Autobahnstunts

Autobahnstunts Autobahnstunts

Autobahnstunts

— 17.12.2007

Alles nur ein (Kinder-)Spiel?

Große Sprünge auf dem Bildschirm: drängeln, rammen, springen. Im Film und im Videospiel sieht das alles so leicht aus. Funktioniert es in der Realität überhaupt?

Die A 46 ist vollkommen leer an diesem Morgen, und dennoch geht es nicht voran. 56 Kilometer bis Düsseldorf verspricht das Autobahnschild, aber das hat es eben auch schon getan. Und das davor ebenfalls. Man könnte ewig fahren und würde doch nie ankommen. Deutschlands seltsamste Autobahn ist nur 2,3 Kilometer lang und hört nie auf, denn sie hat an beiden Ende eine Wendeschleife. Das Straßenstück bei Aldenhoven (Nordrhein-Westfalen) heißt offiziell "Film + Test Location" (FTL) und ist Europas größte Filmkulisse für Autobahnszenen. Hier entstehen unter anderem die Fahraufnahmen der RTL-Serie "Alarm für Cobra 11".

Stuntmänner lieben Franzosen-Fahrwerke

Auf dieser Straße nach nirgendwo treffen wir uns mit den Stuntmännern der Produktionsfirma "action concept". Wir wollen erfahren: Wenn ein Auto hundert Meter durch die Luft fliegt wie im Film oder ein anderes durch ein Drücken am Heck umdreht wie im Videospiel – ist das eigentlich realistisch? Das mit dem Umdrehen ist schnell geklärt: Die Stuntmänner Christopher Domanski (36) und Thomas Katzmann (35) springen in zwei alte 5er-BMW (E34) und jagen die Film-Autobahn entlang. Als Katzmann dem vor ihm fahrenden Domanski sanft ins Heck drückt, reagiert dieser blitzschnell: Handbremse ziehen, leichte Bewegung am Steuer, wieder gerade lenken, Handbremse lösen, fertig. "Es gibt noch andere Methoden, ein Auto um 180 Grad zu drehen", erklärt Domanski, "aber so hat man die größte Kontrolle." Wobei wohl klar ist, dass so etwas nur Profis machen – auf abgesperrten Strecken.

Hoch hinaus: Mit 75 km/h bringt der Stuntman den 5er zum Fliegen.

Thomas Katzmann schreitet nun die Autobahn ab und kommt vor einem imposanten Gebilde aus Paletten, Holzbalken und einem Lkw-Auflieger zum Stehen. Es ist die 1,70 Meter hohe Rampe, auf der der 5er gleich das Fliegen lernen soll. "Schwierig ist nicht nur der Sprung selbst, sondern auch die Anfahrt. Ich habe mir mal schwer das Rückrat gestaucht, weil der Wagen auf der Rampe abrupt und hart eingefedert ist." Deshalb bevorzugen Stuntmänner Fahrwerke mit weicher, körperschonender Abstimmung wie bei französischen Autos. Es wird ernst: Katzmann fährt mit 75 km/h auf die Rampe, hebt ab – und kippt trotz 75 Kilo Zusatzgewichts im Heck nach vorn. Als der 5er nach 21 Metern aufkommt, springen die Warnblinker an. Die Frontschürze hängt nur noch an einer Ecke, die Ölwanne liegt auf der Straße. Thomas Katzmann winkt aus dem Auto, er ist unverletzt, Gott sei Dank. Im Film würde er jetzt einfach weiterfahren, doch im wahren Leben steigt er aus und holt den Gabelstapler – aus eigener Kraft fährt der BMW keinen Meter mehr ...

Alarm für Cobra 11

Seit elf Jahren lassen es die Männer und Frauen von "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei" auf RTL krachen. Die Serie wird komplett von "action concept" aus Hürth bei Köln produziert. Chef der Produktionsfirma ist der Helikopter-Pilot und Stunt-Profi Hermann Joha.

Need for Speed

Es ist ein Klassiker unter den Autorennspielen: 1994 erschien die erste Version von "Need for Speed". Inzwischen hat Hersteller Electronic Arts die elfte Auflage herausgebracht. Im aktuellen Need for Speed: Prostreet können die Spieler Autos tunen und an Straßenrennen teilnehmen. Das Spiel gibt es für den PC und alle gängigen Konsolen. Preis: um die 50 Euro.

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