Autosalon Paris 2010: Peugeot 508 trifft 504

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Autosalon Paris 2010: Peugeot 508 trifft 504

— 28.09.2010

Zurück zu alter Größe?

Der 508 verkörpert einen ganz neuen Peugeot-Stil. Er soll das Erbe des legendären 504 antreten und die Mittelklasse bereichern. AUTO BILD hat die beiden zusammengebracht.

Sie haben viel durchgemacht, die Menschen bei Peugeot. Reichlich Krisen, seit 1978 den missglückten Deal mit Chrysler. Wie ein Fels in der Brandung war es vor allem ein Modell, das die französische Fahne hochhielt: der 504. Ein robustes, sanftes Mittelklasse-Auto, das über 14 Jahre zum treuen Begleiter vieler Familien wurde und sich weltweit über 3,3 Millionen Mal verkaufte. Das Ende des 504 ist 27 Jahre her. Inzwischen hat Peugeot mit Zeichen und Ziffern jongliert, wurden Formen verfremdet und aufwendige Topmodelle entwickelt. Aber so richtig funktioniert hat es nie mehr.

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Schluss also mit der aktuellen Doppelspitze 407 und 607, der 508 soll künftig Alleinherrscher im Reich der Löwen sein. Wie früher der 504. Um Anschluss an die Oberklasse zu halten, musste der Neue wachsen. Sowohl in den Abmessungen als auch im Anspruch verkörpert der 508 tatsächlich ein neues Zeitalter bei Peugeot. Auf knapp 4,80 Metern präsentiert sich nicht nur ein neues Mittelklasse-Format, vor allem der Stil ist ganz ungewohnt für die Löwenmarke. Vorbei die Zeit der aberwitzigen Riesenmäuler. Der kleinere Grill steht dem Auto richtig gut. Ganz anders sieht es auch im Innenraum aus. Hier spielt der 508 seine wahren Trümpfe aus: Denn er ist nicht nur eine ganze Nummer größer als der 407 und bietet viel mehr Platz. Nein – es ist der Auftritt, der hier verblüfft. Klar, mehr Länge und zusätzlich Luft in der Breite machen viel aus. Aber das Gefühl signalisiert etwas ganz anderes: Hier ist Oberklasse.

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Gestriegelter Löwe: feines Material, akkurat montiert – das 508-Interieur ist hochwertig.

Es dominieren edle Materialien, sauber gearbeitet, exakt eingepasst. Dünne Chromringe rahmen Instrumente und Lüftungsdüsen ein. Wenn Peugeot das in der Serie genauso hinbekommt, ist der 508 ganz vorn dabei. Bei der Ausstattung dürfte ihm das dagegen kaum gelingen. Weder eine radargestützte Abstandsreglung noch einstellbare Stoßdämpfer oder ein Doppelkupplungsgetriebe lassen sich ordern. 2012 kommt immerhin ein Diesel-Hybrid. Mit insgesamt 200 PS soll das Auto in der Stadt auch rein elektrisch bewegt werden können. Bis dahin sind drei Benziner und fünf Dieselmotoren vorgesehen. Alles Vierzylinder von 112 bis 204 Turbo-PS. Doch moderne Spritspar-Technik gibt es nur für den e-HDi mit 112 PS. Er hat ein Start-Stopp-System, das den Motor bereits unterhalb von zehn km/h abschaltet. Verbrauchs-Versprechen: 4,4 Liter Diesel/100 Kilometer (114 g CO2).

Zu Zeiten des 504 wäre das Science-Fiction gewesen. Doch auch der Klassiker war ein fortschrittliches Auto, er glänzte nur auf anderem Terrain: Unter seinem von Pininfarina gestylten Blech steckten Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen rundum – damals der Clou, denn technisch fuhr der neue Peugeot 1968 auf Augenhöhe mit Mercedes. Beim sanften Komfort sowieso. Und heute? Kurvenlicht, Head-up-Display, Keyless-Go und Massage-Sitz stehen auf der Optionsliste. Okay, das haben andere auch. Viel wichtiger: Form und Finish machen den 508 unverwechselbar. Wie damals den 504, den Millionenseller.

Technische Daten Peugeot 508 1.6 VTI 120 Vierzylinder, vorn quer • Hubraum 1598 cm³ • 88 kW (120 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 160 Nm bei 4250/min • Länge/Breite/Höhe 4792/1853/1456 mm • 0–100 km/h in 11,5 s • Spitze 203 km/h • Verbrauch (EU-Mix) 6,2 l/100 km • CO2 144 g/km • Preis ab 25.000 Euro.

Technische Daten Peugeot 504 GL Vierzylinder, vorn längs • Hubraum 1971 cm³ • 71 kW (96 PS) bei 5600/min • max. Drehmoment 137 Nm bei 3000/min • Länge/Breite/Höhe 4490/1690/1460 mm • 0–100 km/h in 13,2 s • Spitze 162 km/h • Verbrauch 12,5 l/100 km • CO2 296 g/km • Preis (1978) ab 13.906 Mark.
Jürgen von Gosen

Jürgen von Gosen

Fazit

Mit der Mittelklasse 508 steuert Peugeot einen neuen Kurs. Als Nachfolger von 407 und 607 soll ihm der Spagat zwischen Mittel- und Oberklasse gelingen. Das Format dafür hat er, die technischen Grundlagen auch. Letztlich wird auch seine Form über den Erfolg entscheiden.

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