Chrysler-Vans

Automarkt USA April 2009

— 05.05.2009

Trübe Aussichten

Weiterhin schwere Zeiten für den US-Automarkt: Einbrüche von bis zu 40 Prozent schlagen für einige Hersteller im Vergleich zum Vorjahr zu Buche. Auch die deutschen Marken fanden nur schleppenden Absatz.

(dpa/bp) Die Lage auf dem US-Automarkt bleibt weiterhin dramatisch. Im April 2009 mussten viele Hersteller im Jahresvergleich erneut Absatzeinbrüche von 30 bis 40 Prozent verkraften. Auch die deutschen Autobauer wurden von der Krise erfasst, lediglich VW und Audi kamen im April glimpflicher davon. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, räumte am 2. Mai 2009 im Deutschlandradio Kultur "einen massiven Einbruch im Export" ein. In den USA würden derzeit aber alle deutschen Hersteller ihre Marktanteile steigern, betonte er. Insgesamt schrumpfte der US-Markt um 34 Prozent auf 819.540 verkaufte Fahrzeuge, wie der Marktforscher Autodata ermittelte. Daraus errechnete Autodata einen Jahresabsatz von nur 9,32 Millionen Autos – ein deutlicher Einbruch nach den 13 Millionen Fahrzeugen 2008.

Ford setzte mehr Autos ab als Toyota

Zugleich sprachen einige Hersteller von einem Hoffnungsschimmer, nachdem sie im April mehr Autos verkaufen konnten als im März. Von dem Rückgang im April blieb jedoch niemand verschont: Auch der lange Zeit erfolgsverwöhnte japanische Toyota-Konzern stürzte um 42 Prozent ab und fiel erstmals seit Monaten hinter den zweitgrößten US-Autobauer Ford zurück. Toyota setzte 126.540 Wagen ab, Ford kam nach einem Rückgang von 31,6 Prozent auf 134.401 Fahrzeuge. Bei der Opel-Mutter General Motors (GM) fiel der Absatz um 34 Prozent auf 173.007 Fahrzeuge. GM freute sich immerhin darüber, dass im Vergleich zum März der Absatz um 16 Prozent gestiegen sei. Chrysler verabschiedete sich mit einem Einbruch von 48 Prozent auf knapp 76.700 Fahrzeuge in die Insolvenz. Das Unternehmen will angesichts der unsicheren Zukunft versuchen, seine Kunden mit Zeitungsanzeigen zu beruhigen.

VW und Audi konnten Rückgänge in Grenzen halten

Auch die deutschen Hersteller mit ihren deutlich geringeren Marktanteilen wurden von dem Abschwung erfasst. Bei Daimler gab es ein Minus von 30,7 Prozent auf 15.910 Fahrzeuge. Der Absatz des BMW-Konzerns sackte um 38,4 Prozent auf 19.362 Fahrzeuge ab. Mini schlug sich dabei mit einem Rückgang von 22,4 Prozent wieder besser als die Kernmarke. VW kam mit einem Minus von 16,1 Prozent auf 16.289 Autos noch vergleichsweise glimpflich davon. Den Ausschlag dafür gaben neu eingeführte Modelle wie der Van Routan, von dem gut 2600 Fahrzeuge verkauft wurden. Die Volkswagen-Tochter Audi hielt den Rückgang mit einem Minus von 9,3 Prozent auf 7010 Autos besonders niedrig. Die gut 1200 verkauften Fahrzeuge des neuen Q5 glichen einen großen Teil der Einbußen bei anderen Audi-Modellen aus. Porsche sprach trotz des Einbruchs von 34 Prozent auf 2044 Wagen von ersten Anzeichen für eine Stabilisierung des Marktes: Im April seien sechs Prozent mehr Autos ausgeliefert worden als im März. VDA-Präsident Wissmann betonte, schon jetzt sei für die deutsche Automobilindustrie China wichtiger: "Der chinesische Markt ist für die deutsche Automobilindustrie inzwischen nach dem westeuropäischen wichtiger als der amerikanische Markt."

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