Das belgische Autohaus Cardoen verkauft zwei Autos zum Preis von einem.

Autokrise grotesk

— 27.01.2009

WSV auf Belgisch

Kauf zwei, zahl eins, sagt ein belgisches Autohaus: Wer bis 8. Februar 2009 einen Hyundai H1 kauft, dem packt Cardoen in Flandern noch einen Skoda Roomster extra in die Tüte. Gratis!

Neuer Belgier-Witz: Kauf ein Auto zum vollen Preis, und nimm noch gleich ein zweites mit. "Take one – get one for free", sagen sie dazu in den USA. Doch bisher erstreckte sich ein solches "Spaving" (Kunstwort aus Spending und Saving) auf T-Shirts, Erfrischungsgetränke oder Hundefutter. Nun aber versucht das Autohaus Cardoen, das in Flandern acht Filialen betreibt und nicht an eine feste Marke gebunden ist, dieses Spiel mit automobilen Ladenhütern. Das erste Paar, ein Nissan Tiida zum vollen Preis von 22.800 Euro sowie ein Skoda Roomster als Dreingabe, war schon nach einem Tag ausverkauft.

Attraktives Familienpaket

Den Skoda Roomster legt der Händler als Dreingabe mit dazu.

Jetzt wird eine achtsitzige Großraumlimousine vom Typ Hyundai H1 verhökert, wieder im Doppelpack zusammen mit dem Minivan. Komplettpreis: 22.800 Euro. Ein attraktives Paket zum Beispiel für Familien, die sich auf einen Schlag einen neuen Fuhrpark leisten wollen. Doch sind das wirklich Ladenhüter, die Cardoen da losschlägt? Bei uns beginnt der Korea-Van zum Preis von 23.410 Euro, im AUTO BILD-Test gab es durchaus Lob für den nicht ganz neuen Lizenznachbau des Mitsubishi Space Gear. Der Skoda Roomster seinerseits hat es hierzulande bis zum vergangenen November auf mehr als 13.000 Einheiten gebracht, damit bewegt er sich in der letzten Hitliste im Mittelfeld.

Für den Hyundai H1-Kleinbus ist der volle Preis fällig.

Der Caddy-Bruder wurde 2007 vorgestellt und hat sogar einen Designpreis erhalten. Dennoch, alles muss raus – solange der Vorrat reicht, oder besser: Schluss des kuriosen Auto-WSV ist der 8. Februar 2009. Woher Cardoen die günstigen Autos hat, bleibt offen. Denkbar wäre ein Insolvenzkauf von einem Pleite gegangenen Konkurrenten zum Schnäppchenpreis oder ein Grauimport. Andererseits schöpft das belgische Autohaus mit der Aktion so viel Aufmerksamkeit ab, dass es eine Investition wert sein könnte; als Marketing-Gag lohnt sich das scheinbare Dumping also in jedem Fall.

Autor: Roland Wildberg

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