Autonomes Fahren

— 11.10.2010

Auto "Leonie" fährt ohne Fahrer

Weltpremiere in Braunschweig: Erstmals ist ein Auto automatisch und ohne eingreifenden Fahrer durch den Stadtverkehr gefahren. Wissenschaftler der TU hatten den VW Passat zum Forschungsfahrzeug "Leonie" umgerüstet.
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Von Stephan Bähnisch Manch ein Passant wird sich verwundert die Augen gerieben haben: Ein Auto rollt durch die Stadt, doch der Fahrer hat seine Hände nicht am Lenkrad, sondern streckt sie demonstrativ in die Luft. Bei dem Wagen handelte es sich um "Leonie", ein Forschungsfahrzeug der Technischen Universität (TU) Braunschweig. Der massiv technisch aufgerüstete VW Passat Variant kann ganz automatisch und ohne eingreifenden Fahrer eine vorgegebene Strecke im regulären Verkehr zurücklegen. Laut Projektleiter Jörn Marten Wille war "Leonie" in der Lage, mit Geschwindigkeiten bis 60 km/h auf der zweispurigen Fahrbahn des Braunschweiger Stadtrings die Spur zu halten, Kreuzungen zu berücksichtigen, Hindernisse zu beachten sowie Abstände und Geschwindigkeiten dem fließenden Verkehr anzupassen.
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Hände weg vom Lenkrad, \
Hände weg vom Lenkrad, "Leonie" fährt autonom durch Braunschweig.
Ein Sicherheitsfahrer, der notfalls eingreifen kann, war beim Testlauf dabei vorgeschrieben. "Leonie muss nicht nur die Verkehrsregeln beherrschen, sondern auch all das, was ein Mensch zum Autofahren braucht. Sie muss ihre Umwelt sehen, sie muss Entscheidungen treffen und alleine Gaspedal, Bremse und Lenkrad bedienen. Die ersten autonomen Fahrten auf dem Braunschweiger Stadtring sind allein schon auf Grund der realen städtischen Umgebung ein Meilenstein und Grundlage für viele weitere Forschungsjahre", sagt Projektleiter Wille. In den kommenden Jahren soll das Fahrzeug den Braunschweiger Stadtring vollständig autonom umfahren zu können, nachdem es jetzt eine Teilstrecke geschafft hat.

Dabei berechnet "Leonie" ihre Position via Satellitenortung ihre Position im Straßenverkehr. Verschiedene Laserscanner und Radarsensoren sorgen dafür, dass das Umfeld des Autos in jedem Moment wahrgenommen und dann im Rechner weiterverarbeitet werden kann. Damit "Leonie" überhaupt auf die Straße durfte, waren eine Ausnahmegenehmigung des Landes Niedersachsen für die Fahrten im realen Stadtverkehr und ein Gutachten des TÜV Nord Mobilität nötig. Ein Sicherheitsfahrer ist trotzdem vorgeschrieben. Und "Leonie" benötigt noch mehr Hilfe: Ein zusätzlicher Fahrer gibt derzeit noch die Ampelphase ein, die noch nicht vom Versuchsfahrzeug erkannt werden.
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Google testet ebenfalls
Doch nicht nur an der TU Braunschweig wird getüftelt. Auch Google arbeitet an Roboter-Autos. Die Testflotte, bestehend aus sechs Toyota Prius und einem Audi TT, sei schon länger im Straßenverkehr Kaliforniens unterwegs und mit Kameras, Radar-Sensoren und Laser-Messgerät ausgerüstet, erläuterte der Entwickler Sebastian Thrun in einem Blog-Eintrag. Laut Google haben die Pkw bereits 225.000 Testkilometer zurückgelegt, schneller und sicherer als menschliche Fahrer sollen sie auch noch fahren. In Braunschweig nehmen die Forscher die Konkurrenz sportlich. Man kennt sich seit Jahren. Sowohl TU-Projektleiter Jörn Marten Wille als auch Google-Entwickler Sebastian Thrun nahmen bereits 2007 an der "Urban Challenge" teil.
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