Autokauf im Frühjahr 2003

Ran an die Rabatte! Ran an die Rabatte!

Autokauf im Frühjahr 2003

— 18.02.2003

Ran an die Rabatte!

König Kunde – endlich stimmt das. Wer jetzt einen Neuen sucht, kann handeln wie nie zuvor. Wie viel drin ist und worauf muss man achten?

Stacheldraht ums Portemonnaie

Kommt der Kunde ins Autohaus: "Alles klar, ich nehme den GT – aber nur mit zehn Prozent Rabatt!" Darauf der Verkäufer lächelnd: "Dann kommen wir nicht zusammen. Unter 15 Prozent soll ich hier keinen rauslassen, sagt der Chef." Dieser unter Autoverkäufern beliebte Witz zeigt mit Galgenhumor die aktuelle Lage auf dem Neuwagenmarkt.

"Die Leute haben Stacheldraht ums Portemonnaie", formuliert es ein VW-Händler drastisch, "ohne aktive Preisgestaltung läuft fast nichts." Schön gesagt. Kaufleute bezeichnen eine solche Marktsituation als absoluten Käufermarkt. Bedeutet: Die Kunden haben beim Preispoker die besten Karten. Allerdings muss oft gar nicht mehr gefeilscht werden, denn viele Händler locken schon freiwillig mit Kampfpreisen.

So offeriert ein Händler den VW Polo als Modell "No Teuro" für 9990 Euro, um unter die psychologisch relevante Marke von 10.000 Euro zu kommen – und damit knapp acht Prozent unter Listenpreis. Nissan-Dealer bieten den noch jungen Primera 1250 Euro unter Liste an, zahlen dazu 1000 Euro in Cash aus – macht rund zehn Prozent Rabatt ab Händlerhof. Ein Mazda-Händler lässt am voll ausgestatteten Kompaktvan Premacy satte 3100 Euro nach, was einem Rabatt von knapp 15 Prozent entspricht.

Rabattschlacht im Neuwagenhandel

Ford-Autohäuser werben mit dem Spruch "Jetzt gibt’s Geld dazu!". Inhalt der Offerte: Wer sich jetzt für einen neuen Focus (als Tageszulassung mit null Kilometern) entscheidet, bekommt 3500 Euro Fixum über dem Marktwert seines Gebrauchten. Macht bei einem Focus zum Einstiegspreis 25 Prozent Nachlass. Und nimmt dem Käufer nebenbei die Sorge, seinen Alten auf dem verstopften Gebrauchtwagenmarkt überhaupt loszuwerden.

Ganz vorn in der Rabattschlacht liegt schließlich ein Hyundai-Händler, der per Anzeige glatt 31 Prozent auf einen neuen Elantra 2.0 Diesel mit Vollausstattung nachlässt. Dazu kommen Herstelleraktionen, wie etwa das "Steuerschlupfloch serienmäßig" von Opel. Dabei zahlt Rüsselsheim 705 Euro als Mineralölsteuerausgleich bei Kauf eines beliebigen Opel-Modells. "Das Geld hat der Kunde sicher", so ein Verkäufer, "über den Preis reden wir noch extra."

Also alles klar und auf ins Autohaus: Zehn, 15, 20 Prozent Rabatt sind doch immer drin? Oder? Nein, so einfach läuft es dann auch wieder nicht. Denn der Neuwagenmarkt ist regional so unterschiedlich wie Deutschland, so vielschichtig wie das enorme Modellangebot der Hersteller und so verschieden wie die Lage des Händlers. In der Tabelle auf der dritten Seite haben wir deshalb nur Beispielsätze aufgeführt, die realistisch auch bei einer Vielzahl von Autohäusern zu erzielen sind. Bedeutet: Sie sind nicht bei jedem Händler zu holen. Anderseits kann bei einzelnen Dealern schon mal mehr drin sein.

Kein Nachlass für Diesel und Newcomer

Die Ausnahme: Bei Modellen mit modernen Diesel-Aggregaten ist durchweg weniger Nachlass machbar. Außerdem gilt: Es gibt Penner und Renner in jedem Modellprogramm. Ein gutes Beispiel ist Kia: Während für den kompakten Rio bis zu 20 Prozent Rabatt möglich sind, gibt es beim Sorento nicht einen Euro. Denn der neue Offroader hat sich zum echten Hit im Programm der Koreaner gemausert.

So etwas wünscht sich jeder Händler: mindestens einen frischen Volltreffer im Programm. Ein Modell, das die Kunden unbedingt bald fahren wollen und deshalb ohne Gefeilsche ordern. "Schön für uns, wenn Kunden nicht warten wollen", beschreibt ein Toyota-Verkäufer diese Lage, "dann wird endlich mal der volle Preis bezahlt." Er verrät auch, dass er deshalb beim neuen Corolla nur drei Prozent bietet. Und bezweifelt gleichzeitig, dass sich dieser Mager-Rabatt noch das ganze Jahr halten lässt.

Das Beispiel zeigt, dass es neben der allgemeinen Marktlage auch auf den Modellzyklus ankommt. Wer mit dem Kauf noch warten kann, macht sein Schnäppchen also vielleicht erst in ein paar Monaten. Zu einem sollte sich der Neuwagenkäufer aber besser nicht verleiten lassen: ein Auto nur deshalb zu kaufen, weil es zum Dumpingpreis angeboten wird. Denn schließlich steht immer noch die Freude am neuen Auto ganz vorn.

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