Auto-Urlaub 2003

Fit auf Reisen Fit auf Reisen

Auto-Urlaub 2003

— 20.06.2003

Fit auf Reisen

Stressfreies Fahren auf langen Strecken? Das klappt um so besser, je mehr das Auto "mitdenkt". Ein Mercedes-Test zur Konditionssicherheit.

Was das Fahrverhalten beeinflusst

Stadtverkehr München Zentrum. Lieferverkehr am Vormittag, dazu Nieselregen. Mein preußischer Orientierungssinn und die Ansagen des Navigationsgerätes kommen auf keinen gemeinsamen Nenner. Wieso schickt mich die Computerstimme jetzt Richtung Salzburg? Ich will doch Richtung Bodensee!

Ich spüre meinen Pulsschlag mehr als sonst. Verflixt, wieso springt dieser Typ ausgerechnet jetzt hinter dem Auto vor? Einmal kräftig auf die Bremse, passt. Der Mann erschrickt und hebt entschuldigend die Hand. Alles gut gegangen, aber mein Puls tickert jetzt noch mal mehr. Das werde ich später in der Auswertung des Pulsfrequenzmeters wieder finden.

Test zur Konditionssicherheit nennt sich mein heutiger Ausflug in einer E-Klasse von Mercedes-Benz. Konditionssicherheit meint vor allem meine physische und psychische Verfassung. Also zum Beispiel, ob ich ausgeschlafen bin. Bin ich, wie ein Pupillentest gezeigt hat. Wenn auch nur so eben, ich habe schlecht geschlafen. So etwas kann das Fahrverhalten beeinflussen. Genauso eine Feier am Abend, ein Bierchen zuviel oder eine nicht ausgestandene Grippe.

Mehr Technik = mehr Erleichterung

Alles kann das Fahrverhalten negativ beeinflussen. Sprich meine Kondition reicht zwar aus Lenkrad und Bremse zu bedienen, aber bei einer Gefahrensituation mache ich möglicherweise schneller Fehler als sonst. Deshalb richtet Mercedes-Benz sein Entwicklungsziel für mehr Konditionssicherheit auf technische Maßnahmen. Nach dem Motto: Haben wir schon auf den Fahrer – Gesundheit, Fitness, Tagesform – keinen Einfluss, versuchen wir wenigstens das Fahrzeug so komfortabel wie möglich zu machen.

Je mehr technische Hilfen der Fahrer hat, umso sicherer ist er unterwegs. Und kann selbst im körperlich angespannten Zustand noch schnell und zuverlässig auf eine schwierige Situation im Verkehr reagieren. Kaum habe ich München hinter mir, geht mein Puls wieder auf ein normales Maß zurück. Autobahn ohne Tempolimit. Mit gut 200 km/h reise ich bei mäßigem Verkehr entspannt in der E-Klasse dahin.

In der Auswertung wird sich später kaum ein Anstieg der Herzfrequenz zeigen. Durch zwei Abschnitte Bundesstraße mit Gegenverkehr ohne Überholmöglichkeit sinkt sogar die Frequenz. Kein Wunder, mir sitzt kein Termin im Nacken, die Navigation zeigt immer geradeaus Richtung Lindau und die Sonne schlüpft immer mehr aus den Wolken. Der Scheibenwischer huscht nur noch selten über die Scheibe.

Langstreckenkomfort kann man erfahren

Konditionssicherheit, das ist zum Beispiel der Regensensor. Der tritt automatisch in Funktion, wenn Nässe auf die Scheibe gelangt. Das erspart dem Fahrer zwar nur einen Handgriff zum Schalter. Aber das kann gerade die Sekunde sein, wenn beide Hände am Steuer sein sollten, um sicher ein plötzlich auftauchendes Hindernis zu umfahren. Beispiel Fahrlicht-Assistent. Der nimmt die Entscheidung ab, wann es zu dunkel ist. Eine Tatsache, die dem Fahrer vielleicht gar nicht so schnell bewusst ist, wenn die Dämmerung nur langsam zunimmt.

Beispiel Tempomat. Die eingestellte und erlaubte Geschwindigkeit wird automatisch gehalten. Der Fuß muss nicht krampfhaft dieselbe Stellung auf dem Gaspedal halten, die Augen nicht dauernd die Tachonadel kontrollieren. Das alles macht Fahren entspannter, erhöht die Konditionssicherheit und aktive Sicherheit.

Dazu gehören auch alltägliche Dinge beim Fahren, wie sie jeder Autofahrer gewohnt ist. Zum Beispiel bequeme Sitze, ein niedriger Geräuschpegel, ausreichende Klimatisierung und gute Sicht. Eine ausgewogene Gesamtabstimmung aller Faktoren ist die Voraussetzung für ein stressfreies Fahren und echten Langstreckenkomfort.

Jojo-Effekt beim Heißhunger unterwegs

Den genieße ich vor allem auf meiner Reise nach dem Grenzübertritt zur Schweiz. Zwar schlägt mein Herz einen Takt schneller angesichts der Zöllner, doch mein Gewissen ist rein. Ein gnädiges Nicken der Uniformierten und ich darf ins Eidgenossenland. Dort sind die Autobahnen frei, allerdings auf Tempo 120 limitiert. Zeit für die Distronic, mein Abstandsradar. Damit "hänge" ich mich an einen vorausfahrenden Schweizer einfach an. Bremst der ab, schaltet auch mein Benz runter.

Beschleunigt der wieder auf 120, zieht der Schwabenpfeil sauber mit. Wie von Geisterhand. Das verschafft mir zwar nicht Zeit für ein Schläfchen hinterm Steuer, aber ich kann mich voll aufs Verkehrsgeschehen konzentrieren, ohne ständig Tacho und Gaspedal kontrollieren zu müssen. Angenehme Erfahrung. Gemütlich rolle ich zum Mittagessen.

Essen gehört zu einer langen Reise wie zu einem Arbeitstag. Denn wer stundenlang konzentriert am Steuer sitzt, der braucht Energie. Gute Energie. "Vorsicht bei allen Süßigkeiten", warnt Ernährungswissenschaftlerin Susanne Wendel. Das provoziere den Jojo-Effekt. "Sinkt der Blutzucker, werden wir unkonzentriert und kriegen Hunger – der Körper will Energie. Schokolade oder Cola enthalten viel Zucker, schnelle Energie. Die ebenso schnell wieder verbraucht ist. Folge: wir haben rasch wieder Heißhunger."

Tunnel und Kurven sind Stressfaktoren

Deshalb empfiehlt die Ernährungsberaterin Obst und Gemüse, Studentenfutter, Fruchtsaftschorlen und Mineralwasser als Reiseproviant. Dadurch ändere sich der Blutzuckerspiegel kaum und die Konzentration werde langfristig gefördert. "Fett macht faul und Red Bull verleiht keine Flügel", ist ihre Erkenntnis. Deshalb auf die Kräuterbutter beim Steak verzichten und auch nicht auf die aufputschende Wirkung von Kaffee vertrauen.

Nach einem gesunden Pasta-Teller plus Apfelsaftschorle gehe ich auf die letzte Strecke Richtung Lugano. Eine aufregende Strecke inklusive San-Bernandino-Tunnel. Im dunklen Schacht steigt bei vielen Autofahrern die Pulsfrequenz an. Tunnelphobie nennt sich das Symptom, die Angst vor der dunklen Röhre. Doch bei mir zeigt sich kaum Veränderung, der berühmte Tunnel macht mir nix. Auch die anschließende Serpentinenstrecke mit Gefälle beeindruckt meinen Herzschlag nicht – keine erhöhte körperliche Anstrengung bei mir. Erst in Lugano pulst es dann noch mal stärker, als der Stadtverkehr Konzentration erfordert und der Weg zum Ziel trotz Navi nicht auf Anhieb gefunden werden kann. Geschafft. Ein zweiter Test-Blick auf meine Pupillen beweist – jetzt bin ich total wach. Und trotz der 400 Kilometer langen Strecke fast gar nicht gestresst.

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