Autobatterien

Autobatterien

— 06.08.2002

Varta ist – fast – weg

Die Traditionsmarke Varta wurde verkauft an die US-Firma Johnson Control. Einziger Trost: Marke und 3000 Arbeitsplätze in Hannover bleiben erhalten. Vorerst.

Der Batteriehersteller Varta gibt den Großteil seines Geschäfts ab und produziert künftig nur noch Microbatterien. Das Unternehmen kündigte nach dem kürzlichen Verkauf der Sparte Gerätebatterien heute auch die Trennung von seinem Unternehmsbereich Autobatterien an. Bis zum Jahresende soll die US-Firma Johnson Controls die bislang größte Varta-Sparte übernehmen. "In einem von Globalisierung auf Kunden- und Lieferantenseite geprägten Umfeld wurde diese Transaktion notwendig", begründete Varta-Chef Georg Prilhofer den Verkauf der Autobatterien, mit denen Varta 2001 bei 590 Millionen Euro fast die Hälfte seines Umsatzes machte.

Vor einer Woche waren die Gerätebatterien an die US-Firma Rayovac verkauft worden. Ein Personalabbau ist nach Unternehmensangaben zunächst nicht geplant. Der Unternehmenswert der beiden Verkäufe beträgt 570 Millionen Euro, davon entfallen auf die Autobatterien allein 312,5 Millionen Euro. Dies entspreche allerdings nicht dem Verkaufspreis, hierzu sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Varta mit. Prilhofer hatte im Frühjahr angekündigt, für beide Bereiche mit Hilfe von Partnern Lücken in den USA und Fernost schließen zu wollen. Allerdings war ursprünglich von Kooperationen die Rede. Die Suche nach einem Partner für den gesamten Konzern scheiterte, da weltweit keiner der großen Batteriehersteller in mehreren Sparten ausreichend präsent ist.

Johnson Controls und Varta würden sich gut ergänzen, erklärte Prilhofer. Varta beliefere alle europäischen Autohersteller. Johnson sei vor allem in Nordamerika stark. Daneben ist das 1885 gegründete Unternehmen mit Sitz in Milwaukee, das im vergangenen Jahr 18,4 Milliarden Dollar Umsatz erzielte, in der Gebäudetechnik tätig. In Südamerika kooperieren beide bereits seit mehreren Jahren. Der Autozulieferer Bosch werde seine 20 Prozent an der Varta Autobatterie GmbH behalten. Die aus der 1890 gegründeten Accumulatorenfabrik AG (AFA) hervorgegangene Varta AG war mehrere Jahrzehnte von der Industriellenfamilie Quandt (BMW) dominiert worden. Deren Erben hatten als Aktionäre in den 90er Jahren kein großes Interesse an einer strategischen Weiterentwicklung. Wiederholt galt die Varta AG als Übernahmekandidat, während der Vorstand stets die Eigenständigkeit betonte. Nach vier Jahren mit roten Zahlen gelang 1997 wieder der Turn-around. (Reuters)

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