Dick im Dreck: GM, zu denen auch Hummer gehört, stehen kurz vor der Pleite.

Autokrise in den USA

— 03.12.2008

Dick im Dreck

Chrysler, GM und Ford stecken noch tiefer im Schlamassel als bislang vermutet. Während der Absatz im November 2008 um bis zu 41 Prozent wegbrach, wuchsen die Verbindlichkeiten auf 34 Milliarden Dollar.

(dpa) Die Krise der amerikanischen Autohersteller ist noch schlimmer als bislang bekannt. Die drei Konzerne General Motors (GM), Ford und Chrysler ersuchten den US-Kongress um neue Kredite von insgesamt 34 Milliarden Dollar. Es muss jetzt schnell gehen: Die Opel-Mutter GM braucht vier Milliarden Dollar noch im Dezember 2008. Auch Chrysler braucht die angefragten sieben Milliarden Dollar bis Jahresende. Der US-Automarkt liegt unterdessen weiter am Boden: Im November brach der Absatz von GM um 41 Prozent ein, die Verkäufe von Ford fielen um gut 30 Prozent. Der größte US-Autobauer GM ersuchte den US-Kongress am Dienstag insgesamt um neue Kredite von bis zu 18 Milliarden Dollar bis Ende 2009. Konkurrent Ford braucht bis zu neun Milliarden, hofft aber, auf das Geld nicht unbedingt zugreifen zu müssen. Die US-Abgeordneten hatten bisher nur über neue Kredite von insgesamt 25 Milliarden Dollar für die drei großen Autobauer beraten.

Rückzahlung nicht vor 2011

Die GM-Ankündigung löste sofort neue Spekulationen über eine drohende Pleite aus. Das "Wall Street Journal" berichtete, ranghohe Funktionäre der Autoarbeiter-Gewerkschaft UAW (United Auto Workers) befürchteten eine Insolvenz von General Motors noch vor Weihnachten, falls die Milliarden vom Staat nicht kämen. Das Unternehmen selbst betonte am 2. Dezember, es wolle eine Insolvenz unbedingt verhindern und setzte alles daran, die Hilfen aus Washington zu bekommen. GM will bis Ende kommenden Jahres Kredite von zwölf Milliarden Dollar, um die Liquidität aufrecht zu erhalten. Sollte die Krise am US-Automarkt weiter andauern, würde noch einmal sechs Milliarden Dollar fällig, hieß es. Mit Rückzahlungen der Kredite will GM erst im Jahr 2011 beginnen. Der größte US-Hersteller befürchtet, dass im kommenden Jahr im US-Markt nur noch 10,5 Millionen Autos verkauft werden können. Das wäre ein dramatischer Rückgang von den zuletzt üblichen mehr als 15 Millionen. Doch General Motors gibt an, schon bei einem Marktvolumen von 12,5 bis 13 Millionen Fahrzeuge profitabel sein zu können.

Ausverkauf der Marken

Ford legte am 2. Dezember dem US-Kongress ein Konzept vor, nachdem das Unternehmen durch ein Staatsdarlehen über neun Milliarden Dollar bis 2011 wieder profitabel werden soll. Über die nächsten sieben Jahre sollen 14 Milliarden Dollar investiert werden, um den Benzinverbrauch der Ford-Flotte zu senken. Außerdem will das Unternehmen seine fünf Firmenjets verkaufen. Ford erlitt im November in den USA im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Absatzeinbruch von 30,6 Prozent auf gut 123.000 Fahrzeuge. Bei GM betrug das Minus 41 Prozent auf knapp 155 000 Fahrzeuge. Auch mit dem Verkauf von Marken – Volvo bei Ford, Saab bei GM – wollen die Bosse Cash in die Kasse holen. Es wurde erwartet, dass alle drei Chefs der US-Autokonzerne zu weiteren Anhörungen an diesem Donnerstag und Freitag nach Washington kommen werden. Bei einem ersten Auftritt vor zwei Wochen waren ihre Forderungen nach Milliardenkrediten im Kongress auf Skepsis gestoßen.

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