Autokauf

Autokauf – Die Werber drehen durch Autokauf – Die Werber drehen durch

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— 09.03.2007

Die Werber drehen durch

Rabattschlacht: Mit verrückten Rabattaktionen kämpfen die Autohersteller gegen die Verkaufskrise nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung.

Die größten Rabatte warten auf einem seerosenförmigen Sticker auf dem Händler-Fußboden. Wer diese Prozente haben will, muss tief in die Hocke gehen, mit den Armen kräftig Schwung holen und bis zur 2,20-Meter-Marke hüpfen. Drei leichter zu erreichende Zielmarken sind 50, 100 und 160 Zentimeter vom Absprungbalken entfernt. Doch wer hier landet, erhält (je nach Modell) weniger Prozente bei Chevrolets lustigem Froschhopping. Nur Kunden, die im Showroom bis zur Topmarke fliegen, streichen 20 Prozent Nachlass für die Modelle Rezzo und Epica oder 18 Prozent für den Nubira oder den Lacetti ein.

Froschhopping – die Werbekampagne soll den Kunden förmlich anspringen. "Wir haben ein griffiges Schlagwort gesucht, das hängen bleibt", sagt Chevrolet-Sprecher Udo Mäsker. Dazu passt, was Chevrolets neuer Deutschland-Chef Peter Sommer dem Branchenblatt "kfz-betrieb" anvertraute: "Mein Ziel ist es, unser Marketing durch intelligente und kreative Ideen noch zielgenauer zu machen und die Marke Chevrolet emotional noch mehr aufzuladen." Zumindest das mit der emotionalen Aufladung funktioniert bestens. Der aus dem Fernsehen bekannte Kapuzinermönch Bruder Paulus ärgert sich nämlich über die Kampagne: "Menschen wegen Geld hüpfen zu lassen, ist Dressur. Vernünftige Kunden wollen faire Rabatte." Kirchenfunktionäre wollen das Froschhüpfen lieber erst gar nicht kommentieren. "Dadurch würden wir der Aktion mehr Aufmerksamkeit verschaffen, als sie verdient", verät einer hinter vorgehaltener Hand.

Aus Anzeigen und Radiospots prasseln die Prozente auf den Konsumenten ein. 20 Prozent hier, zehn da, 15 dort. Um noch aufzufallen und um sich gegen die Verkaufskrise nach der Mehrwertsteuer-Erhöhung zu stemmen, lassen sich Werber immer verrücktere Aktionen einfallen. Renault, der selbsternannte Créateur d`Automobiles, kreierte einst die Rackerwochen. Je mehr Kinder der Käufer hatte, desto großzügiger war der Nachlass. Fiat zahlte beim Neuwagenerwerb einmal 1000 Euro für alle möglichen Gefährte. Und Chevrolet machte seine Autos vor zwei Jahren für große Menschen billiger als für kleine Leute. Machen wir uns für ein paar Prozente zum Affen? "Man sollte die Kirche im Dorf lassen und den Menschen zubilligen, auch mal was Verrücktes zu tun. Das Ganze ist schließlich freiwillig", sagt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der Deutschen Werbewirtschaft. Der Mann hat recht. Etwa schon auf dem Sprung zum Chevrolet-Händler? Na los, seien Sie kein Frosch.

Autor: Claudius Maintz

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