Autokrise in Russland

— 28.07.2009

Lada feuert 28.000 Mitarbeiter

Logo von Lada
Ein Viertel der Belegschaft von AvtoVAZ, wo unter anderem die Marke Lada gebaut wird, muss gehen. In Zahlen: 28.000 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr 2009 wurden 30 Prozent weniger Autos verkauft.
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(dpa/row) – Eine ganze Kleinstadt kann stempeln gehen: Russlands größter Autobauer AvtoVAZ (Lada) hat in der Absatzkrise die Entlassung von einem Viertel der Belegschaft – knapp 28.000 Arbeitnehmer – angekündigt. Zum Vergleich: Am größten Volkswagen-Standort Wolfsburg arbeiten derzeit etwa 48.000 Menschen für den größten deutschen Autobauer. Bei Lada hat nun die Autokrise voll durchgeschlagen: Im ersten Halbjahr 2009 sei die Pkw-Produktion auf fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum reduziert worden, sagte AvtoVAZ-Vizepräsident Igor Komarow. Seit 2007 gehören 25 Prozent der AvtoVAZ dem französischen Konzern Renault. In den ersten sechs Monaten liefen bei AvtoVAZ 139.500 Wagen vom Band, gegenüber 384.500 Wagen im Vorjahreszeitraum. 2009 will AvtoVAZ nach eigenen Angaben 332.000 Fahrzeuge bauen. Nur, wer soll die bauen?
Astronomisch hohe Zinsen für Autokredite in Russland
Die erste Jahreshälfte schrumpfte der Absatz von Pkw um 49 Prozent auf 763.900 Einheiten; im Juni waren es gar 56 Prozent. Auch der russische Autokonzern GAZ, der gemeinsam mit Magna Steyr bei Opel einsteigen will, hatte Anfang Juli die Streichung von 7000 der insgesamt 40.000 Stellen angekündigt. Russland zählte bis zum Ausbruch der Krise im Vorjahr zu den lukrativsten Automärkten in Europa. Der Neuwagenmarkt leidet vor allem an den astronomisch hohen Zinsen für Konsumkredite: Im Juni 2009 lag allein der Leitzins der russischen Zentralbank bei elf Prozent.
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