Selbstfahrender Tesla Model S: Tödlicher Unfall

Autonomes Fahren: Crash eines Tesla Model S

— 24.01.2018

Erneuter Tesla-Crash unter Autopilot

In Kalifornien hat ein Tesla Model S im Autopilot-Modus ein stehendes  Feuerwehrauto gerammt. Der Fahrer und Tesla schieben einander die Schuld zu.

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'Würden Sie dem Computer das Steuer überlassen?'

(REU/dpa/cj/cr/mas/brü) Mit gut 100 km/h ist ein Tesla Model S im kalifornischen Culver City in einen auf der Standspur geparkten Feuerwehrwagen gerauscht. Der Fahrer des Tesla sagte, ihn treffe am Unfall keine Schuld: Der Autopilot habe das Auto gesteuert. Tesla wiederum erklärte wie schon zuvor bei ähnlichen Vorkommnissen, dass der Fahrassistent lediglich als Zusatz-Feature zu verstehen sei und der Fahrer jederzeit selber ins Verkehrsgeschehen eingreifen können muss. Kunden würden "extrem deutlich" darauf hingewiesen, dass sie auch bei eingeschaltetem Autopiloten stets aufmerksam sein müssten. Die Behörden untersuchen den Vorfall.  Erst zehn Tage vorher hatte die Polizei auf derselben Autobahn einen Tesla entdeckt, der auf der Bay Bridge liegengeblieben war. Der Fahrer hatte reichlich Alkohol im Blut und war weggedämmert. Dass er sich betrunken hinters Steuer gesetzt hatte, erklärte er laut der Polizei völlig selbstverständlich mit der Ausrede: "Ich habe doch den Autopiloten eingeschaltet!"

Tödlicher Unfall: Autopilot hatte Mitschuld

Während die aktuellen Fälle beide glimpflich ausgingen – alle Beteiligten blieben unverletzt – kam bei einem Unfall Anfang Mai 2016 ein 40-Jähriger ums Leben, als sein von Teslas Autopilot gesteuertes Auto unter einen Lastwagen-Anhänger raste, der die Straße querte. Der Lkw-Fahrer habe dem Tesla die Vorfahrt genommen, befanden die Ermittler. Zugleich habe sich der Fahrer aber zu sehr auf den Fahrassistenten verlassen. Das Autopilot-System habe zwar wie vom Hersteller beschrieben funktioniert – sei aber für diese Situation nicht konzipiert gewesen. Zugleich habe es zugelassen, dass der Fahrer nicht auf den Verkehr geachtet habe, obwohl Tesla grundsätzlich vorschreibt, dass beim Autopilot-Einsatz der Mensch stets den Überblick behalten müsse.

Laut einem NTSB-Bericht (National Transportation Safety Board) war der Tesla-Fahrer von der Software mehrfach aufgefordert worden, die Hände aufs Steuer zu legen. Tesla verschärfte nach dem Unfall die Sicherheitsvorkehrungen und machte es unmöglich, die Hände für einen längeren Zeitraum vom Lenkrad zu nehmen. 

Tesla-Unfall auch in Deutschland

Neben einem weiteren Vorfall in China hatte es im September 2016 auch in Deutschland einen Unfall mit einem Leichtverletzten gegeben, bei dem ein im Autopilot-Modus fahrender Tesla Model S einen Reisebus gerammt hatte. Zahlreiche Hersteller setzen für die Zukunft auf das sogenannte autonome Fahren. Der Erfolg der neuen Technologie dürfte in erster Linie von ihrer Sicherheit abhängen.
Fotos: Twitter / Culver City Firefighters

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