Google macht autonome Autos billiger

Autonomes Fahren: Google-Tochter Waymo

So sieht das "Google Car" die Straße

Waymo, Googles Sparte für autonomes Fahren, schickt in Arizona fahrerlose Taxis los. Ein Video zeigt, was das "Google Car" kann – und wie seine Sensoren die Straße wahrnehmen!
(dpa/mas) Schon in naher Zukunft werden im US-Bundesstaat Arizona fahrerlose Taxis unterwegs sein: Alphabet Waymo, Googles ausgelagerte Sparte für autonomes Fahren, erhielt am 24. Januar 2018 die Genehmigung dazu. Waymo unterhält eine Flotte umgebauter Chrysler Pacifica, die mit der entsprechenden Technik in der Lage sind, sich autonom im Straßenverkehr zu bewegen. Wie das funktioniert und wie sich die Mitfahrt in einem solchen Waymo-Van anfühlt, zeigt ein Video: 

Lidar-Sensoren der neuesten Generation

Lidar- und Radarsensoren scannen die Umgebung im 360-Grad-Radius, erkennen Art, Entfernung und Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer.

Die Technik in den fahrerlosen Taxis stützt sich vor allem auf die Signale diverser Lidar- und Radarsensoren, die die Umgebung permanent abtasten – und zwar in einem 360-Grad-Radius von der Größe dreier Fußballfelder, wie das Video in spacig bunten Bildern erklärt. Bei dem Lidar-Sensor handelt es sich vermutlich um die Eigenentwicklung, die Waymo auf der Detroit Auto Show (NAIAS) 2017 überraschend vorgestellt hatte und die nur einen Bruchteil der bis dahin verfügbaren Geräte kosten soll. Der fürs autonome Fahren unerlässliche Sensor funktioniert ähnlich wie ein Radargerät und sitzt beim auf der CES vorgestellten E-Auto Faraday Future FF91 auf der Motorhaube. Dieser Teil der Hardware ist (bzw. möglicherweise war) einer der größten Kostenfaktoren bei der Entwicklung autonom fahrender Autos.

Der Chrysler Pacifica hat Kameras und Sensoren der neuesten Generation an Bord. Die autonome Software hat Google einem umfassenden Update unterzogen.

2009, als Google mit der Entwicklung eines autonom fahrenden Autos begonnen hatte, habe ein Lidar-Sensor noch 75.000 Dollar (rund 70.000 Euro) gekostet, erklärte Krafcik auf der Detroit Auto Show. Der Google-Tochter sei es gelungen, die Kosten dafür um 90 Prozent zu drücken. Wie der Blog Carscoops berichtet, kündigte Krafcik an, grundsätzlich mit allen Autobauern zusammenarbeiten zu wollen. Seit Oktober 2016 bauen Waymo und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) 100 Chrysler Pacifica mit Googles Roboter-Technik zu autonomen Autos um – die jetzt im Straßenbetrieb unterwegs sind.  

Pläne für eigenes "Google Auto" wohl eingestellt

Googles autonomes Auto wurde 2014 vorgestellt. Mittlerweile wurde das Projekt eingestellt.

Google hatte einen kleinen elektrischen Zweisitzer aus eigener Entwicklung 2014 vorgestellt. Es hieß, in Zukunft sollten die Wagen komplett vom Computer gesteuert werden und ganz ohne Lenkrad und Pedale auskommen. Die Prototypen des Google Car, die in der Google-Heimatstadt Mountain View sowie in Austin (Texas) getestet wurden, hatten jedoch noch beides – unter anderem weil die Straßenverkehrsordnung dies verlangt. Mittlerweile hat Google die Pläne für eine eigenes Auto offenbar eingestellt und die Sparte ausgelagert. Die 2017 gegründete Schwester Waymo konzentriert sich auf die Entwicklung der für autonomes Fahren nötigen Hard- und Software.

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