Ratgeber Autokauf

Autokredit: Tipps für die Gebrauchtwagen-Finanzierung

— 09.01.2015

Sieben Schritte zum Gebrauchtwagenkredit

Beim Abschluss eines Autokredits hilft eine gute Vorbereitung, Fehler zu vermeiden und Geld zu sparen. Diese sieben Tipps helfen bei der Suche nach dem richtigen Gebrauchtwagenkredit.

Wenn Sie Finanzierung und Versicherung über den Händler beziehen, steigt der Spielraum für Rabatt.

Ein neues Auto soll her, aber kein Neuwagen, soviel ist schon mal klar. Auch haben Sie vielleicht gerade nicht die Mittel, den Neuen bar zu bezahlen oder wollen Ihre Reserven schonen und lieber einen Kredit aufnehmen? Letzteres kann eine gute Strategie sein, denn eine Rücklage für die Altersvorsorge sollte nicht für Konsumgüter wie Autos draufgehen. Außerdem fällt es vielen leichter, das Auto peu à peu zu bezahlen. Also ist klar: Der neue Gebrauchte soll finanziert werden. Dafür haben wir einige Tipps parat, erklären die verschiedenen Formen der Autofinanzierung samt ihrer Vor- und Nachteile und sagen letztlich auch, wie Sie zum richtigen Autokredit kommen.

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Schritt 1: Die Wahl des passenden Autos

Welchen Autotypen suchen Sie, und was darf der Neue kosten? Diese Frage steht am Anfang, denn davon hängt Ihr Finanzierungsbedarf ab. Überlegen Sie auch, wie lange Sie das Auto fahren wollen. Wenn Sie den Wagen in vier Jahren wieder verkaufen wollen, sollte der Kredit bis dahin getilgt sein. Sie würden also eine Kredit-Laufzeit von 48 Monaten anpeilen. Überlegen Sie auch, wie lange Sie den Kredit abzahlen wollen. Die Grundregel: Mit wachsender Laufzeit steigen bei gleichem Zins die Kreditkosten.
Im Überblick: Alle Artikel zum Thema Autofinanzierung

Schritt 2: Kassensturz

Barzahlen muss kein Vorteil sein.

Wiewiel können Sie anzahlen, wieviel brauchen Sie noch? Wollen Sie ohne Anzahlung finanzieren oder können Sie 5000 oder 10.000 Euro hinblättern? Berechnen Sie nüchtern, wieviel Sie selbst aufbringen können, auf einen Schlag und auch jeden Monat. Da ist es nicht schlecht, einen Überblick über Ihre laufenden Kosten zu haben: Über welche Einkünfte verfügen Sie, wie hoch sind Ausgaben für Miete, Versicherungen, Urlaub, allgemeine Lebenshaltung? Was bleibt bequem übrig? Vergessen Sie auch nicht: Trotz gegenwärtig geringer Zinsen verursacht jeder Kredit Kosten. Sie könnten das Auto bar bezahlen, müssten dafür aber Ihr Erspartes antasten? Checken Sie, wie gut Ihre Reserven angelegt sind. Falls das Ersparte gut investiert ist, kann es sinnvoll sein, stattdessen fürs neue Auto einen günstigen Kredit aufzunehmen. Schon aus Sicherheitsgründen.

Schritt 3: Bank oder Händler – wer soll finanzieren?

Bei den meisten Finanzierungen bekommt die Bank den Fahrzeugbrief.

Sie können Ihren Wunschwagen über den Händler oder über eine Bank finanzieren lassen. Der Händler wirbt zwar oft mit geringen Zinsen, entscheidend sind aber die Gesamtkosten für den Kredit. Als Vergleichsgröße gilt der effektive Zinssatz. Prüfen Sie auch das Angebot des Händlers. Wenn Sie das Auto über eine Bank finanzieren, kann der effektive Jahreszins zwar höher ausfallen, das ist aber irrelevant, wenn die Gesamtkosten für das Auto plus Kreditkosten sinken. Wenn Sie den Kredit einer Bank in Anspruch nehmen wollen, sprechen Sie über einen zweckgebundenen Ratenkredit. Es gibt eine Fülle von Anbietern, die Sie über Vergleichsportale ermitteln können. Seit mehreren Jahren treten auch die Autohersteller über ihre Autobanken als Kreditgeber auf. Auch hier lohnt sich ein genauer Blick.

Schritt 4: Wählen Sie die Art der Finanzierung

• Ratenfinanzierung: Der klassische Autokredit, bei dem der Wagen mit der letzten Rate vollständig bezahlt ist. Vorteil: Sie kennen von Anfang an die monatliche Belastung. Es kommt auch keine hohe Abschlusszahlung auf Sie zu. Allerdings ist die Monatsrate bei kurzen Laufzeiten hoch, bei langen Laufzeiten steigen dafür die Kreditkosten. Nach Abzahlung des Kredits gehört das Auto Ihnen. Wenn Sie es verkaufen wollen, tragen sie das Verkäuferrisiko selber, nicht der Händler. Die Kosten sind transparent und günstig, nur kann die monatliche Belastung bei einer Vollfinanzierung recht hoch ausfallen.

• Privatleasing: Der Kunde erwirbt ein Nutzungsrecht für das Auto für eine gewisse Laufzeit, nach deren Ende der Wagen an den Händler zurückgeht. Der bestimmt dann den Restwert. Das Auto bleibt im Besitz des Händlers oder Leasingunternehmens. Diese eigentlich für Unternehmen geschaffene Finanzierungsform wird bei Privatleuten immer beliebter, obwohl sie für sie keinen Steuervorteil bietet, weil die Leasingraten nicht absetzbar sind. Doch nach Ende der Laufzeit geben Sie das Auto einfach zurück und müssen sich nicht mit dem Verkauf herumschlagen. Entsprechend suggeriert das Leasing sorgenfreies Autofahren. Allerdings fallen die Raten meist höher aus als vergleichbare Kreditraten. Auch trägt der Nutzer das Risiko von Reparaturen. Bei der Rücknahme wirken sich kleine Mängel wie Lackkratzer und Parkrempler kritisch aus, denn die Reparatur oder auch eine zu hohe Kilometerleistung gehen zu Lasten des Nutzers. Auch kommt man aus einem Leasingvertrag kaum vor Ablauf der Laufzeit heraus, was sich bei einer beruflichen Veränderung oder bei Familienzuwachs als problematisch erweisen könnte. Kurz: Privatleasing ist keine wirklich günstige und risikofreie Finanzierung. 

• Ballonkredit: Eine Mischung aus Ratenkredit und Leasing, bei der nach einer Reihe recht niedriger Ratenzahlungen eine große Abschlusszahlung fällig wird, der Ballon. Gelegentlich muss eine Anzahlung geleistet werden. Wer einen Ballonkredit abschließt, sollte rechtzeitig Rücklagen für die Schlussrate bilden – oder sich Gedanken über eine Anschlussfinanzierung machen. Ein Ballonkredit eignet sich daher vor allem für diejenigen, die die Abschlusszahlung aus eigenen Mitteln bestreiten können. Wenn der Ballon mit einem weiteren Kredit (Anschlusskredit) abgezahlt werden muss, kann er sich zu einem guten Geschäft für die Bank entwickeln – und zu einem schlechten für Sie. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Bedingungen für den Anschlusskredit schlechter ausfallen als die für den ursprünglichen Ballonkredit. Allerdings gehen Fachleute derzeit von einem längerfristig niedrigen Zinsniveau aus. Wichtig: Auf den Ballon müssen Sie von Anfang an Zinsen zahlen. Das ist in der Regel teurer, als den Kredit von vornherein mit höheren Summen zu tilgen. Immerhin: Oft wird die Zielrate niedriger angesetzt als der tatsächliche Restwert des Autos. Also ein gutes Geschäft, wenn Sie das Auto behalten und die Schlussrate auf einen Schlag tilgen. Das Auto gehört dann Ihnen, damit übernehmen Sie aber auch das Verkäuferrisiko.

• Drei-Wege-Kredit: Eine ähnliche Finanzierungsform wie der Ballon-Kredit, nur kommt noch eine Anzahlung hinzu. Also sind hier drei Variablen auszuhandeln, was die Transparenz dieser recht beliebten Finanzierungsform verringert. Grundsätzlich sinken die Kosten, wenn Anzahlung und Schlusszahlung hoch sind, die Laufzeit des Kredites kurz und die Tilgung substanziell. Aber dann steigt natürlich die Belastung. Am Ende der Laufzeit hat der Kunde wieder drei Möglichkeiten: 1. Entweder nimmt der Händler den Wagen zurück, und das Geschäft ist erledigt. Voraussetzung: Das Auto hat die vereinbarte Kilometerleistung nicht überschritten, ist unbeschädigt und in altersgemäß gepflegtem Zustand. Ist das nicht der Fall, können auf den Kunden weitere Kosten zukommen. 2. Oder der Kunde übernimmt das Auto mit Zahlung der fest vereinbarten Schlussrate. 3. Schließlich kann der Kunde die Schlusszahlung in Raten abstottern. Unterm Strich bietet die Drei-Wege-Finanzierung große Flexibilität, für die der Kunde in der Regel aber bezahlen muss. Die Kreditkosten sind meist hoch, weil die Abschlussrate über den Kredit vorfinanziert werden muss. Rein aus Kostensicht kommt eine reine Ratenzahlung meist günstiger. 

Schritt 5: Online abschließen oder bei der Hausbank?

Rabatt ist immer drin, nur fragen muss man danach.

Wollen Sie lieber online abschließen, oder lieber den Kredit mit einem Bankmitarbeiter besprechen? Das kommt darauf an, ob es Ihnen wichtig ist, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, der für Sie  die Kreditunterlagen ausfüllt und Ihre Nachweise entgegennimmt. Oder ist es Ihnen recht, Formulare online auszufüllen und die Versicherungsunterlagen digital oder per Post zu verschicken? Online-Anbieter werben mit günstigeren Konditionen, aber wenn Sie einen Bankmitarbeiter vor Ort mit einem günstigen Online-Angebot konfrontieren, kann es auch sein, dass die Bank mithält. Es kommt also auf den Versuch an. Grundsätzlich gilt: Wenn Ihnen der persönliche Kontakt zum Kreditgeber nicht wichtig ist, eignet sich ein Online-Kredit.

Noch ein Wort zur Finanzierung am Händler vorbei. Vielfach argumentieren die Informationsportale, mit einer Finanzierung durch die Hausbank könne der Autokäufer beim Händler als Barzahler auftreten und so kräftiger um einen Rabatt feilschen. Das zieht in der Regel nicht. Tatsächlich sind Händler oft schon dadurch bereit für einen Nachlass, wenn Sie das Auto über ihn finanzieren und er die Möglichkeit bekommt, am Kredit mitzuverdienen. Wenn Sie sogar noch eine Autoversicherung über den Händler abschließen, steigen Ihre Chancen auf einen Nachlass weiter. Grundsätzlich gilt: Auch der Kreditkunde ist gern gesehen, der Händler verdient immer.

Schritt 6: Holen Sie Finanzierungsangebote ein

Wenn Sie über die vorherigen Schritte eine Entscheidung gefällt haben, können Sie Angebote einholen, von Banken oder online. Online-Angebote liefern Vergleichsportale im Internet. Für den Kredit vor Ort fragen Sie bei Ihrer Hausbank oder beim Autohändler nach. Prüfen Sie die Angebote und lesen Sie auch das Kleingedruckte. Schlafen Sie eine Nacht drüber und schauen am kommenden Tag nochmal nach. Klären Sie Detailfragen mit dem Kreditgeber. Wer genervt reagiert, dessen Kredit wollen Sie nicht. Schließlich: Entscheiden Sie sich für eine Finanzierung.  

Schritt 7: Kredit abschließen

Kalkulieren Sie nüchtern alle Kosten!

Sie haben Ihr Wunschauto gefunden. Dank der Angebote wissen Sie, was bei einer Finanzierung auf Sie zukommt, oder sind mit dem Händler über die Finanzierung einig geworden. Sie haben einen Überblick über Monatsraten, Anzahlung, Schlussrate und die Gesamtkosten des Kredites. Stellen Sie bei Ihrer Wunschbank den Kreditantrag samt aller nötigen Dokumente. Dazu gehören Einkommensnachweis, Bonitätsnachweis sowie Kontoauszüge mit Geldeingängen. In der Regel überprüft der Kreditgeber Ihre Bonität auch über die Schufa. Dem nicht zuzustimmen kommt einer Absage des Kredites gleich. Bei Selbstständigen kann der jüngste Einkommensteuerbescheid hilfreich sein. Wenn alles vollständig ist, dauert es meist nur wenige Tage, dann ist der Antrag durch und das Geld da. Und Sie können einsteigen in Ihr neues Auto – gute Fahrt!
Autor:

Fazit

Machen Sie sich vor Abschluss eines Gebrauchtwagenkredits klar, wie lange Sie das Auto behalten möchten. Rechnen Sie alle Finanzierungswege nüchtern durch. Wer mehrere Angebote einholt, bekommt einen guten Marktüberblick – und holt durch geschicktes Verhandeln vielleicht bessere Konditionen raus. Eines sollten Sie wissen: Die ideale Autofinanzierung für alle gibt es nicht. Machen Sie sich von Vornherein klar, was gerade Ihnen wichtig ist. Nur wer gut informiert ist, und Vor- wie Nachteilen gut abwägt, kann kompetent entscheiden. Seien Sie sich im Klaren: Kreditgeber und Händler wollen möglichst viel mit Ihnen verdienen. Das ist okay, wenn die Kosten transparent sind und Sie sich bewusst für einen Kredit und ein Auto zu einem bestimmten Preis entscheiden. Wenn Sie genau wissen, was Sie wollen, finden Sie die Finanzierungsform, die Ihren Vorstellungen am besten entspricht! Und bald schon steht Ihr Traumauto vor der Tür.

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