Automotive-Performance-Studie 2006/2007

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Automotive-Performance-Studie 2006/2007

— 09.07.2007

Toyota ist das Maß aller Dinge

Der japanische Auto-Riese knackt Verkaufsrekorde und ist hochprofitabel. Doch auch deutsche Hersteller liegen ziemlich gut im Rennen.

Toyota setzt in der Automobilindustrie weiter Maßstäbe. Der japanische Branchenprimus ist einer aktuellen Studie zufolge der "Top Automotive Performer" des Jahres 2006/2007. Erfreulich aus deutscher Sicht: Unter den sechs besten Herstellern sind vier deutsche. Verbessert hat sich vor allem Volkswagen. Die französischen und amerikanischen Autokonzerne rutschen hingegen ab. Dies geht aus der Analyse "Automotive Performance" hervor, die das Center of Automotive an der privaten Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach vorgelegt hat. Die Autoren verglichen 17 Autokonzerne. Sie untersuchten unter anderem die Verkaufszahlen seit dem Jahrtausendwechsel, ihre Innovationsleistungen wie Zahl der Patente und Forschungsaufwand sowie die Profitabilität.

Toyota kam im FHDW-Index auf 83 von 100 möglichen Punkten

Toyota liegt in Sachen Konzern-Gewinn weit vor den Mitbewerbern.

Überraschend bei Toyota sei vor allem, "wie weit der leistungsstärkste Hersteller der Welt die Konkurrenz distanziert", schreiben die Autoren der Studie. Toyota kam in einem vom FHDW-Institut erstellten Index auf 83 von 100 möglichen Punkten. Der stärkste Verfolger, Honda, erreichte einen Wert von 58 Punkten. Toyota hat der Studie zufolge seit dem Jahr 2000 mehr als 80 Milliarden Euro verdient – mehr als DaimlerChrysler, BMW und Volkswagen zusammen. An der Börse ist das japanische Vorzeigeunternehmen sogar so viel wert wie 13 der 16 größten Autohersteller zusammen. Toyota meldet die meisten Patente an und gibt mittlerweile auch am meisten Geld für Forschung und Entwicklung aus. Im Vorjahr hatte noch DaimlerChrysler an der Spitze der F&E-Aufwendungen gelegen.

Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich Volkswagen stark

Zwar ist Toyota das Maß aller Dinger, aber nicht uneinholbar.

Nach Toyota seien Honda, BMW und Porsche die "High Performer" des Jahres, heißt es in der Studie. Das Mittelfeld wird von Volkswagen angeführt, gefolgt von DaimlerChrysler. Während der Wolfsburger Konzern sich stark verbessert hat und "einer der großen Gewinner" des vergangenen Jahres war, stagnierte die Leistung von DaimlerChrysler. "Toyota ist das Maß aller Dinge, ist aber nicht uneinholbar", sagte Stefan Bratzel, Leiter des FHDW Center of Automotive, WELT ONLINE. Insgesamt habe Toyota bislang viel von der schwachen Leistung der Konkurrenten profitiert, sagte Bratzel. Und gerade die deutschen Hersteller holten auf. Bratzel: "Da ist ein Erwachen spürbar." Auch der japanische Top-Konzern könne noch besser werden. So erwirtschafte der Branchenprimus beispielsweise im Geschäft mit Finanzdienstleistungen weniger als BMW und Daimler. Insgesamt stehen die hiesigen Hersteller gut da – im Einzelnen gibt es aber auf vielen Gebieten noch Verbesserungspotenzial.

So schneiden die Deutschen beim Vergleich der Verkaufszuwächse mit Ausnahme von VW eher schwach ab, während sie nach wie vor zu den innovationsstärksten Anbietern gehören. VW ergatterte sogar den Titel "innovationsstärkster Autokonzern", während sich die Innovationsleistungen von DaimlerChrysler 2006 um ein Drittel reduzierten. Für die Stuttgarter reichte es noch für Platz drei hinter Toyota. Aufholen konnte auf diesem Gebiet BMW, die Münchner landeten auf Rang vier. Bei der Profitabilität stehen unter den deutschen Konzernen Porsche und BMW hervorragend da, während DaimlerChrysler und vor allem VW Nachholbedarf haben. Insgesamt wachse die Lücke zwischen hochrentablen und den weniger profitableren Autoherstellern, so die Studie.

Lage bei Ford und General Motors ist existenzgefährdend


Verschlechtert haben sich in dem Ranking insgesamt unter anderem die französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën und Renault. Ford und General Motors seien sogar in einer so kritischen Lage, dass die Existenz und die Unabhängigkeit der Unternehmen zunehmend gefährdet sei, heißt es. Während GM bereits erste, jedoch nicht hinreichende Schritte zur Sanierung unternommen habe, werde es für Ford zunehmend gefährlich. Der Verkauf von nicht profitablen Marken wie Jaguar und Land Rover könne womöglich nicht ausreichen, um die Verluste auszugleichen.

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