Autokennzeichen

— 27.03.2002

Kennzeichen: Youngtimer

Welche Nummer passt am besten zu meinem Youngtimer? Ein Wegweiser durch den Schilderwald.



Die rote 07er-Nummer

Der 15. September 1994 ist für alle Oldie- und Youngtimer-Fans ein denkwürdiges Datum: An diesem Tag wurde die rote Oldie-Nummer erstmals eingeführt. Vorher gab es für die Freunde alter Autos nur die ganz normale Zulassung. Die mit hohen Kosten für Steuer und Versicherung vebunden war. Dagegen leben wir heute in geradezu oldiefreundlichen Zeiten. Denn neben der roten 07er-Nummer gibt es seit gut drei Jahren noch Saison- und H-Zulassung. Alle drei vereinfachen die Rettung Kfz-technischen Kulturgutes. Hauptvorteil aller drei Varianten: Sie senken die Kosten für Young- und Oldtimer. Vor allem die Steuer ist in Zeiten des Katalysators fest kalkulierbar. Zudem bieten viele Versicherer Spezialtarife für alte Autos an. Beste Voraussetzung also, Raritäten vor dem Schrott zu retten.

Die rote, sogenannte Oldie-Nummer mit den Anfangszahlen 07 ist eigentlich eine Youngtimer-Nummer. Denn mit ihr können Fahrzeuge schon ab einem Alter von 20 Jahren bewegt werden. Die richtige Oldie-Nummer nennt sich H(istorische)-Zulassung und gilt erst ab 30 Jahren. Der Vorteil der roten Nummer: Das Kennzeichen wird für ein oder mehrere Oldies zugelassen. deshalb spricht man auch vom Sammlerkennzeichen. Vorteil: es wird nur einmal Steuer und Versicherung fällig, gefahren wird abwechselnd das eine oder andere Modell. Ein dicker Minuspunkt: Nicht alle Fahrten sind mit dem Kennzeichen erlaubt.

Legal sind die Teilnahme an Veteranen-Veranstaltungen und Fahrten, die der Wartung dienen (zur Werkstatt, zur Probe nach Reparaturen). Der Weg zur Arbeit oder ein Ausflug sind mit diesem Schild tabu. Weiteres Problem: Jede Zulassungsstelle handhabt die Zuteilung der 07er-Nummer unterschiedlich. Deshalb vorher immer das Verkehrsamt fragen, was im jeweiligen Zulassungsbezirk gefordert wird. So können auch sehr seltene Fahrzeuge zugelassen werden, die noch keine 20 Jahre alt sind (BMW Z1). Auf jeden Fall erforderlich sind ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Versicherungsbestätigung. Kosten: knapp 200 Mark für Gebühren und Schilder, 375 Mark (191,10 Euro) pauschale Jahressteuer.

Die H-Zulassung

Erst mit einem H im Kennzeichen wird das Auto zum amtlichen Oldtimer geadelt. Mindestalter: 30 Jahre - der Tag der ersten Zulassung zählt. Das Alter allein reicht aber nicht für Brief und Siegel in den Papieren. Die Schlüsselnummer 98 gibt es erst nach einer erfolgreichen oldietechnisch erweiterten Hauptuntersuchung oder Baurat-Abnahme.

Bei dieser sogenannten §21c-Abnahme stellt ein amtlich anerkannter Sachverständiger (TÜV alte, DEKRA neue Bundesländer) fest, ob der Oldtimer würdig ist, ein H für Historisch im Kennzeichen zu führen. Das heißt: er überprüft Fahrzeugdaten, Verkehrssicherheit und ob das Auto original ist. Dabei sind Veränderungen erlaubt, die der Verkehrssicherheit dienen. Ein VW Karmann Ghia mit Kunststoff-Karosse fällt dagegen durch. Ein von sechs auf 12 Volt umgestrickter Käfer mit H4-Licht wiederum nicht.

Die H-Zulassung wird pauschal mit 375 Mark pro Jahr versteuert, denn mit der neuen Schlüsselnummer entfällt die Besteuerung nach Schadstoffausstoß. Eine Kilometer- oder Zeitbeschränkung gibt es nicht, mit der H-Nummer darf der Oldie immer auf die Straße - auch zu ganz alltäglichen Fahrten. Und muss wie jedes andere Fahrzeug auch ganz normal zur Hauptuntersuchung alle zwei Jahre. Die Kosten für den Ritterschlag zum Veteranen: 70 bis 100 Mark für die Untersuchung, 50 Mark Gebühren bei Zulassung, rund 40 Mark für neue Schiilder mit dem H am Ende. Eurokennzeichen sind übrigens Pflicht.

Das Saison-Kennzeichen

Das Auto ist zu jung für das H-Kennzeichen? Zu gut, um es nur selten als Hobby-Fahrzeug bewegen zu können? Dann hilft das Kennzeichen für eine Saison. Das ist ein selbstgewählter Zeitraum von mindestens zwei und höchstens elf Monaten. Den Zeitraum kann der Nutzer selbst festlegen. Im prinzip handelt es sich um eine befristete, normale Zulassung. Vorteil: das An- und Abmelden von typischen Saisonfahrzeugen wie Cabrios oder Motorrädern entfällt. Aber auch Oldies, die nur in einer bestimmten Zeit bewegt werden sollen, können diese Regelung nutzen.

Auf dem Schild wird der Monat der esrten und letzten Gültigkeit eingeprägt. Nur während dieser Zeit darf das Fahrzeug gefahren werden. Den Rest des Jahres ist das Fahrzeug trotz gültiger Plaketten abgemeldet - automatisch. Es darf auf keinen fall gefahren oder auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden. Es gelten die normalen Steuer- und Versicherungssätze (letzteres kann von Versicherern eingeschränkt und mit einem höheren Kurzzeit-Tarif berechnet werden). Grundsätzlich werden diese Beträge nur für den festgelegten Zeitraum fällig. Kosten: rund 100 Mark für Anmeldegebühren und Schilder.

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