Autogas-Umrüstung — 14.08.2008
Erst rechnen, dann rüsten
Bei den hohen Spritpreisen lockt die Umrüstung auf Autogas. Doch bei einigen Modellen dauert es lange, bis sich die Kosten für den Umbau wieder einfahren lassen. Ein Vergleich.
Voller Tank für halbes Geld – diese Rechnung lässt derzeit so manchen Autofahrer ernsthaft über eine Umrüstung auf Autogas nachdenken. Doch nicht für jedes Fahrzeug rechnet sich der 2000 bis 3000 Euro teure Umbau in kurzer Zeit. Der ADAC hat für 50 gängige Modelle durchgerechnet, ab welcher Kilometerleistung sich die Umrüstung rechnet. Generell gilt: Je höher der Verbrauch eines Fahrzeuges, desto schneller amortisieren sich die Kosten für Kraftstoff. Auf Platz 1 der
Liste landete der
Ford Galaxy 2.3 16V, der bereits nach 36.000 Kilometern in die Gewinnzone fährt. Es folgen der
Audi A8 4.2 und der
Chrysler Voyager 2.4, bei denen sich die Umrüstung nach 37.000 Kilometern auszahlt. Rang vier und fünf belegten der
BMW 740i und der
VW Sharan 1.8 5V Turbo, die nach 39.000 Kilomtern im Autogasbetrieb die Kosten wieder einfahren. Gründlich überlegen sollten sich Besitzer eines
Smart Fortwo Coupé den Schritt zur Umrüstung auf Gas: Hier amortisieren sich die Kosten erst nach 75.000 Kilometern, es folgt der
Fiat Punto 1.2 8V mit 65.000 Kilometern. Die Rechnung legt dabei einen Literpreis von 73 Cent für Autogas zu Grunde, außerdem wurde der ausschließliche Betrieb mit Gas vorausgesetzt.
Fährt der Besitzer eines Gasautos zwischendurch mit Benzin, weil keine Tankstelle mit Autogas greifbar ist, steigen die Betriebskosten wieder. Der ADAC weißt darauf hin, dass trotz 4000 Gastankstellen in Deutschland noch immer kein flächendeckendes Netz vorhanden ist. Außerdem raten einige Hersteller – wie zum Beispiel Mercedes und
Ford – generell von einer Umrüstung auf Autogas ab, weil sie zu Problemen an den Motorventilen führen kann. Vor der Umrüstung sollten Autobesitzer also erst eine Werkstatt aufsuchen, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Herstellers einholen und vor allem gründlich rechnen.