Autoscheiben tönen: So machen es die Profis

Autoscheiben tönen: So geht's

Die Sonnenbrille fürs Auto

Getönte Autoscheiben sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch praktisch. Doch welche Techniken gibt es für das Tönen von Autoscheiben? Wie hoch sind die Kosten, was sagt der TÜV?
Es gibt viele gute Gründe, seine Autoscheiben zu tönen: wirkungsvoller Sichtschutz, kühleres Klima im Auto sowie Einbruchsprävention durch geringe Einsicht in den Innenraum. Viele Autohersteller bieten abgedunkelte Scheiben bereits ab Werk an. Wer nachträglich seine Autoscheiben tönen möchte, kann zwischen verschiedenen Techniken auswählen. Die beliebteste ist der Einsatz von speziellen Folien wie beim Carwrapping. Eine andere Möglichkeit ist der Austausch der originalen gegen getönte Scheiben. Dann gibt es noch das sogenannte Glascoating, bei dem die Scheiben versiegelt werden. Achtung: Autoscheiben die mit dieser Methode nachträglich getönt wurden, erhalten in Deutschland keine TÜV-Abnahme. AUTO BILD klärt die wichtigsten Fragen zum Thema Autoscheiben tönen.

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Autoscheiben tönen: Welche Techniken gibt es?

• Tönungsfolien: Tönungsfolien werden in unterschiedlichen Farbtönen und Effekten angeboten. So zum Beispiel Keramik- oder Alu-metallisierte Sonnenschutzfolien. Die zeichnen sich durch eine hohe Wärmerückweisung aus, bieten aber dennoch eine klare Durchsicht von innen. Dann gibt es noch die sogenannte Basic-Tönungsfolien, die am preiswertesten sind. Hier liegt der Fokus nicht auf dem Sonnenschutz, sondern auf einem guten Sichtschutz. Die Wärmereduktion ist relativ gering. Das Folieren der Scheiben ist die am häufigsten genutzte Methode, weil dafür die Scheiben nicht ausgebaut werden müssen. Außerdem kann die Folie jederzeit wieder entfernt werden.
• Glascoating: Die Tönungstechnik Glascoating oder "Floating" wird häufig auch mit "Fluten" übersetzt. Die Autoscheiben werden bei dieser Methode mit einer farbigen Polyurethandispersion (Gemisch aus Wasser und Kunststoff) bedampft oder in ein mit entsprechender Flüssigkeit gefülltes Becken getaucht. Autoscheiben die mit dieser Methode nachträglich getönt wurden, erhalten in Deutschland allerdings keine TÜV-Abnahme. Auf Nachfrage von AUTO BILD Digital erklärt der TÜV Nord, dass eine Laborprüfung jeder gefluteten Scheibe erforderlich wäre. Da die handelsüblichen mobilen Geräte zur Lichtdurchlässigkeitsmessung nicht die nötige Zertifizierung aufweisen, sei eine Einzelabnahme nicht möglich.
• Scheibenaustausch: Eine andere Möglichkeit wäre es, die ungetönten Autoscheiben gegen getönte Originalautoscheiben des Herstellers tauschen zu lassen. Das ist allerdings die teuerste Variante.

Kann ich meine Autoscheiben selbst tönen?

Diese Möglichkeit besteht zwar, ist aber nicht empfehlenswert. Wenn Sie Ihre Autoscheiben mit einer Folie selber tönen, ist die Gefahr ziemlich hoch, dass sich Blasen bilden und sich die Folie schneller löst. Ein professionelles und sauberes Ergebnis wird eher erreicht, wenn Sie bei Ihrem Auto die Scheiben vom Profi tönen lassen. Wer es trotzdem selbst versuchen möchte, findet hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Bevor die Tönungsfolie aufgeklebt wird, muss die Scheibe mit viel Spüli-Wasser eingesprüht werden.

1) Arbeitsplatz vorbereiten: Folie, Rakel, Sprühflasche mit Spüli und einen Heißluftföhn bereit legen
2) Auto in einen staubfreien, geschlossenen Raum fahren
3) Autoscheiben gründlich reinigen. Spüli-Wasser auf die Scheibe sprühen
4) Fenster ausmessen, Folie von der Rolle grob abschneiden und auf die Außenscheibe kleben
5) Zuschnitt der Folie mit einem Cuttermesser, dabei nicht auf dem Glas selbst schneiden
6) Folie mit der Rakel von innen nach außen glatt streichen. Die Seifenlauge wird nach außen gedrückt
7) Heißluftföhn nutzen, um die Folie dehnbar zu machen
8) Folien-Zuschnitt, der als Vorlage dient, zusammenrollen und auf die ebenfalls geputzte Autoscheibe im Inneren anbringen. Wichtig: Auch hier wieder ausreichend Spüli-Wasser ausprühen. Nur so kann die Folie noch ein wenig verschoben werden
9) Erneut mit der Rakel die Folie glatt streichen, das Wasser von innen nach außen drücken.
10) Fertig: Nun die beklebte Glasscheibe die ersten drei Tage nicht herunterkurbeln, die Scheibenheizung auslassen
✔ Reinigungs-Tipp: Folien reagieren empfindlich auf ungeeignete Mittel. Tabu sind salmiak-, ammoniakhaltige, enzymbasierende oder scheuernde Reiniger. Lauwarmes Seifenwasser und weiche Haushaltstücher reichen.
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Was kostet eine Scheibentönung?

Der Preis für eine professionelle Tönung von Autoscheiben mit Spezialfolien ist abhängig von der Anzahl der Autoscheiben, der Form und der Fläche sowie der Fahrzeugklasse. Für einen Kleinwagen liegen die Kosten bei rund 150 Euro, bei einen Kombi geht's ab 250 Euro los, bei einem SUV ab 300 Euro. Und für einen Van/Bus sind mindestens 340 Euro fällig. Am teuersten ist es, wenn die Autoscheiben gegen getönte Originalscheiben des Herstellers eingetauscht werden. Preislich startet das ab 600 Euro.

Welche Autoscheiben darf ich tönen?

Grundsätzlich gilt: Das Sichtfeld des Fahrers darf nicht eingeschränkt werden. Wer also nachträglich eine Tönung vornimmt, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, muss gegebenenfalls ein Bußgeld zahlen und kann einen Punkt in Flensburg kassieren. Ebenfalls erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, wenn die Tönung nicht entfernt wird. Sollen Autoscheiben mit einer Tönungsfolie beklebt werden, so ist dies nur an den hinteren Seitenscheiben und der Heckscheibe erlaubt. Sie darf einen maximalen Tönungswert von 95 Prozent haben. Zudem muss die verwendete Folie bauartgenehmigt sein. Die geforderte ABG (Allgemeine Betriebsgenehmigung) wird bei den meisten Tuningteilen automatisch mitgeliefert und somit auch bei Tönungsfolien. Wichtig: Das dazugehörige Prüfzeichen ist in den Folien eingeprägt und muss nach der Montage sichtbar sein. Soll die Frontscheibe nachträglich getönt werden, ist lediglich ein maximal zehn Zentimeter breiter Tönungsfolienstreifen am oberen Rand der Scheibe zulässig. Aber auch hier muss eine ABG vorliegen. Dieser Sonnenschutz ist bei vielen Windschutzscheiben bereits ab Werk vorhanden. Ebenso sind ab Werk mittlerweile viele Seiten- und die Frontscheibe komplett getönt. Diese haben aber aus Sicherheitsgründen eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 70 Prozent. Die komplette Nachtönung für Front- und Seitenscheiben ist laut TÜV Nord nicht zulässig.

Bußgeldkatalog: Falsche Tönung der Autoscheiben

Wer seine Autoscheiben tönen will, muss den Paragrafen 40 der Straßenverkehrsordnung (StVZO) beachten. Darin heißt es: "Scheiben aus Sicherheitsglas, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein." Wird gegen dieses Gesetz verstoßen, droht ein Bußgeld und gegebenenfalls sogar ein Punkt in Flensburg. Eine Übersicht:
Fahren mit eingeschränkter Sicht: 10 Euro Bußgeld
Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) nicht mitgeführt: 10 Euro Bußgeld
Nicht vorschriftsmäßiges Fahrzeug: 25 Euro Bußgeld
Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt: 90 Euro Bußgeld, ein Punkt in Flensburg

Autoscheiben tönen: Muss ich nun zum TÜV?

Professionelle Autofolienhersteller bieten ausschließlich Auto-Tönungsfolien an, die eine deutsche Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) nach § 22a der deutschen Straßenverkehr-Zulassungsordnung (StVZO) haben. Demnach müssen solche Folien nicht vom TÜV genehmigt oder eingetragen werden. Eine Kopie der ABG muss allerdings immer im Fahrzeug mitgeführt werden. Wer die Methode des Glascoatings für das Tönen von Autoscheiben wählt, hat beim TÜV schlechte Karten, erhält keine Genehmigung, da die notwendigen Prüfungen für eine ABG nicht durchgeführt werden können. 

Kann ich meine getönten Scheiben versichern?

Nachträglich getönte Autoscheiben sind nicht automatisch mitversichert. Getönte Scheiben zählen zur Sonderausstattung. Und die ist oftmals nicht im Basistarif inbegriffen, oder nur zu einem kleinen Teil. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der nimmt bereits vor der Autoscheibentönung Kontakt mit seiner Versicherung auf und fragt nach einer Erstattung im Falle eines Schadens. Außerdem ist es für die Versicherung wichtig, dass alle Umbauten vom TÜV anerkannt sind, also über eine entsprechende Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder über eine Einzelabnahme verfügen, falls dies notwendig ist.
In der Bildergalerie zeigt AUTO BILD, wie die Profis Autoscheiben tönen.

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Autor: Isabella Sauer

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