Autobau in Sachsen

Autobau in Sachsen

— 27.10.2004

Luxus aus der Lausitz

Ein Unternehmer aus Grlitz will den High-Tech-Oldtimer "Bufori Mk III" in Sachsen bauen. Ab Frhjahr 2005 soll er vom Band laufen.

"Dieses Automobil braucht kein Mensch"

Der Mann macht sich immerhin nichts vor. "Dieses Automobil", erklrt Stefan Mirembe-Janiszewsky (34) und poliert dabei das vergoldete B auf der langen Motorhaube, "braucht kein Mensch." Abgesehen von ihm selbst. Fr den Jung-Unternehmer aus Grlitz soll der "Bufori Mk III", diese Mischung aus 30er Jahre und drittem Jahrtausend, der Beginn einer Karriere als Autobauer werden.

Mirembe-Janiszewsky, gelernter Energieanlagenelektroniker aus Mecklenburg, verheiratet mit einer Uganderin, will in dem 2000-Einwohner-Ort Schnau-Berzdorf (Oberlausitz) direkt an der polnischen Grenze fr rund drei Millionen Euro eine Fabrik errichten. Dort soll ab Frhjahr 2005 ein Auto in Handarbeit zusammengebaut werden, dessen Name an Bugatti oder Bentley erinnert und dessen Philosophie lautet: Man nehme das Gute von den Klassikern und mache es besser. Ergebnis: Geschmacksache.

So etwa 150 Arbeitspltze will der Macher schaffen. Er mchte "aus Qualittsgrnden" nur Deutsche einstellen, man befinde sich schlielich im Autoland Sachsen. "Made in Germany, mitten in Europa gebaut, fr Kunden aus den USA oder Japan", schwrmt der jungenhafte Pionier. Bislang gehrt er zu der Handvoll Europer, die einen Mk III vor der Tr haben. Auen auf alt getrimmt, innen moderne Technik. Preis: ab 111.777 Euro.

39 Millionen Euro woher nehmen?

Die Geschichte von Bufori beginnt 1986 in Australien. Gerry Khouri baute die ersten drei Modelle fr sich und seine beiden Brder. Das Auto erregte Aufsehen, und nur ein Jahr spter fertigten 50 Mitarbeiter die High-Tech-Oldtimer nahe Sydney. Inzwischen befinden sich Werk und Firmensitz in Kuala Lumpur (Malaysia), wo laut Mirembe-Janiszewsky rund 200 Mitarbeiter beschftigt sind.

Der Grlitzer, der zuvor in Im- und Export machte, erfuhr aus dem Internet von Bufori. Nun ist er Vize-Prsident der Bufori Motors Europe AG, die die Vertriebsrechte "von Island bis in die Trkei" besitzt. Den Vorsitz bernahm seine Frau Anna, "damit ich wenigstens in den Genu von Lohnkostenzuschu komme". Denn der Antrag auf fnf Millionen Euro Frdermittel wurde abgelehnt, "weil unsere Hausbank in Holland sitzt".

Das ntige Kleingeld fr das Gesamtvolumen von 39 Millionen Euro stamme, so der Unternehmer, von einem amerikanischen Geschftspartner mit Sitz auf den Philippinen. Weit weniger geheimnisvoll ist die Bedeutung der sechs Buchstaben in "Bufori": Sie stehen fr Beautiful, Unique, Fantastic, Original, Romantic, Irresistible zusammengefat also ungefhr das Tollste, was es auf vier Rdern geben kann.

Zuversicht ist aller Karrieren Anfang

"Die Resonanz auf der IAA 2003 war durchweg positiv." Der Luxus aus der Lausitz (Slogan: "Dare to be different"/ "Mut, anders zu sein") ist jedoch nichts fr echte Oldtimerfans. Angetrieben wird der Mk III von einem 2,7-Liter-V6-Motor aus dem Hyundai Sonata (253 PS, 235 km/h Spitze), im Bufori vor der Hinterachse eingebaut.

Unter der vermeintlichen Motorhaube verbergen sich Tank, Batterie, CD-Wechsler und die Werkzeugkiste. Dazu gibts Abstandssensoren, Multifunktionslenkrad und abschaltbare Traktionskontrolle fertig ist der Oldtimer fr die Internet-Generation. "Die Grenze der Ausstattung bildet die Phantasie unserer Kunden", sagt Mirembe-Janiszewsky. Das Leder kommt aus sterreich, die Kohlefaser aus England, das Holz aus Frankreich. Die Armaturenringe sind 24-kartig vergoldet. Den Spaltmaen sieht man die mehr als 550 Arbeitsstunden allerdings nicht an.

Mehr als 300 Vorbestellungen aus den USA sollen bereits vorliegen. In Europa ist der Mk III auf 99 Stck limitiert. In Schnau-Berzdorf soll Ende des Jahres der erste Spatenstich erfolgen. Stefan Mirembe-Janiszewsky ist da ganz zuversichtlich.

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