Autokauf in den USA

Chevrolet El Camino Chevrolet El Camino

Autokauf in den USA

— 30.09.2008

Ein Pick-up aus Los Angeles

Jens Wilde ist ein Profi: Über 250 klassische Autos hat er bereits von Amerika nach Europa verschifft. Anstatt im USA-Urlaub ein Mietauto zu nehmen, kauft er einen 1980er Chevrolet El Camino - und nimmt ihn mit nach Deutschland.

Natürlich können sich deutsche Touristen in Kalifornien einfach ein Auto mieten. Gute Lösung. Meistens günstig. Und so vernünftig. Aber macht das Spaß? Nein, sagt Jens Wilde aus Itzehoe. Seit der 35-Jährige vor fünf Jahren einen 1967er Mustang in den USA gekauft und nach Deutschland importiert hatte, ist er V8-infiziert. Seitdem gingen über 250 Klassiker durch seine Hände. Er suchte und fand sie für Kunden, wickelte den Transport ab. Dann war Schluss. "Ich habe nicht die Mentalität eines Autohändlers", sagt Wilde. Heute arbeitet er als Produktmanager bei autobild.de. Losgelassen hat ihn die Lust auf US-Cars nicht.

Der El Camino vereint V8-Kultur mit Transportqualitäten

Der Chevy El Camino ist ein Daily Driver, kein Pokal-Gewinner. Zum lässigen V8-Bummeln ist er perfekt.

Als im Herbst 2007 wieder eine Reise nach Kalifornien anstand, brauchte er dort ein Auto – um Freunde zu besuchen und den Pomona Swap Meet, die größte Oldtimer-Messe der Westküste. Sein Budget: 2500 US-Dollar. Für diese Summe gibt es, was die Amerikaner einen "daily driver" nennen, ein solides Alltagsauto. Im Internet stieß er auf einen 1980er Chevrolet El Camino. Als Pkw mit Ladefläche war das Modell in Amerika populär. Klaglos transportiert er zwei Personen samt Arbeitsgerät und ohne Murren auch mehrere V8-Motorblöcke. Er ist simpel, zuverlässig und lässt sich überall reparieren, wo es einen Schraubenschlüssel gibt. "Runs & drives", stand in der Anzeige. Das heißt: fahrbereit. Mehr nicht. Doch Jens Wildes Instinkt sagte ja, und für 2300 US-Dollar griff er noch aus Deutschland zu.

Bescheiden: Nach 28 Jahren genügt dem Chevy frisches Öl und neue Kerzen

Als er in Los Angeles die erste Runde in seinem 28 Jahre alten Pick-up drehte, lief der ordentlich. Ein Tune-up für 90 US-Dollar (60 Euro) spendierte ihm neue Zündkerzen, Luftfilter, frisches Öl und einen Check der Bremsen. Klar, die Radführungen hatten zu viel Spiel. Und der Scheibenrahmen litt unter etwas Rost. Jens Wilde ließ den Chevy auf die Adresse eines Freundes zu und fuhr los. Nach zehn Tagen und 1200 Meilen wusste er: Die Wahl war gut gewesen. Deshalb durfte der El Camino nach Deutschland reisen. Über Rotterdam erreichte der Pick-up Itzehoe. Ein H-Kennzeichen gibt’s erst 2010, der schlanke Lkw-Steuertarif gilt bereits heute. Für Jens Wilde ist ein Fahrzeugimport nicht aufregender als der Biss in einen Burger.

Niemals blind kaufen

Doch er versteht nicht, warum so viele Deutsche teure Autos in den USA kaufen, ohne sie zu checken. "Zu Hause feilschen sie um jeden Euro", sagt er, "aber in Kalifornien glauben sie an ihr Recht auf ein Schnäppchen." Es gibt Menschen, berichtet er, die überweisen 50.000 US-Dollar an einen Fremden in ein fernes Land. Bodenloser Leichtsinn: "Ich glaube nur noch das, was ich selbst gesehen habe." Er spricht aus der Erfahrung von über 250 Autos. Nicht einfach, ihn zu widerlegen.

Technische Daten Chevrolet El Camino (1980)
V8-Motor wassergekühlt
Hubraum
5001 ccm
Leistung
107 Kw/145 PS bei 4000 U/min
max. Drehmoment
326 Nm bei 1600 U/min
Getriebe
Dreistufen-Automatikgetriebe
Fahrwerk
vorn Trapez-Dreieckquerlenker/Schraubenfedern/Stabilisator
hinten Starrachse mir Schraubenfedern
Reifen
205/75 SR 14
Länge/Breite/Höhe
5120/1810/1366 mm
Höchstgeschwindigkeit
circa 150 km/h
Preis (USA) 2300 US-Dollar
Preis (komplett) 4300 Euro


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