A40 wird saniert

Autobahn A40 wird saniert Autobahn A40 wird saniert

Autobahn A40 wird saniert

— 12.07.2012

Schnellschuss im Pott

Die Autobahn A40 im Ruhrgebiet wird gerade saniert. Das Besondere daran: Alles passiert in drei Monaten. Sonst dauert eine solche Mammutaufgabe zwei Jahre und ist viel teurer.

(dpa/sb) Wo sonst 80.000 Autos täglich rollen, ist plötzlich Schluss: Der Ruhrschnellweg (A40) bei Essen ist gesperrt. Bauarbeiten, die sonst zwei Jahre dauern, sollen jetzt in drei Monaten erledigt werden. Das Projekt könnte ein Modell für andere Straßen-Sanierungen sein. Die monatelange Komplettsperrung der Verkehrsschlagader Ruhrschnellweg ist ohne Probleme angelaufen. Die Bagger kamen beim Abbruch einer Autobahnbrücke so schnell voran, dass die geplante Nachtschicht ausfallen konnte, berichtete eine Sprecherin. Auf den Straßen in und um Essen gab es keine Behinderungen durch die Sperrung der Autobahn 40.

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Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) und die Projektleiterin von Straßen-NRW, Annegret Schaber auf einer Brücke über der A40 in Essen.

Bis Ende September stehen auf dem gesperrten Autobahnabschnitt unterschiedliche Bauarbeiten an. Die Planer erwarten Einsparungen in Millionenhöhe. Als "die Frau, die die Autobahn sperrt", hat die 54-jährige Bauingenieurin Annegret Schaber die Fäden bei einem bundesweit weitgehend einmaligen Projekt in der Hand. Ein Wagnis: Täglich müssen sich tausende Autofahrer und Brummi-Kapitäne einen Schleichweg suchen – notfalls quer durch die Essener Innenstadt oder auf einer der großräumig ausgeschilderten Umleitungsstrecken.

Die längsten Autobahn-Baustellen

Stau Baustellengrafik Baustellengrafik

Auf der Autobahn 40 wird in Essen eine Brücke abgerissen.

Mit der Idee einer dreimonatigen Vollsperrung als Alternative zu einer sich über mindestens zwei Jahre hinziehenden Dauer-Großbaustelle sei man zunächst auch auf Unverständnis gestoßen, berichtet die Projektleiterin. "Die sagten alle, die sind ein bisschen verrückt", erinnert sie sich. Schließlich sei die Überzeugungsarbeit bei den Verantwortlichen von Bund, Land, Bezirksregierung und der Stadt Essen jedoch erfolgreich gewesen. "Wenn die anderen keine besseren Argumente haben, dann hat man gewonnen", sagt sie. Ihr bestes Argument für die Sperrung: Nach nur drei Monaten ist alles vorbei. Erst Ende Mai waren die staugeplagten Autofahrer auf der A40 im nahe gelegenen Dortmund von einer Dauerbaustelle erlöst worden – nach fast sieben Jahren Bauzeit. Zuletzt hatte sich die Fertigstellung wegen des Funds eines Saurierskeletts verzögert.

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"Das ist wohl das erste Mal, dass eine Autobahn über so einen langen Zeitraum gesperrt wird", meint Schaber. Das Projekt werde von Verkehrsexperten aus ganz Deutschland mit Interesse beobachtet. "Die gewonnenen Erfahrungen sollen dokumentiert werden, um sie bei zukünftigen Planungen von Baumaßnahmen zu berücksichtigen", teilte das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium in Düsseldorf mit. Auch das Bundesverkehrsministerium habe diesem Piloten "interessiert" zugestimmt.
In der Rekordzeit von drei Monaten stehen für rund 17 Millionen Euro neben der Erneuerung der Fahrbahndecke und einer kompletten Autobahnbrücke auch die sicherheitstechnische Ertüchtigung eines in die Jahre gekommenen Tunnels auf dem Programm. Seit zwei Jahren wurde die Autobahn-Sperrung im Detail geplant. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen. Dauerregen im September wäre ein "Horror-Szenario". Und um wirklich sicher zu gehen, wurden mit den beteiligten Baufirmen Strafzahlungen von bis zu 10.000 Euro pro Tag bei Terminüberschreitungen vereinbart.

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