Autohändlern droht Pleitewelle

— 12.11.2009

Schwere-Leasing-Altlasten

Autohändlern droht Pleitewelle
Der Autohandel in Deutschland gerät durch gravierende Leasing-Altlasten unter Druck. Jedes Jahr verliert er einen Milliardenbetrag. Schuld daran ist nach Ansicht eines Experten die Strategie der Hersteller.
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Den deutschen Autohändlern droht im kommenden Jahr eine Pleitewelle. Nicht die sinkenden Neuwagen-Verkaufszahlen sind das Problem, sondern zu hoch angesetzte Restwerte von Leasingfahrzeugen. Ein Drittel der in den vergangenen Jahren verkauften Neuwagen wurde mit dieser Finanzierungsform verkauft – das macht rund 950.000 Fahrzeuge im Jahr. "Bei einem Unterschied von etwa 15 Prozent zwischen festgelegtem und tatsächlichem Wert verlieren die Händler jedes Jahr 1,4 Milliarden Euro", sagt Fritz Kuckartz, Vorstandsmitglied im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Das sei vor allem von kleinen Händlern nicht zu leisten.
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Schuld an der Entwicklung seien die Hersteller. "Man hat auf Wachstum und steigende Preise gesetzt", sagt Kuckartz. Eine krasse Fehleinschätzung: Nur das Rabattniveau sei gestiegen. Und so prognostiziert der ZDK ein Händlersterben im kommenden Jahr – wenn nicht die Hersteller eingreifen. Vorbild könnten hier Mercedes und Audi sein. Der schwäbische Autobauer übernimmt seit 1. November 2009 das komplette Restwertrisiko, Audi beteiligt sich mit 50 Prozent an möglichen Verlusten. Über die Kosten der Händlerunterstützung schweigen beide Hersteller.
Interview mit ZDK-Vorstand Fritz Kuckartz
Fritz Kuckartz (58) ist Vorstandsmitglied des ZDK und Geschäftsführer von zwei Renault-Autohäusern.
Fritz Kuckartz (58) ist Vorstandsmitglied des ZDK und Geschäftsführer von zwei Renault-Autohäusern.
AUTO BILD: Herr Kuckartz, warum sind zu hohe Restwerte eine Gefahr für den deutschen Kfz-Handel? Kuckartz: Die Händler stehen für die Restwerte der Autobanken gerade. Sie verlieren bei einem Leasing-Rückläufer wie dem Audi A6 momentan bis zu 5000 Euro. Das bedeutet: Es wird eng im nächsten Jahr. Warum wurden die Restwerte zu hoch angesetzt? In den vergangenen Jahren wurde das Geschäft auf Pump gemacht. Statt notwendiger hoher Rabatte wurden die Restwerte erhöht, um niedrige Raten anbieten zu können. Gibt es Fabrikate, deren Händler besonders stark leiden? Es trifft vor allem die Premiumhersteller. Aber auch VW-Händler sind stark betroffen, weil sie viele Flotten- und Leasinggeschäfte machen.
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Pierre,
19.05.2010 13:36Uhr
Traurig, traurig! Und woher kommt das? Klar, für Unternehmen ist es sinnvoll Fahrzeuge zu leasen. Doch auch immer mehr Privatleute leasen ihr Fahrzeug und sprechen dann davon, dass sie es gekauft haben! Falsch! Gemietet wäre richtig. An eine konservative Finanzierung denkt heute keiner mehr. Warum? Es passt wohl nicht in das Pseudo-Gesellschaftsbild, wenn man sein Fahrzeug länger als 2-3 Jahre hat. Dann gilt es bereits als veraltet! Eintrag melden
JPnyc,
13.11.2009 17:54Uhr
Hier in den USA werden 80% aller Neufahrzeuge geleast. Wozu das führt, hat man ja gesehen. Aber Europa kopiert heute leider die Amerikaner überall.
Besser wäre es, Autos als (viel teurere) Langzeitprodukte zu gestalten (Beispiel: Haus) und nicht als Konsumgüter. Man kauft sich dann alle 10 Jahre mal einen neuen, effizienteren Motor - und nicht alle 2 Jahre gleich ein neues Auto.
Betrieben wird eine riesige Vergeudung von Rohstoffen mit dem (falschen) Argument, Arbeitsplätze zu sichern. Das treibende Problem ist die Struktur der Unternehmen , ihr Druck auf Profit - oder das Geld fliesst ab.
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mark lau,
13.11.2009 00:04Uhr
Super!!! Als Nachfolger der Abwrackpraemie sollte man jetzt schon an der Leasingabwrackpraemie intensiv denken.Die Implosion, ist sicherlich nicht mehr all zu fern entfernt als denn Herstellern lieb ist.Bitte nur weiter so,da kommt man an die naechsten richtigen Schnaeppchen die dazu noch Scheckheft gepflegt sind.Klasse! Eintrag melden
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