geht's

Die Starthilfekabel müssen in der richtigen Reihenfolge angeschlossen werden, ansonsten können die Batterien Schaden nehmen.

Für die Starthilfe müssen bei ausgeschalteten Motoren zuerst die beiden Pluspole der Batterien mit dem roten Kabel verbunden werden – und zwar zuerst am Spenderauto, dann am Auto mit der entladenen Batterie. Welcher Pol der Pluspol ist, ist in der Regel an entsprechenden, meist in Kunststoff eingearbeiteten Symbolen auf der Batterie zu erkennen. Anschließend wird das schwarze Starthilfekabel zunächst an den Minuspol des Spenderfahrzeugs und dann an einen Massepunkt des Liegenbleibers angeschlossen (zum Beispiel ein Metallteil im Motorraum oder direkt am Motorblock). Das Einhalten dieser Reihenfolge ist von großer Bedeutung, denn andernfalls könnte die Batterie beschädigt werden. Tipp: Wer seine Starthilfekabel mit Klebeband fixiert, erspart sich Kabelsalat im Auto. Ist alles richtig angeschlossen, kann der Motor des Spenderfahrzeugs und anschließend der Motor des Empfängerwagens gestartet werden. Achtung: Nicht länger als 15 Sekunden anlassen, danach sollte man eine Minute warten.

Das richtige Starthilfekabel ist wichtig

Klappt es mit dem Überbrücken nicht, kann das auch an der Ausrüstung liegen, denn neben der richtigen Vorgehensweise sind auch geeignete Kabel für die Starthilfe wichtig. Ein zu kleiner Kabelquerschnitt kann einem schon einen Strich durch die Rechnung machen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der Querschnitt einen Durchmesser von mindestens 16 mm² aufweisen. Bei Autos mit größerem Hubraum (über 2,5 Liter) sollte der Durchmesser sogar 25 mm² betragen. Auch ein zu schwaches Ladekabel kann eine Ursache dafür sein, dass es mit dem Überbrücken nicht klappt. Empfehlenswert sind deshalb Starthilfekabel, die der DIN-Norm 72.553 bzw. ISO-Norm 6722 entsprechen.

Nach geglückter Starthilfe Batterie laden

Da die Starthilfe-Ausrüstung in der Regel im Winter zum Einsatz kommt, rät der ADAC außerdem auf Biegsamkeit des Kabels zu achten, da das Material bei kalten Temperaturen verhärtet. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten die Polzangen komplett aus Kunststoff bestehen, nur die Zangenspitzen dürfen aus Metall sein. Nach dem Überbrücken müssen die Starthilfekabel in umgekehrter Reihenfolge entfernt werden. Da hierbei Spannungsspitzen entstehen können, ist es ratsam im überbrückten Auto einen starken elektrischen Verbraucher (z.B. Heckscheiben-Heizung) einzuschalten, um diese abzufangen. Anschließend muss die Batterie wieder aufgeladen werden. Dafür eignet sich am besten eine längere Strecke über Land, das Fahren im Stadtverkehr ist nicht ausreichend.

Auto mit Zigarettenanzünder überbrücken?

Der 12-Volt-Stecker ist für vieles geeignet – aber nicht zum Überbrücken eines Autos.

Viele Geschäfte und Online-Händler werben mit Starthilfekabeln, die die Autobatterie ganz einfach über den Zigarettenanzünder wieder aufladen sollen, ohne extra die Motorhaube öffnen oder sich mit irgendwelchen Polen herumschlagen zu müssen. Dabei werden mit einem speziellen Kabel die 12-Volt-Buchsen des Spender- und Empfängerautos miteinander verbunden. Anschließend wird der Motor des Spenderautos gestartet und mindestens zehn Minuten laufengelassen. Währenddessen soll sich die leere Batterie wieder aufladen. Der ADAC rät jedoch davon ab, da diese Form der Starthilfe oft nicht funktioniert und zudem die Umweltbelastung durch den laufenden Motor wesentlich höher ist als beim üblichen Überbrücken. Zwar werden bereits Lösungen angeboten, die den Strom wesentlich schneller übertragen sollen, doch auch hier mahnt der Automobilclub: Für diese hohen Ströme seien die Zigarettenanzünder nicht ausgelegt. 

Schritt für Schritt: Die richtige Reihenfolge bei der Starthilfe

1. Die Klemme des roten Starthilfekabels an den Pluspol des Spenderfahrzeugs anschließen.

2. Die zweite Klemme des roten Kabels mit dem Pluspol der entladenen Batterie verbinden.

3. Das schwarze Kabel mit der Klemme am Minuspol (auch Massepol) der Spenderbatterie anklemmen.

4. Die zweite Klemme des schwarzen Kabels an einem Massepunkt des Empfängerwagens befestigen.

5. Den Motor des Spenderfahrzeugs starten.

6. Den Motor des Empfängerfahrzeugs starten.

7. Nach dem Start die Kabel in umgekehrter Reihenfolge entfernen (Masse Empfängerauto, Minuspol Spenderauto, Pluspol Empfängerauto, Pluspol Spenderauto).


Wie das Auto richtig überbrückt wird, ohne dabei Schaden zu nehmen, zeigen wir auch noch einmal Schritt für Schritt in der Bildergalerie und im Video.
Autobatterien im Test: Die besten Akkus

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