Selbstfahrender Tesla Model S: Tödlicher Unfall

So funktioniert das autonome Fahren

Autonomes Fahren: Crash eines Tesla Model X

Erklärt ein Video den Tesla-Crash?

Warum fuhr der Tesla Model X beim tödlichen Crash in den USA gegen einen Betonpoller? Ein Youtube-Video könnte die Ermittler auf die richtige Spur bringen.

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Ein Auto ohne Außenspiegel ...
(reu/dpa/cj/cr/brü) Der tödliche Crash mit einem Model X-Elektroauto von Tesla in den USA wirft nach wie vor Fragen auf. Unter anderem diese: Warum fuhr das Model X auf einem Highway im Silicon Valley gegen einen die Fahrbahn trennenden Betonpoller? Erkannte der Autopilot im Elektro-das tödliche Hindernis nicht? Aufschluss über den Unfallhergang könnte ein Video geben. Es deutet die Möglichkeit an, dass der Spurhalte-Assistent im Unfallauto eventuell nicht richtig funktionierte. Bei dem Crash am 23. März 2018 waren zwei weitere Fahrzeuge in den verunglückten Tesla gefahren. Der Fahrer, ein 38 Jahre alter Apple-Mitarbeiter aus San Mateo (Kalifornien), starb.

Verwirrten Asphaltränder den Autopiloten?

Produktions- und Lieferschwierigkeiten beim Model 3 machen Tesla derzeit zu schaffen.

Das Youtube-Video eines Pendlers könnte helfen, das Rätsel zu lösen. Die Fahraufnahmen zeigen, dass auf der vielspurigen Autobahn nahe Mountain View der Asphalt sehr uneben und mehrfach ausgebessert ist. Deutlich sind Kanten und Rillen zu sehen, die der Tesla-Autopilot im Sonnenlicht für Fahrbahnbegrenzungen gehalten haben könnte. So die auf den ersten Blick einleuchtende Theorie. Der Film stammt aus einem Tesla Model 3 mit Autopilot 2.5 Hardware. Der Urheber fährt die Strecke nach eigenen Angaben seit zwei Jahren, in 99,9 Prozent aller Fälle habe sich der Autopilot (wohl in einem anderen Auto, d.Red.) als zuverlässig erwiesen.

Tesla: "Mehrere Kollisionswarnungen"

Jüngst hatte Tesla Details zum tödlichen Unglück mitgeteilt. So habe der Fahrer des Elektroautos vor dem Crash mehrere visuelle und eine akustische Kollisionswarnung erhalten, aber nicht reagiert. erklärte Tesla in einem Blogeintrag am Osterwochenende. Bei dem Model X sei zum Unfallzeitpunkt der sogenannte adaptive Tempomat eingeschaltet gewesen, bei dem der Wagen automatisch den Abstand zum vorderen Fahrzeug hält. Dabei sei die Funktion auf die Mindestentfernung eingestellt gewesen. Der Fahrer habe etwa fünf Sekunden Zeit und 150 Meter Entfernung bis zum Aufprall gehabt. Seine Hände seien vor der Kollision sechs Sekunden lang nicht auf dem Lenkrad gewesen.

20.000 Vorbeifahrten unter Autopilot

Zugleich wies Tesla darauf hin, dass Fahrzeuge mit eingeschalteter Autopilot-Software die Unfallstelle allein seit Jahresbeginn rund 20.000 Mal ohne Zwischenfälle passiert hätten. Außerdem sei eine Metall-Barriere, die Fahrzeuge in solchen Situationen vor dem Poller abbremsen soll, drastisch verkürzt worden. Das belegte Tesla mit einem Foto-Vergleich eines Bildes aus dem Google-Dienst Street View und mit einer Aufnahme einer Fahrzeug-Kamera vom Tag vor dem Unfall. "Wir haben in keinem anderen Crash Schäden solchen Ausmaßes bei einem Model X gesehen", betonte Tesla. Die Fahrzeuge der Firma hatten stets sehr gut in Crashtests abgeschnitten.

Elite-Ermittler untersuchen Unfall und Brand

Die Tesla-Aktie brach nach mehreren Vorkommnissen zwischenzeitlich ein.

Längst haben Elite-Unfallermittler des National Transportation Safety Board (NTSB) ihre Arbeit aufgenommen. Sie treten meist bei Flugzeugabstürzen in Aktion – oder bei Unfällen, aus denen grundsätzliche Lehren gezogen werden könnten. Im aktuellen Fall solle unter anderem der Brand nach dem Unfall untersucht werden, teilte die US-Behörde mit. Sie geht auch Berichten nach, wonach der Fahrer an der Stelle bereits Probleme mit dem Autopilot-System gehabt haben soll. Wie der Fernsehsender ABC berichtete, habe sich der Fahrer nach Angaben der Familie mehrfach beschwert, auch bei einem Tesla-Händler. "Aber sie konnten es dort nicht nachvollziehen", habe sein Bruder gesagt. Tesla erklärte dem Finanzdienst Bloomberg zufolge, in den Unterlagen finde sich nur eine Beschwerde über das Navigationssystem.

Batteriebrand im Fokus der Ermittler

Zugleich unterstrich der Autobauer, dass laut Augenzeugen der Batteriebrand erst ein gefährliches Ausmaß angenommen habe, als keine Insassen mehr im Fahrzeug waren. Laut Medienberichten war die Strecke mehrere Stunden lang gesperrt, weil die Einsatzkräfte unsicher waren, ob es bereits sicher ist, den Wagen abzutransportieren. Ein Mitarbeiter von Tesla habe zum Unfallort kommen müssen. Die Schritte, um ein beschädigtes Elektroauto sicher abzutransportieren, gehörten zur Untersuchung, erklärte die NTSB.

Fahrer-Fehler und zu lasche Sicherheitsvorkehrungen

Die Behörde prüft gerade auch einen weniger schweren Unfall von Januar, bei dem ein Tesla mit eingeschaltetem Autopilot-Assistenten auf einen Lastwagen auffuhr, und den aufsehenerregenden Crash eines Tesla von Mai 2016. Damals war ein 40-Jähriger ums Leben gekommen, als sein von Teslas Autopilot gesteuertes Auto unter einen Lastwagen-Anhänger raste, der die Straße querte. Der Lkw-Fahrer habe ihm die Vorfahrt genommen, befanden die NTSB-Ermittler. Zugleich habe sich der Tesla-Fahrer zu sehr auf den Fahrassistenten verlassen. Allerdings kritisierten sie auch, dass zu lasche Sicherheitsvorkehrungen der Software zu dem Unfall beigetragen hätten. Tesla hat seitdem zusätzliche Maßnahmen getroffen, damit Fahrer die Kontrolle nicht komplett der Autopilot-Software überlassen, die nur als Fahrassistenzsystem konzipiert ist und nicht zum komplett autonomen Fahren.

Tesla-Unfall auch in Deutschland

Neben einem weiteren Vorfall in China hatte es im September 2016 auch in Deutschland einen Unfall mit einem Leichtverletzten gegeben, bei dem ein im Autopilot-Modus fahrender Tesla Model S einen Reisebus gerammt hatte. Zahlreiche Hersteller setzen für die Zukunft auf das sogenannte autonome Fahren. Der Erfolg der neuen Technologie dürfte in erster Linie von ihrer Sicherheit abhängen.

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