Autokonjunktur

Autokonjunktur

— 19.06.2002

Silberstreif am Horizont

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht Anzeichen für eine Stabilisierung der Konjunktur. Im Juni wurde wieder mehr Autos verkauft.

"Wir sehen Licht am Ende des Tunnels, aber der Tunnel ist wohl etwas länger als erwartet", bilanzierte der VDA-Präsident Bernd Gottschalk die aktuelle Autokonjunktur. Nach einer enttäuschenden ersten Jahreshälfte sieht der Verband immerhin eine Stabilisierung. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres waren in Deutschland mit knapp 1,4 Millionen Fahrzeugen rund fünf Prozent weniger Autos verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Vor allem Juni mit steigenden Neuzulassungen im Inland mache den Autoherstellern Mut, sagte Gottschalk. "Wir sehen trotz einer insgesamt fehlenden Dynamik erste Stabilisierungstendenzen im Automobilmarkt", lautet die vorsichtige Prognose des Verbandschefs.

Klassenprimus ist unter den deutschen Herstellern derzeit BMW. Die Münchner konnten als einziger heimischer Hersteller in diesem Jahr mehr Autos verkaufen und ihren Marktanteil steigern. Das geht aus der jüngsten Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor. BMW steigerte mit fast 116.000 Autos (Vorjahreszeitraum: 107.600) den Marktanteil von 7,4 auf 8,4 Prozent. Den Marktanteil konnte auch DaimlerChrysler um 0,3 Punkte auf 14,1 Prozent steigern. Insgesamt wurden fast 196.000 (201.000) Pkw der Marken Mercedes, Smart und Chrysler zugelassen. Der VW-Konzern verkaufte von Januar bis Mai fast 409.000 (441.000) Autos. Der Marktanteil schrumpfte um 0,7 Prozent auf 29,5 Prozent.

Das Kaufklima sei nach wie vor von hoher Verunsicherung geprägt. Gottschalk: "Allenfalls im Auftragseingang aus dem In- und Ausland lässt sich erkennen, dass der Abwärtstrend gestoppt und eine gewisse Stabilisierung eingetreten ist." Eine Stimmungswende sei allerdings noch nicht auszumachen. Hohe Benzinpreise, die politische Großwetterlage sowie der Personalabbau auch in einst krisensicheren Branchen wie in der Computerindustrie und im Bankgewerbe sind für den VDA die Ursachen für die schwache Nachfrage.

Trotzdem geht der Verband davon aus, dass die zum Jahresbeginn abgegebene "vorsichtige" Prognose für 2002 in Erfüllung geht. Danach soll die gesamte Pkw-Produktion in Deutschland annähernd fünf (2001: 5,3) Millionen Fahrzeuge erreichen. Der Export wird auf 3,4 (3,6) Millionen Modelle veranschlagt. Bei den Neuzulassungen im Inland geht man von gut 3,2 (3,34) Millionen Pkw und Kombi aus. Für den wichtigsten Exportmarkt USA korrigierte der VDA sogar seine allgemeine Vorhersagen nach oben. Schließlich konnte in den Vereinigten Staaten der Absatz mit 370.000 verkauften Fahrzeugen deutscher Hersteller um fünf Prozent gesteigert werden. In diesem Jahr rechnet der Verband mit einer stärkeren Nachfrage und insgesamt 16,5 Millionen Fahrzeugverkäufen (erwartet: 15,7 Millionen Autos) in den USA. (autobild/dpa)

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