Autokauf: Lieferzeiten bei Neuwagen

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Autokauf: Lieferzeiten bei Neuwagen

— 07.02.2011

Geduldsprobe beim Autokauf

Mehr als 260.000 Autokäufer in Deutschland warten derzeit auf ihre Lieferung. Das ergab jetzt eine PwC-Analyse. Ursachen für die lange Warteschleife sind die weltweit große Nachfrage, aber auch Kalkulation der Hersteller.

(dpa/cj) Käufer von Neuwagen in Deutschland müssen wegen des weltweiten Absatzbooms mit ungewöhnlich langen Lieferzeiten rechnen. Wie Berechnungen des Automotive Institute der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergaben, fehlen derzeit auf dem deutschen Automarkt rund 264.000 Pkw. Dabei handelt es sich überwiegend um Fahrzeuge mit bestimmten Motorvarianten oder Extras wie Navi, Automatik- oder Doppelkupplungsgetrieben, die nicht ab Lager verfügbar sind. Kunden dieser konfigurierten Fahrzeuge müssen sich laut PwC momentan im Durchschnitt 13 Wochen bis zur Auslieferung gedulden. Bei einigen Modellen gebe es sogar Lieferzeiten von bis zu sieben Monaten. Üblich gewesen seien hier bislang Lieferzeiten von acht Wochen.

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PwC-Autoexperte Felix Kuhnert sagte, der aktuelle Lieferengpass zwinge die Autobauer dazu, ihre Produktionskapazitäten auf bestimmte Märkte und Kundengruppen zu fokussieren. Ein ausreichendes Angebot auf den weltweit größten Märkten China und USA sei für die Hersteller unabdingbar, um dort langfristig Marktanteile zu gewinnen. Die Lieferengpässe sind der Untersuchung zufolge aber nicht nur auf die unerwartet schnell gestiegene Nachfrage, sondern auch auf die eher vorsichtigen Produktionsplanungen zurückzuführen. Es bestehe bei den Herstellern offenbar noch immer Zweifel an der Nachhaltigkeit des aktuellen Nachfrageaufschwungs. Kuhnert: "Sie nehmen lieber längere Wartezeiten in Kauf, als möglicherweise übereilt in die Produktion zu investieren und damit erneut Überkapazitäten aufzubauen."

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Allerdings seien nicht nur die Hersteller bei der Fertigung oftmals in Verzug, sondern auch die Zulieferer. Wegen fehlender Teile hatten kürzlich im Stammwerk von Volkswagen in Wolfsburg sowie im Werk Emden für einen Tag die Bänder stillgestanden. Auf der anderen Seite fahren die Belegschaften mehrerer Autobauer wegen der hohen Nachfrage immer häufiger Sonderschichten. Die Autobranche hatte einen starken Jahresauftakt hingelegt. Sowohl in Deutschland als auch in den USA wurden im Januar 2011 rund 17 Prozent mehr Personenwagen verkauft als ein Jahr zuvor. Der Verband der Automobilindustrie berichtete von einem dicken Auftragspolster. Zudem profitiert die Autobranche weiterhin vom Absatzboom in Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien.

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