Autokonzerne in der Zwickmühle

Autokonzerne in der Zwickmühle

— 03.07.2002

Rabatte drücken Gewinn

Kaufanreize schmälern die Margen. Volkswagen und Opel trifft es besonders. Besser sieht es bei Ford aus.

Mit Verkaufsförderungs- und Prämienprogrammen versuchen Automobilhersteller der Marktschwäche in Deutschland zu trotzen. Die Folge: Der Gewinndruck wächst. Allein der VW-Konzern muss wegen der Kaufanreize in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang von rund 500 Millionen Euro rechnen. Das schätzt Professor Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR). Auch die Ford-Werke Köln und die Adam Opel AG stehen 2002 vor Herausforderungen.

Geht man davon aus, so Dudenhöffer, dass die Verkaufskosten nur bei der Marke VW um 500 Euro je Fahrzeug steigen, so würde dies bei einem Verkaufsvolumen von 600.000 Fahrzeugen seiner Ansicht nach einen Gewinnrückgang von 300 Millionen Euro im VW-Konzern verursachen. "Dabei sind zusätzliche Gewinnrückgänge auf Grund gesunkener Verkaufszahlen noch nicht berücksichtigt", sagt Dudenhöffer. Ferner gelte dies nur für die Marke VW und den Markt Deutschland. Hinzu kämen die Konzernmarken Seat, Skoda und andere schwächere Länder. "Damit muss im VW-Konzern nur für den Markt Deutschland mit einem Gewinnrückgang von über 500 Millionen Euro im operativen Geschäft gerechnet werden", folgert Dudenhöffer. Volkswagen wollte dies nicht kommentieren.

Auch für die Zukunft des Wolfsburger Konzerns ist der Automobilexperte eher pessimistisch. Volkswagen werde auch 2003 bei anziehender Konjunktur geschwächt agieren. "Das Volumenmodell Golf ist in die Jahre gekommen. Der neue kommt nicht vor Ende 2003. Die Zeit bis dahin wird eine Durststrecke." Auch der Passat bekomme ein strengeres Wettbewerbsumfeld zu spüren. "Wenn man die Zeit und die Investitionen für das Luxusmodell Phaeton in neue Varianten des Golf gesteckt hätte, würde man bis 2004 besser dastehen", glaubt Dudenhöffer.

Noch schwieriger als bei VW stellt sich laut Dudenhöffer die Situation bei Opel dar. "Die Modelle Astra und Corsa tun sich schwer, der Omega läuft aus, und der neue Vectra muss sich erst bewähren." In den ersten Monaten verzeichnete Opel drastische Absatzeinbußen. Hinzu kommen die kostenintensive Sanierung des Traditionsherstellers und die nach wie vor nicht abgebauten Überkapazitäten. Dudenhöffer schätzt, dass der operative Verlust von Opel in diesem Jahr bei 600 bis 700 Millionen Euro liegen wird. Dieses Minus werde durch die Einrechnung der Opel Bank vermutlich auf unter 500 Millionen Euro gedrückt werden können. Besser sehe es bei Ford aus. Der Kölner Autobauer habe seit längerem seine Kapazitäten angepasst und durch seine Modellpolitik wichtige Schritte eingeleitet. Dudenhöffer: "Ford ist im Vergleich zu VW und Opel momentan in der besten Situation."

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