Autocockpit der Zukunft

So stellt sich Continental das Cockpit der Zukunft vor.

Autocockpit der Zukunft

— 10.02.2009

Stadtplan zum Anfassen

Autofahren wie im Computerspiel: Wissenschaftler entwickeln Tacho-Displays mit dreidimensionalen Grafiken. Ob Tempolimit, Navi oder Bordradio, all das wird im Cockpit der Zukunft buchstäblich fassbarer.

Nur Fernsehen ist schöner: Im Cockpit von morgen werden wichtige Daten als dreidimensionale Grafiken direkt vor den Augen des Fahrers in Szene gesetzt. So orientiert man sich zukünftig mittels einer plastischen Mini-Stadtkulisse, die das Navigationsgerät ins Cockpit einblendet – anstatt wie bisher mühevoll den Stadtplan auf einem winzigen Bildschirm zu decodieren. Auch andere für den Fahrer relevante Daten, zum Beispiel die Tankanzeige, erscheinen als dreidimensionale, optische Signale. Besonders komfortabel wird die Anwendung durch hohe Individualisierbarkeit: Für jeden Nutzer lassen sich andere Präferenzen speichern; der eine bevorzugt matte Farben und vor allem Verkehrsinformationen, der andere wünscht Einblendung seiner liebsten MP3-Musiktitel. Solche Informationen springen dem Fahrer wortwörtlich ins Auge und erregen zuverlässig seine Aufmerksamkeit.

3D dank optischer Täuschung

So stellt sich Continental das Cockpit der Zukunft vor.

Das Fraunhofer-Institut HHI in Berlin hat diese 3D-Darstellung für Fahrzeug-Displays entwickelt. Der Trick: Es werden stets zwei Grafiken von ein- und demselben Bild separat berechnet und ineinander geblendet – so entsteht der plastische Effekt. Damit der Tiefeneindruck nicht durch veränderte Perspektive zerstört wird, gleicht eine ausgeklügelte Technik die Darstellung beständig ab: Zwei Kameras im Wagen messen Position und Abstand der Augen des Fahrers – in Echtzeit. Je nachdem, wo sich der Kopf bzw. die Augen des Fahrers nun hin bewegen, wird die Grafik verschoben; sie "wandert" also mit. Das 3D-Display beruht daher – ähnlich wie das Prinzip des Zeichentrickfilms – auf einer optischen Täuschung.

Weitestgehende Vernetzung

Kein Trick hingegen ist das ergonomische Cockpit, das der Autozulieferer Continental um ähnliche 3D-Displays herum baut. "Im Fahrerarbeitsplatz der Zukunft muss der Automobilzulieferer die Anforderungen an eine verkehrsgerechte Priorisierung und komfortorientierte Aufbereitung der vielfältigen verfügbaren Informationen und Verbindungsmöglichkeiten erfüllen" kauderwelscht der Hersteller gewichtig – und meint damit ergonomische Tasten, berührungsempfindliche Bedien-Oberflächen und weitestgehende Vernetzung. Das bedeutet: Das Conti-Cockpit hat Schnittstellen zum Handy, für MP3-Player und USB-Sticks. Im Gegensatz zum Fraunhofer-Schaustück, das über einen ersten Prototypen noch nicht hinaus ist, sind Elemente des Hannoverschen Herstellers bereits in aktuellen Pkw angewandt oder werden demnächst verbaut.

Autor: Roland Wildberg

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