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Autokrise trifft Sportwagenhersteller

— 30.01.2009

Auch Porsche in Not

Die weltweite Autokrise hat nun auch bei Porsche Schrammen im Lack hinterlassen. Auf der Hauptversammlung waren Absatzrückgang, ein Sparprogramm und ein Produktionsstopp Themen. Gerät die VW-Übernahme ins Stocken?

(dpa/cj) Bislang galt der Sportwagenbauer als Fels in der tosenden Brandung. Doch nun zwingt die weltweite Autokrise auch Porsche zu einem mehr als 100 Millionen Euro schweren Sparprogramm und einer massiven Drosselung der Produktion. Im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen sollen die Bänder bis zum Beginn der Sommerpause an weiteren 19 Tagen stillstehen, kündigte Vorstandschef Wendelin Wiedeking auf der Hauptversammlung in Stuttgart an. Kurzarbeit und Stellenabbau seien aber derzeit kein Thema. Mit der Produktionsdrosselung reagieren die Stuttgarter auf einen massiven Absatzeinbruch in den vergangenen sechs Monaten. Wegen der Krise wollte sich Wiedeking auch nicht auf einen detaillierten Fahrplan bei der VW-Übernahme festlegen.

Absatzrückgang von 27 Prozent, Erlös schrumpft um 14 Prozent

Der Absatz von Porsche brach im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 (ab 1. August) um über 27 Prozent auf 34.000 Fahrzeuge ein. Der Erlös schrumpfte um über 14 Prozent auf rund drei Milliarden Euro. Detaillierte Angaben zum operativen Ergebnis machte der Porsche-Chef nicht. Aufgrund der VW-Beteiligung werde das Vorsteuerergebnis der Porsche Automobil Holding SE aber höher als der Vorjahreswert von 1,66 Milliarden Euro liegen. Beim unternehmensweiten Sparprogramm werden "alle Bereiche in den Fokus genommen, die nicht unmittelbar wertschöpfend sind beziehungsweise nicht direkt umsatzwirksam", sagte Wiedeking. "Selbstverständlich bleiben alle Projekte, die für unser künftiges Geschäft existenziell sind, von den Sparmaßnahmen unberührt." Dazu gehöre die Weiterentwicklung bestehender Modellreihen und sparsamerer Motoren.

Wiedeking: "Schritte bei VW-Übernahme genau prüfen"

Angesichts der "hochkritischen gesamtwirtschaftlichen Umstände" werde Porsche auch bei der VW-Übernahme "genau prüfen, wann wir welche weiteren Schritte unternehmen", sagte der Vorstandschef – und hatte dabei möglicherweise auch die notleidende Schaeffler-Gruppe nach ihrer Conti-Übernahme im Hinterkopf. Dennoch sei es nach wie vor das Ziel Porsches, "die VW-Beteiligung in überschaubarer Zeit auf 75 Prozent der VW-Stammaktien aufzustocken, um den Weg für einen Beherrschungsvertrag freizumachen". Der Schritt sei weiter für 2009 geplant. Ein konkretes Datum nannte Wiedeking nicht. Im Januar 2009 hatten die Stuttgarter ihren Anteil auf 50,76 Prozent der VW- Stammaktien erhöht.

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