Acht Tipps: Batteriepflege im Winter

Autobatterie: Leistung, Tausch, Pflege und Funktion

— 22.12.2015

Die Kraft aus dem Akku

Die Autobatterie ist nach wie vor Schuld an den meisten Autopannen. AUTO BILD gibt Tipps zu Kauf, Tausch und Pflege von Batterien – und für Notfälle.

Ohne die Batterie läuft nichts. Nach wie vor führen Probleme mit der Autobatterie die Pannenstatistiken an. Kälte, Kurzstreckenfahrten und nicht abgeschaltete Verbraucher (Licht oder Radio) können dem Akku zusetzen. Wenn Sie eine neue Autobatterie kaufen müssen, ist mit Kosten zwischen 60 und 350 Euro zu rechnen. Der Preis ist zum einen abhängig von der Kapazität des Akkus – gemessen in Amperestunden (Ah). Zum anderen kommt es auf den Batterietyp an. Stärker beanspruchte Akkus wie Start-Stopp-Batterien kosten deutlich mehr.
Autobatterien im Test: Zehn Akkus im Labortest

Autobatterie selber prüfen
Auch ohne ein Spannungsmessgerät kann man den Zustand der Autobatterie schnell überprüfen. Bei ausgeschaltetem Motor wird das Abblendlicht eingeschaltet (Zündung auf ein stellen). Nimmt die Lichtstärke der Scheinwerfer schon nach kurzer Zeit merklich ab, ist dies ein klares Indiz für eine schwache Batterie. Der Test klappt am besten bei Dunkelheit. Exakter ist die Methode mit einem sogenannten Multimeter. Der digitale Spannungsmesser ist bereits für weniger als zehn Euro im Handel erhältlich. Zuerst das rote Kabel an den Pluspol halten, dann das schwarze an den Minuspol. Der angezeigte Wert sollte zwischen 12,4 und 12,7 Volt liegen. Wird ein Wert von weniger als zwölf Volt angezeigt, empfiehlt es sich, die Batterie aufzuladen oder zu tauschen. Das Auto sollte zum Zeitpunkt der Messung mehrere Stunden nicht in Betrieb gewesen sein, ansonsten wird der angezeigte Wert durch die eben noch von der Lichtmaschine geladene Batterie verfälscht.

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Video: Service Batterie

AUTO BILD-Ratgeber

Was generell als Autobatterie oder auch Starterbatterie bezeichnet wird, ist eigentlich keine Batterie, sondern ein Blei-Akkumulator, der im Gegensatz zur Batterie immer wieder aufgeladen wird. Grob unterscheiden kann man zwischen zwei Systemen: Offenen Autobatterien, bei denen destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss (zu erkennen an den aufschraubbaren Stopfen auf der Oberseite), und fest verschlossene, sogenannte wartungsfreie Batterien. Bei Letzteren ist ein Nachfüllen weder nötig noch möglich. Ansonsten sind beide Batterietypen mehr oder weniger baugleich. Die ersten Bleiakkus wurden bereits um 1850 entwickelt; bis heute sind sie in fast jedem Auto als Starterbatterie eingebaut, inzwischen jedoch vor allem die geschlossenen Varianten.

Diese Batterietypen gibt es

Blei-Akkus

Ein Bleiakku besteht an seinem Plus-Pol aus Bleioxid, am Minus-Pol aus einem so genannten Bleischwamm. Zwischen den Polen befindet sich 36 bis 38 prozentige Schwefelsäure. Jede Akkuzelle liefert zwei Volt. In einer Zwöf-Volt-Autobatterie sind daher sechs Zellen hintereinander geschaltet. Das Elektrolyt, also die Schwefelsäure, muss ab und an mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden, um die optimale Leitfähigkeit zu erhalten.

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Die passende Autobatterie kaufen

Wer ganz sicher gehen will, schaut nach, welche Batterie werksseitig ins Auto eingebaut wurde. Zu notieren sind die Maße, die Amperestunden und die Pluspollage (rechts oder links). Ansonsten hilft beim Kauf der Batterie die Typschlüsselnummer des Fahrzeugs: Wer sie im Fachhandel oder im Internet angibt, wird über die passenden Batterietypen informiert. Die Abmessung, die Kapazität und der Preis der Batterie hängen miteinander zusammen. Je mehr Amperestunden, desto größer und auch teurer ist die Batterie in der Regel. Mehr Kapazität kann generell nicht schaden, ist die Batterie jedoch zu groß, passt sie nicht mehr in die vorgesehene Halterung. Eine zu kleine Batterie kann möglicherweise nicht mehr richtig befestigt werden. Zudem genügt sie dem Energiebedarf des Autos nicht. Die sogenannten Kastenmaße der Batterien sind in Europa markenübergreifend genormt. Das Kastenmaß besitzt immer eine Tiefe von 175 Millimetern und eine Höhe von entweder 175 oder 190 Millimeter. Nur die Länge variiert und ist abgestuft: 207, 242, 278, 315 und 353 Millimeter.
Wieviel Amperestunden für welches Auto*
Amperestunden Fahrzeugklasse Preis**
35 bis 50 Ah Kleinwagen (VW Polo, Opel Corsa, ...) ab etwa 40 bis 70 Euro
50 bis 70 Ah Kompaktwagen (VW Golf, BMW 1er, ...) ab etwa 50 bis 100 Euro
60 bis 90 Ah Mittelklasse (Mercedes C-Klasse, BMW 3er, ...) ab etwa 70 bis 150 Euro
90 bis 110 Ah Oberklasse (Audi A8, Jaguar XJ, ...) ab etwa 110 bis 200 Euro
*Faustregel, **AGM-Batterien für Start-Stopp-Funktion können 50 bis 100 Prozent teurer sein

Die Autobatterie darf beim Kauf nicht zu alt sein

Prinzipiell können für alle Fahrzeugtypen moderne Calcium-Blei-Akkus verwendet werden. Autos mit Start-Stopp-Technik benötigen allerdings spezielle und teurere AGM-Batterien (siehe Textstrecke oben), die den Stress der zusätzlichen Starts und daraus resultierenden Entladungs- und Ladungsvorgänge auch verkraften. Bei der Kapazität kann man in der Regel eine etwas höhere Amperestundenzahl wählen, ohne dass sich die Abmessungen ändern. In vielen Autos lässt die Batteriehalterung aber auch ein paar Zentimeter Luft für eine größere Batterie – im Zweifel gibt das Bordbuch Auskunft, oder man misst selbst nach. Zwischen 70 und 80 Amperestunden sind in der Klein- und Kompaktwagenklasse inzwischen gängig. Größere Autos mit vielen elektrischen Helfern, wie etwa der BMW 5er F10, benötigen Akkus mit über 90 Amperestunden. Mercedes lieferte die S-Klasse teilweise mit einer zweiten Batterie aus, die nur für die Komfortfunktionen verantwortlich war.
# Blei-Säure-Batterien
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Autobatterie anlernen: Das sollten Sie wissen

Hilfreich ist eine stärkere Batterie vor allem, wenn nachträglich eine starke Musikanlage verbaut wurde. Denn die stärkeren Boxen und ein großer Verstärker benötigen mehr Saft. Beim Kauf unbedingt auf das aufgedruckte Produktionsdatum achten, denn alte Batterien können Standschäden haben: Wenn sich Schwefelkristalle an den Bleigittern gebildet haben, hat der Akku meist nur noch ein kurzes Leben vor sich.

Die Pflege von Autobatterien

Offene Autobatterien verlangen eine regelmäßige Kontrolle des Säurestands und der Säurekonzentration.

Auch sogenannte wartungsfreie Autobatterien benötigen Pflege. Wichtig ist die regelmäßige Reinigung. Denn setzt sich an den Kontakten feuchter Schmutz ab, entstehen Kriechströme, die die Batterie permanent entladen – auch bei abgestelltem Motor. Bildet sich an den Polen eine Oxidschicht, sollte diese ebenfalls entfernt werden, da die Leitfähigkeit dadurch beeinträchtigt wird. Dazu entfernt man die Klemmen der Batterie und reinigt Pole und Klemmen mit einer kleinen Drahtbürste. Anschließend werden die Pole mit Batteriepolfett oder Batteriepolspray behandelt. Das beugt einer erneuten Korrosion vor. Generell dürfen Autobatterien nicht über einen längeren Zeitraum gekippt werden. Zum Beispiel, wenn ein Fahrzeug im Winter schräg aufgebockt oder auf Rampen gestellt wird, um besser daran arbeiten zu können. Denn auch wartungsfreie Autobatterien können durch das Entlüftungsventil Batteriesäure verlieren. Besonders ärgerlich, wenn die Batterie im Kofferraum verbaut ist. Die verlorene Batteriesäure kann bei wartungsfreien Batterien außerdem nicht mehr aufgefüllt werden. Ist zu viel Säure ausgelaufen, wird ein neuer Akku fällig. Bei den offenen Batterien gehört zur Pflege auch die Kontrolle des Säurestands. Zur Überprüfung dienen Markierungen, die Außen am Batteriegehäuse angebracht sind. Fehlt Flüssigkeit, werden die Verschlussstopfen auf der Oberseite der Batterie aufgeschraubt und der Stand bis zur "Max"-Markierung aufgefüllt. Dazu wird ausschließlich destilliertes Wasser verwendet.

Tiefentladene Batterien

Spezielle Ladegeräte können auch tiefentladene Autobatterien wieder zum Leben erwecken.

Ein Tiefentladen der Batterie, also eine Entladung bis zum Totalausfall, ist bei allen Typen möglichst zu vermeiden. Das kann zum Beispiel passieren, wenn bei Fahrzeugen ohne automatische Abschaltung über Nacht das Licht brennt. Auch über längere Zeit laufende Verbraucher wie das Autoradio, können dem Akku bei ausgeschaltetem Motor den letzten Saft entziehen. Ist eine Batterie tiefentladen, können spezielle Ladegeräte den Akku zwar wieder zum Leben erwecken. Doch eine Garantie, dass die Batterie danach wie gewohnt funktioniert, gibt es nicht. Im Zweifel wird die Anschaffung einer neue Batterie fällig. Auch während der Fahrt sollten die Stromverbraucher schonend eingesetzt werden, um die Batterie nicht unnötig zu belasten. Denn wenn die Batterie häufiger ent- und wieder beladen wird, verkürzt sich ihre Lebensdauer. Daher sollten beispielsweise die Heizung der Außenspiegel oder Heckscheibe nur solange aktiviert sein, wie sie benötigt werden. Schon beim Starten kann man die Batterie schonen, indem man Dinge wie die Heckscheiben-, Außenspiegel- und Sitzheizung, sowie Licht und Radio ausgeschaltet lässt.
Batteriewechsel in zehn Schritten
1. Motor abstellen und alle Verbraucher ausschalten.
2. Radio-Code bereithalten, optional zum Sichern von Sitz- und Spiegeleinstellungen zweiten Akku anschließen.
3. Motorhaube öffnen, Batterieschutzkappen aus Plastik entfernen. In einigen Fällen sitzt die Batterie auch unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum (siehe Betriebsanleitung).
4. Zuerst die Batterieklemmen am Minuspol (schwarzer Kontakt) abschrauben (gesichert mit 8-, 10- oder 12-mm-Muttern). Er darf nicht den Pluspol (roter Kontakt) berühren!
5. Nun Batterieklemme des Pluspols (rot) entfernen.
6. Haltebügel/Haltesicherung der Batterie entfernen.
7. Batterie herausheben. Achtung: Batterie nicht kippen!
8. Neue Batterie einsetzen und den Haltebügel wieder befestigen.
9. Die Pole mit Polfett einstreichen; das vermeidet Korrosion und Leistungsverluste.
10. Zuerst den Pluspol anschließen, danach den Minuspol. Motorhaube schließen und starten.

Autobatterie laden

Ein Fahrzeug braucht zum Anlassen Stromstärken zwischen 400 und 1000 Ampere. Bei Kälte steht der Starterbatterie nur etwa die Hälfte ihrer Kapazität zur Verfügung – der Grund, warum im Winter die Autos häufig nicht mehr anspringen wollen. Besonders oft betroffen sind ältere Batterien, die einen Teil Ihrer Leistungsfähigkeit bereits eingebüßt haben. Eine weitere Ursache, warum Batterien schlapp machen: die Lichtmaschine. Im Normalfall lädt sie bei laufendem Verbrennungsmotor die Batterie auf und versorgt die elektrischen Verbraucher an Bord mit Energie. Sobald die Lichtmaschine nicht mehr ausreichend Strom erzeugen kann, zieht die gesamte Bordelektronik den Strom aus der Autobatterie. Ihre Energiereserven sind dadurch bald erschöpft. Und auch die bereits erwähnten Kriechströme können für einen Totalausfall der Batterie sorgen. Um sich auf die Autobatterie stets verlassen zu können, sollte sie möglichst immer voll geladen sein. Bei längeren Standzeiten empfiehlt sich der Anschluss eines automatischen Ladegeräts, das sich nach einem Ladezyklus automatisch deaktiviert.
Bildergalerien zum Thema:

Ladegeräte im Test

Richtig Starthilfe geben

Fotos: Starthilfe – so geht's richtig

Batterien im Labortest

Autobatterien Banner Banner

Autor: Brigitte Oesterle

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