Automarkt China

Automarkt in China

Automarkt China

— 15.10.2002

Ringelreigen im Reich der Mitte

Chinas Automarkt boomt: Nach VW drängt vor allem die Konkurrenz aus Asien ins Reich der Mitte.

Hyundai und Co drängen nach China

Lets go east. Chinas Automarkt ist zurzeit der am schnellsten wachsende der Erde. Aber nicht nur 40 Prozent Wachstum allein in diesem Jahr und die Marktöffnung im Zuge des WTO-Beitritts, auch die schwächelnden Märkte in Europa und den USA treiben die großen Autohersteller zunehmend gen Osten.

Dabei gerät der chinesische Platzhirsch Volkswagen (50 Prozent Marktanteil) vor allem unter asiatischen Druck: Toyota ließ diesen Monat den ersten Vios vom Band laufen, Nissan kündigte Investitionen in Milliardenhöhe an, und auch Honda will seine Kapazitäten im südlichen Kanton verdoppeln. Neben den Japanern legen aber auch die Südkoreaner einen Gang zu. Am Montag (14.10.2002) erhielt Hyundai von der chinesischen Regierung grünes Licht für ein Joint-Venture mit der Beijing Automotive Industry Holding aus Peking: Schon im nächsten Jahr sollen 30.000 Fahrzeuge verkauft werden. Für 2010 rechnet rechnet Hyundai gar mit 500.000 Autos. Insgesamt 1,1 Milliarde Dollar will der südkoreanische Autobauer bis dahin in Peking investieren.

Aber es geht auch anders rum: Chinas drittgrößter Fahrzeugproduzent, die Shanghai Automotive Industry Group (SAIC) strebt ins Ausland. Am Sonntag (13.10.) beteiligten sich die Chinesen mit zehn Prozent an der GM Daewoo Auto and Technology Co in Südkorea. Unter diesem Namen ist die Fabrikation des zusammengebrochenen Herstellers Daewoo gebündelt, die Ende Oktober ihre Arbeit wieder aufnehmen soll.

China investiert erstmals im Ausland

Für insgesamt 59,7 Millionen Dollar befinden sich die Chinesen nun in kapitaler Gesellschaft: General Motors (GM) hält seit Juni 42,1 Prozent, Suzuki 14,9 Prozent, die restlichen 33 Prozent gehören der Korea Development Bank – weltweit die erste Zusammenarbeit zwischen Chinesen, Amerikanern, Japanern und Koreanern.

Die kommunistischen Investoren sehen ihren Flirt mit dem Westen gewinnorientiert: "Die Automobile von Daewoo werden auf der ganzen Welt verkauft, wir wollen aus diesen Erfahrungen lernen", sagte SAIC-Präsident Hu Maoyuan bei der Vorstellung des Daewoo-Projektes. Ziel sei es nämlich, SAIC-Bauteile auch auf dem Weltmarkt zu platzieren. SAIC ist eines von insgesamt drei Staatsunternehmen, denen die chinesische Regierung eine Führungsrolle bei der Restrukturierung des Marktes zugewiesen haben. Auf dem chinesischen Markt kooperiert SAIC neben GM auch mit VW. Gemeinsam mit den Wolfsburgern fertigen die Chinesen den Santana, den Passat und den Polo.

Auch SAICs größter Partner bei Daewoo, General Motors, freut sich über das chinesische Auslandsengagement. Von der Partnerschaft verspricht man sich in Detroit vor allem eine bessere Ausgangsbasis für den Wachstumsmarkt im Reich der Mitte. Philip Murtaugh, Chairman und CEO von GM China, bezeichnete den Einstieg von SAIC bei Daewoo als "Meilenstein der Entwicklung der chinesischen Automobilindustrie". GM Daewoo hat eine Produktionskapazität von 800.000 Fahrzeugen jährlich. Das Unternehmen liefert Kleinwagen nach China, die aufgrund ihres niedrigen Preises dort sehr beliebt sind. Für rund 900 Millionen Dollar hatte Daewoo vor dem Zusammenbruch auch zwei derzeit stillgelegte Motorenwerke in China gebaut.

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