Probefahrt

Autokauf: Tipps für die Probefahrt

— 09.04.2013

Und wer haftet?

Strecke, Blitzer und Unfallschaden: AUTO BILD erklärt, worauf Sie bei einer Probefahrt achten müssen, um Ärger zu vermeiden.

Das neue Auto kann noch so schön aussehen, aber beim Kauf zählt vor allem eines – das Fahrgefühl! Um das zu testen, ist eine Probefahrt absolute Pflicht. Also: Termin ausgemacht, gestartet, zurückgesetzt und ... rrrumms! – einen anderen Wagen gerammt. Droht nun Ärger mit dem Händler? AUTO BILD hat mit Rechtsanwältin Pia-Alexandra Kappus aus Frankfurt/Main die wichtigsten Fragen geklärt.

Anwältin Pia-Alexandra Kappus (47) rät: "Halten Sie alle Einzelheiten schriftlich fest."

Wer haftet, wenn ich einen Unfall baue? Anwältin Kappus: "Als Kaufinteressent dürfen Sie bei einem Autohaus davon ausgehen, dass der Wagen vollkaskoversichert ist. Es sei denn, der Händler hat vorher ausdrücklich gesagt, dass dies nicht der Fall ist." Dessen Versicherung haftet also, doch nur bei "leicht fahrlässigem Verhalten". Wird der Unfall wegen "grober Fahrlässigkeit" (etwa Fahren unter Alkoholeinfluss) verursacht, muss der Fahrer für alle Schäden aufkommen. Kann der Händler eine Selbstbeteiligung fordern? "Nein, bei einem nicht leichtfertig verursachten Unfall ist das unüblich. Da zahlt der Händler den Eigenanteil." Und wie ist das bei der Probefahrt mit einem Privatwagen? "Was die Haftung betrifft, sind Sie hier immer schlechter dran als beim Händler. Bei einem Privatverkäufer gilt nicht die 'stillschweigende Haftungsfreistellung'. Sie müssen also damit rechnen, für alles zu haften. Ist der Wagen vollkaskoversichert, zahlen Sie die Selbstbeteiligung und die Höherstufung des Besitzers bei der Versicherung."

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Noch schnell zum TÜV-Check? Besser nur dann, wenn der Verkäufer Bescheid weiß.

Worauf muss ich bei einer Probefahrt achten? "Klären Sie alle Einzelheiten zur Probefahrt mit dem Verkäufer schriftlich, und schauen Sie den Wagen vorher gut an. Schäden, die vor der Probefahrt vorhanden sind, müssen in der Vereinbarung notiert werden." Wie weit darf ich fahren? Normalerweise dauert eine Probefahrt bis zu 60 Minuten, manchmal ein bis zwei Tage. Wird die festgelegte Kilometerhöchstzahl überschritten, kann das teuer werden. Kann ich auch eine andere Person ans Steuer lassen? Ja, aber der Händler muss diese Person vorher als zweiten Fahrer in die schriftliche Vereinbarung eintragen. Darf ich mit dem Wagen zum Werkstatt-Check fahren? Nur dann, wenn Sie es angekündigt haben. Kappus: "Weiß der Verkäufer vorher nichts davon, so kann er den Probefahrer für Schäden haften lassen, die Dritte im Rahmen der Fahrzeug-Untersuchung verursacht haben." Was passiert, wenn ich geblitzt werde? "In Deutschland gibt es keine Halterhaftung bei Geschwindigkeitsverstößen. Das heißt: Sie müssen zahlen."

Überblick: Alle Themen rund ums Thema Verkehrsrecht

Autor:

Viktoria Dümer

Fazit

Papierkram nervt, aber er lohnt sich! Zumindest bei Probefahrten. Nur wenn Sie mit dem Ver­käufer alle Details schriftlich festhalten, gibt es bei der Rückgabe und im Schadenfall keinen Ärger. Und wer will den schon?

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