AUTOMOBIL TESTS-Kaufberatung — 21.12.2005

Ein Raum wird wahr

Vier Benziner, zwei Diesel, Platz wie in der S-Klasse, aber kompakt wie ein Golf. Bleibt die Frage: Welche Mercedes B-Klasse nehmen?

Raumauto oder Traumauto?

Ein Raumauto ist die B-Klasse zweifellos, das scheint angesichts eines Kofferraumvolumens von bis zu 2245 Litern klar. Auch die Kniefreiheit im Fond, die bei nur 4,27 Meter Außenlänge Limousinen-Format erreicht, dokumentiert, daß hier ein Kompaktwagen über sich hinauswächst.

Das gilt leider auch für den Preis. Und so besteht die Möglichkeit, daß das Raumauto für manche zum Traumauto wird. Denn der optisch verlockende Basispreis von 21.808 Euro für den Mercedes B 150 ist nicht das letzte Wort. Nicht nur weil trotz an sich guter Ausstattung Standardextras wie das Radio hinzu gerechnet werden müssen.

Insgesamt stehen sechs Motoren zur Wahl – zwei Diesel und vier Benziner. Welcher ist der Beste? Der schwachbrüstige 1,5-Liter-Motor des Einstiegsmodells ist nur ruhigen Gemütern zu empfehlen, die es selten eilig haben. Wer auch mal flotte Autobahnetappen absolvieren möchte, dem sei der durchzugsstärkere B 170 empfohlen. Der kostet aber 23.374 Euro – womit sich der Preis in Sichtweite zu dem des B 180 CDI (25.288 Euro) befindet. Der ist in unseren Augen das attraktivste Modell, weil der kräftige und kultivierte Diesel am besten zu dem Van-ähnlichen Fahrgefühl der B-Klasse paßt. Das gilt natürlich erst recht für den B 200 CDI. Dessen Preis von knapp 28.478 Euro verliert aber jedes Maß, übertrifft sogar den des 27.840 teuren und bis zu 225 km/h schnellen Topmodells 200 Turbo.

Hier gibt's den großen Überblick

Die Einstiegspreise mögen für Kunden, die alternativ vielleicht einen VW Golf Plus oder auch Opel Zafira in Erwägung ziehen, bereits eine Hürde sein – die durch eine lange Aufpreisliste natürlich nicht niedriger wird.

Wer die im Ausstattungskapitel empfohlenen Extras mitbestellt, muß über 2300 Euro hinzurechnen. Luxus wie die 574 Euro teure Klimaautomatik (eine normale Klimaanlage ist immerhin bei allen Modellen Serie) oder schicke Alufelgen (ab 824 Euro beim Basismodell) sind dann noch nicht dabei. Sondern nur Nützliches wie Radio, Lenkradverstellung, das Easy-Vario-System, Extra-Airbags, Skidurchreiche, Fußmatten oder Rußfilter (für den Diesel). Einen Trost gibt es: Das flotte Jupiterrot steht der B-Klasse traumhaft. Es ist ein Uni-Lack – womit man sich die 493 Euro Aufpreis für Metallic also getrost sparen kann.

Die ausführliche Kaufberatung über 22 Seiten gibt es entweder für 1,00 Euro im Heftarchiv von autobild.de oder für 2,50 Euro in AUTOMOBIL TESTS, Ausgabe 6/05. Nachbestellung unter Telefon 040/ 4 68 60 51 73, Fax 040/ 34 72 95 17 oder per e-Mail an abo@asv.de.

AUTOMOBIL TESTS Kaufberatung Mercedes-Benz B-Klasse
Modell-Tip
Sie haben keine Wahl: Es gibt nur eine Karosserie- und eine Ausstattungsversion.
Ausstattung
Die Basisausstattung ist weitgehend komplett. An Zusatzextras sollten Sie Radio, Easy-Vario-System und Lenkrad-Längsverstellung nicht vergessen.
Motor
Unkultivierte und/oder freudlose Benziner drängen zum Diesel: zum kräftigen B180 CDI.
Farbe
Rot wirkt sehr dynamisch und kostet keinen Aufpreis. Metallic verteuert das Auto um 493 Euro.
Wertverlust
Bei einem ganz neuen Modell ist das Thema reine Spekulation. Ein Mercedes, erst recht einer mit Dieselmotor, darf aber grundsätzlich als Auto mit relativ geringem Wertverlust gelten.
Konkurrenz
Als Auto zwischen allen Stühlen muß sich die B-Klasse auf ein breites Konkurrenzfeld von Opel Zafira über VW Golf Plus bis hin zum Renault Scénic gefaßt machen. Alles sehr verschiedene Typen, die eines gemein haben: Sie alle kosten weniger als der B.
Überführungskosten
Abhängig vom Standort. Beispiel aus dem Kreis Nürnberg: 684 Euro. Preisnachlaß: Zehn Prozent Rabatt sollten schon drinsein.
Finanzierung
Derzeit Angebote mit 3,9 Prozent effektivem Jahreszins. Leasing und 3-Wege-Finanzierungen sind auch möglich. Mehr Details auf www.mercedes.de
Gebrauchtwagen
Bei diesem nagelneuen Modell gibt es logischer- weise kein Jahreswagen- oder Gebraucht-Angebot. Als Vorgänger könnte man den Vaneo gelten lassen, der aber bereits als Neuwagen floppte.
Lieferzeit
Sie liegt derzeit zwischen vier und acht Wochen.
Versicherung
Die Kosten für die Versicherung bleiben noch im Rahmen. Teurer: Turbo-Benziner und Diesel.
Garantie (Jahre)
Technik:2, Durchrosten:30, Mobilität: 30.
Ölwechsel/Inspektion
Nach Anzeige oder alle 30.000 Kilometer.
Selbstabholung
Ist prinzipiell möglich. Auch in Verbindung mit einer Werksbesichtigung.

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